Skurrile Figuren auf verwunschenen Wegen: Die Aschbacher „Hussmouge“ entführten in Phantasie-Welten

Die „Hussmouge“ wissen, wie man ausgelassen Fasching feiert. In vier ausverkauften Prunksitzungen, die bis weit nach Mitternacht gingen, unterhielten sie an zwei Wochenenden ein ums andere Mal das närrische Publikum prächtig. Und konnten dabei auf die Begeisterungsfähigkeit ihrer Gäste zählen, die ihnen in puncto Einfallsreichtum bei der Kostümierung in nichts nachstanden. „Ob Wirklichkeit, ob Phantasie, im Zauberwald, da weiß man nie“, hatten die Fastnachter ihre Reise „auf verwunschenen Wegen“ überschrieben und boten dabei eine faszinierende und kurzweilige Reise durch Märchen und Fantasyfilme.

Die einzelnen Tische waren bestimmten Themen zugeordnet – und so boten die dort Sitzenden ein buntes, farbenprächtiges Sammelsurium an Verkleidungen. Hier unterhielt sich Gandalf mit einem Kobold, dort war ein Troll im Gespräch mit einer Hexe auszumachen. Alice im Wunderland, Figuren aus dem Herrn der Ringe, Fabelwesen und Waldbewohner, Drachen und Schlümpfe konkurrierten darum, wer am Schluss die Prämierung für den am schönsten dekorierten Tisch in Empfang nehmen durfte.

Die über 120 Akteure auf der Bühne setzten beim Einfallsreichtum fast noch einen drauf. Sitzungspräsident Thomas Sattler, der sich einen Zwerg als Sitzplatz auserkoren hatte, führte nicht nur durchs Programm und kündigte die einzelnen Auftritte an, sondern überbrückte die kleineren Umbaupausen immer mal wieder mit dem einen oder anderen (schlüpfrigen) Witz.

Alle Aktiven beim großen Finale auf der Bühne machten eindrucksvoll deutlich, auf welch breites Repertoire die „Hussmouge“ zurückgreifen können. Da waren Einhörner, irische Kobolde, Bäume und Waldnymphen, Elben, Orks und Hobbits darunter, ebenso wie Hexen, eine Zahnfee oder Zwerge. Ihnen schallte wie auch den einzelnen Punkten des Abends ein dreifach donnerndes Helau entgegen. Sattlers „Dankeschön“ wurde stimmgewaltig mit einem weithin hallenden „Bitteschön“ entgegnet.

Peter Jäger und David Heiligenthal als Siegfried und Roy trugen die Nibelungensaga in die weite Welt: Als Drachentöter und Drachen-Roy kamen sie irgendwann auf den Dreh, zusammen nach Las Vegas zu gehen und dort eine große Show zu machen. Natürlich stellt sich die Frage, ob man sie ins Land der inzwischen begrenzten Möglichkeiten überhaupt einreisen lässt.

Was die Gruppe „Galaxy“ als „Irische Kobolde“ bot, war eine Klasse für sich. Vor aufwändiger Deko mit Fliegenpilz und verwunschen Pflanzen gab’s Stepptanz vom Feinsten. Der entsprechende Thementisch durfte gleich mit auf die Bühne und ebenfalls die Beine schwingen. Eine Darbietung, die einen Riesenapplaus einheimste. Da passte eines zum anderen, die Atmosphäre stimmte und die Zuschauer waren gebannt von der Vorführung.

Beim Einhörner-Sketch kalauerten sich Lea Walter, Elena Jäger, Celine Lather und Alina Wojcik durch alle gängigen Vorurteile. Vom Unsinn einer Diät wurde da geredet, vom FKW (Fleischkäsweck) für Notfälle geschwärmt, die diversen Defizite des anderen Geschlechts offengelegt und Zwischenmenschliches durch den Kakao gezogen. Der Trend geht Back to the roots, war zu erfahren: Man lässt sich heute den Waschbrettbauch wegoperieren, um natürlicher zu wirken.

Dass die Faschingssitzung nicht ohne ein paar Seitenhiebe auf die Bürgermeisterwahl auskommen würde, war klar. Die „Devils“ packten die Eigenheiten der Kandidaten aus und zogen kräftig vom Leder. Windräder oder Draisinenbahn wurden logischerweise auch gestreift. Getreu dem Motto: „Wie nennt man es, wenn jemand an das Gute im Menschen glaubt?“ Antwort: Dummheit.

Ein Fest für Augen und Ohren war die Gruppe „Just for Fun“ mit dem Tanz „Bäume und Waldnymphen“. Toll durchchoreografiert, mit fetzigen Songs, kam der geheimnisvolle Waldgeister-Tanz prächtig an. Ulla Wilhelm und Renate Walter als „Elwetritsche und Dilldapp“ ließen sich episch über die verschiedenen Orte der Region und deren besondere Vogelarten, auf die Einwohner gemünzt, aus. Ein paar Lebensweisheiten gab’s obendrauf: „Ein guter Mann muss wie ein gutes Mineralwasser sein: still.“ Oder wie man bei den Weight Watchers als passives Mitglied einen schweren Stand hat.

Die Gruppe „1,2 Step“ heimste mit ihrem Tanz zu „Herr der Ringe“ riesigen Applaus ein. Zu Recht, denn die Lichteffekte, das Spiel zwischen Hell und Dunkel, der ewige Kampf zwischen Gut und Böse waren prächtig in Szene gesetzt. Die „Therapiesitzung“ der Theatergruppe darf man wohl man wohl ohne Untertreibung als ein Highlight der Sitzung bezeichnen. Denn hinter dem trockenen Namen verbarg sich ein musikalisches Feuerwerk vom Feinsten, garniert mit Hingucker-Kostümen.

Mume Rumpumpel, die Schmerzkönigin, Harry Potter, Catness, Malefiz, Alice oder Waltraud und Elfriede versuchten unter der Leitung des verrückten Hutmachers, ihre diversen psychischen Leiden zu kurieren. Das ging erst einmal gewaltig in die Hose, bis dann die Musik-Therapie entdeckt wurde. „Wir sind alle absolut gaga“ war „Radio Gaga“ von Queen entlehnt, „Ich bin wie ich bin“ der bösen Königin dem „I am what I am“ von Gloria Gaynor, Alice hatte es mit dem gleichnamigen Stück von Smokei bzw. Howard Carpendale denkbar einfach. „Musik ist Trumpf“ von Peter Frankenfeld machte deutlich, wie alle geheilt wurden. Shakiras „Loca“ bildete den umjubelten Abschluss.

Die Gruppe „V.I.P“ mit ihrem Hexentanz, „MAD“ als Zwerge und Eileen Kumpf als Zahnfee sorgten dann noch einmal kurz vor Schluss und schon am neuen Tag für einen heftigen Ausschlag des Stimmungsbarometers, ehe alle Aktiven auf die Bühne kamen und sich feiern ließen. Zu Beginn hatte Sattler das Publikum begrüßt, die einzelnen Tische aufgerufen und dann mit einem Klatschspiel deren Aufmerksamkeit überprüft. Mehr Bilder hier: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.1408903609153784.1073741992.100001024761983&type=1&l=3d670d6aa5

Aktivenliste Aschbacher Hussmouge

Begrüßung und Sitzungspräsident: Thomas Sattler

Gibos – Einhörner: Mailin Kohl, Sofia Reuber, Jaline Cee, Nuria Carrasco-Torrez, Hannah Klos, Hanna Wiegand, Lisa Höfler, Mia Martiné, Michelle Pleiner, Sophia Tilger, Clara Schulz, Meline Fingerle, Pascal Spaniol, Jule Helfrich, Anna Weickel, Marie Weickel, Christopher Spaniol, Marleen Raabe, Celine Lather, Lea Schork, Julie Versteegen, Emilia Schäfer, Elena Jäger, Jasmin Spaniol, Lucy Reuber, Jana Gries, Alina Wojcik, Lilly Keller, Joleen Versteegen. Regie: Miriam Strauch und Johanna Weihrauch

Siegfried und Roy: Peter Jäger und David Heiligenthal

Galaxy – Irische Kobolde: Alicia Mainhoff, Vivien Weihrauch, Nadja Jäger, Anna Lehner, Nadine Scholz, Nadine Hanstein, Katrin Knobloch, Laura Schork, Patricia Knapp, Tina Kessler, Julia Hörr, Carolin Jäger, Tina Kohl, Elisa Breitwieser, Anna Knoloch, Luisa Heiligenthal, Eva Schork

Sketch – Einhörner: Lea Walter, Elena Jäger, Celine Lather, Alina Wojcik

Devils – Bürgermeisterwahl: Sina Sauer, Tina Knapp, Eva Wetter, Patrick Scholz, Eva Schörling, Peter Jäger, Franziska Michel. Regie: Bettina Michel und Anke Jäger

Just for Fun – Bäume und Waldnymphen: Renate Bihn, Silja Bräse, Anja Hoffmann, Julia Buchloh, Stephanie Schmitt, Simone Golz, Eileen Kumpf, Marita Wiemer, Katja Becker, Bettina Michel, Alexandra Schmitt, Yvonne Sattler, Tanja Gölz, Natalie Jäger

Elwetritsche und Dilldapp: Ulla Wilhelm und Renate Walter

1,2 Step – Herr der Ringe: Nina Reinhard, Julia Pleiner, Marco Riebel, Jenny Heiligenthal, Miriam Strauch, Julia Wojcik, David Heiligenthal, Raisa Schäfer, Lukas Jäger, Claudia Keller, Steffi Schmitt, Katharina Ehret, Carola Sauerwein, Alica Berger, Jenny Gansmann, Anna Riesinger

Theatergruppe Aschbach – Therapiesitzung: Patricia Knapp, Kirsten Bihn, Eva Wetter, Anja Jäger, Stephanie Rohr, Peter Jäger, Sascha Fischer, Eileen Kumpf, Anna Lehner, Lena Knapp, Stephanie Schmitt

V.I.P. – Hexen: Jana Reinhard, Annika Kloß, Franca Giacomini, Manoli Carrasco-Torres, Johanna Weihrauch, Vanessa Reinig, Julia Müller, Lena Mottl, Lena Knapp

Zahnfee: Eileen Kumpf

MAD – Zwerge: Carsten Weihrauch, Michael Weihrauch, Daniel Patzak, Max Lehner, Marius Gölz, Sandro Riebel, Frank Hartmann, Marius Strauch, Daniel Werner. Regie: Manoli Carrasco Torres

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