Der „närrische Ohrwurm“ aus dem Odenwald: Harald Walz nimmt mit seiner Band am 26. Februar an einer Live-Sendung des SWR teil

„Karneval oleo, überall oleo feiern wir, kommt lasst uns tanzen“, stimmt Harald Walz im katholischen Pfarrheim an. Neun Musiker setzen ein, geben dem Faschingsstück einen Samba-Groove, die Gitarre haut sogar ein Rock-Solo raus, die knackigen Bläsersätze schaffen fast Big-Band-Sound. Eile ist angesagt: Bis zum Faschingssonntag, 26. Februar, muss der Ohrwurm mit dem Titel „Karneval“ sitzen. Denn dann ist Walz mit seiner Band in einer Livesendung des SWR zu Gast, in der – nomen est omen – der „närrische Ohrwurm“ des Jahres 2017 gesucht wird. Von 16 bis 18 Uhr ist sie zu sehen, über TED könnend die Zuschauer dann abstimmen.

„Girls und Boys oleo, schüttelt euch oleo, tanzt mit uns, wir tanzen Samba“ geht der Refrain des von Walz geschriebenen Stücks weiter. Eigentlich war der Song schon im vergangenen Jahr fürs Finale nominiert, erzählt der Musiker. „Aber da alles live ohne jegliche Technik gespielt werden muss“, hätte er erst eine Band zusammentrommeln müssen, die den Titel auf die Bühne bringt. „Aber dafür reichte die Zeit einfach nicht mehr“, so Walz, der erst kurz vor Ausstrahlung Bescheid bekam, dass es der Song in die Endausscheidung geschafft hatte.

Dass es nun dieses Jahr wieder geklappt hat, er rechtzeitig Nachricht hatte „und eine tolle Band auf der Bühne steht“, freut den Bandleader umso mehr. Walz ist musikalisch in der Region bekannt wie ein bunter Hund. Mit Linda Sauer, die wie er aus Aschbach stammt, ist er als „Odenwälder Nibelungen Duo“ auf sämtlichen Kerwe-Veranstaltungen landauf, landab unterwegs, tourt mit seinen „Outlaws“ auf Oldie-Veranstaltungen und bestreit mit seinen „Friends“ Partyveranstaltungen.

Den nötigen Drive für das Stück bringt der Bläsersatz mit. Am Tenorsaxofon ist Erich Gröger aus Finkenbach zu hören, das Altsaxofon bläst Rüdiger Horst aus Unter-Schönmattenwag, die Trompete Reiner Altendorf aus Wahlen. Alle drei sind gute alte Bekannte von der Blasmusik Schimmeldewog und spielen in verschiedenen Bands der Region mit.

Tom Beck aus Groß-Heubach am Schlagzeug hat das Instrument studiert und ist selbst auch als Entertainer unterwegs. „Für mich ist er immer noch der beste Drummer, mit dem ich je zusammen auf der Bühne stand“, schwärmt Harald Walz. „Die Band habe ich extra für diesen Anlass zusammengetrommelt“, sagt der musikalische Tausendsassa. Und bediente sich dabei des reichen Fundus an versierten Musikern aus der näheren Region.

Sologitarrist Ruben Daum etwa „war bei meiner Tochter in der Schule“, schmunzelt Walz. Mit „seinem Mädel“ Hanni Go am Bass aus Fürth ist er auch in der bekannten Odenwälder Mundartband „Die Oigeborene“ aktiv. Gleich zwei Keyboarder sind mit dabei. Neben Dietmar Jöst am Piano aus Abtsteinach, Musiklehrer an der Musikschule Schriesheim, ist das Hartmut Geis-Rehman aus Bammental. Ein erfahrener Musiker, „der auch bei der Oldie-Night im Haus des Gastes an den Tasten stand“. Letzterer wird auch einen Teil der Percussion übernehmen. Überhaupt setzt Walz auf die Beständigkeit: „Fünf Mitglieder der jetzigen Combo haben bereits in den 70er Jahren mit mir bei den ‚Dominos‘ gespielt“, erzählt er. Eine Band, die besonders im Neckartal zu dieser Zeit sehr angesagt war.

Für zwölf Kandidaten aus dem Südwesten wird es am 26. Februar ernst: Sie wurden aus 40 Bewerbungen für den „Närrischen Ohrwurm 2017“ ausgewählt und präsentieren ihre Fastnachtshits in der Stadthalle Singen vor großem Publikum. Der SWR hatte gerufen und unzählige Fastnachtsmusiker vom Allgäu bis zur Eifel und vom Bodensee bis zur Mosel hatten sich beworben. Grundbedingung für die Fastnachtshits: selbst komponiert und getextet, eingängig und handgemacht sollten sie sein. Ohne Playback und technische Effekte sollen sie zum Mitsingen und Mitschunkeln anregen.

Sonja Faber-Schrecklein moderiert den närrischen Hit-Contest. Eine Jury um Schauspielerin Ursula Cantieni, Sängerin Alexandra Hofmann und Entertainer Hansy Vogt gibt ihre Einschätzung zu den Darbietungen ab. Wer letztendlich gewinnt und die Siegerprämie für den Närrischen Ohrwurm 2017 erhält, entscheiden die Fernsehzuschauer via TED. „Unterstützt uns, ruft für uns an und stimmt für uns ab“, appelliert Harald Walz an unsere Leser, die Odenwälder Fastnachtsband nach Kräften zu unterstützen.

Info: Den Song kann man bei YouTube unter dem Stichwort „Karneval Harald Walz“ anhören oder auf der SWR.de-Seite unter dem Begriff „Närrischer Ohrwurm 2017“ finden. Eine aktuelles Video der Proben hier: https://youtu.be/2B1e0BhY2yw

Die musikalische Vita von Harald Walz in eigenen Worten

Vom Kommunionsgeld gab‘s die erste Gitarre, danach ging ich vier Jahre lang zum Unterricht. Mit 14 gründete ich mit einem Freund die Band „Outlaws“, mit der ich einmal im Jahr heute noch die Oldie-Night durchführe. Mit 17 spielte ich bei der „Blauweis“ (eine im Odenwald bekannte Tanzcombo), in der auch Trompeter Reiner Altendorf aktiv war.

In den 80er Jahren war ich dann mit der Band „Sunshine“ unterwegs, in der auch unser jetziger Schlagzeuger Tom Beck dabei war. Wir waren überregional in vielen Clubs unterwegs. Ich veröffentlichte die erste Single „Halt, wenn du gehst, bin ich sauer“, die wochenlang im Deutschen Schlagerlotto des hr auf Platz zwei stand. Danach kam eine Zeit, in der die Electronic Sequenzer immer mehr Einzug hielten und die Bands immer kleiner wurden.

Heute bin ich oft als Entertainer unterwegs, als Duo mit Linda Sauer oder als Trio bis hin zur Partyband „Harald Walz & Friends“. Umso größer ist meine Freude, jetzt wieder einmal alles live und mit Band zu spielen. Auf mein Alter gibt meine neue Single „Das Alter ist nur eine Zahl“ die Antwort. Den Song gibt‘s als Download bei Amazon und anderen Musikportalen. In diesem Jahr erscheint ein Album von mir mit zwölf Titeln

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