Mahnende Worte bei der Jahreshauptversammlung: „Niemand aus Affolterbach ist offensichtlich am OWK ernsthaft interessiert“

Die Mitgliederzahlen gehen nach oben, doch der Prophet gilt wohl nicht so viel im eigenen Land: Vorsitzender Hansjörg Heimburger beklagte bei der Jahreshauptversammlung des OWK Affolterbach die mangelnde Resonanz aus dem Wald-Michelbacher Ortsteil auf die Angebote des Odenwaldklubs. Gleichzeitig kündigte er an, dass mit der Wiederwahl seine letzte, dreijährige Amtszeit beginne. „Es war wieder ein rundum erfolgreiches, abwechslungsreiches Jahr mit vielen Höhepunkten“, bilanzierte er jedoch.

Schriftführerin Marion Höhn listete in ihrem Bericht auf, dass sich der Mitgliederstand zum Jahresende 2016 auf 159 Personen erhöhte (plus vier). Erfreut vermeldete sie, dass es bereits drei Neueintritte im noch jungen Jahr 2017 gab. Auch sie äußerte die Hoffnung, dass sich in Zukunft „wieder mehr Bürger aus Affolterbach und den umliegenden Orten unserer Wandergruppe anschließen“.

Hüttenwart Markus Höhn sagte, er habe sein zweites Jahr in dieser Funktion „als positiv empfunden“. Im Großen und Ganzen sei er mit dem Erreichten zufrieden. Für die Pflege der Schutzhütte und der Anlage außenherum – zusammen mit dem Naturschutzwart – dankte Höhn den Helfern bei den Arbeitseinsätzen. Die idyllisch gelegene Rainer-Türk-Hütte biete einen idealen Rahmen für das traditionelle Hüttenfest, das im vergangenen Jahr bei idealem Wetter sehr gut besucht wurde.

Die Beteiligung am Affolterbacher Weihnachtsmarkt ist laut Höhn eine wichtige Aktion, um bei der Bevölkerung Präsenz zu zeigen und für die Teilnahme an den vielfältigen Aktivitäten des Vereins zu werben. Höhn bedankte sich bei allen Helfern für den unermüdlichen Einsatz. Schatzmeisterin Renate Sattler zufolge haben sich die Finanzen dank des sehr gut besuchten Hüttenfestes positiv entwickelt. Größter Ausgabenblock sind die Verbandsbeiträge an den Odenwaldklub.

Für Presse und Homepage ist der Vorsitzende Hansjörg Heimburger zuständig. Auf der Webseite würden die Wanderungen zum Nacherleben für die Daheimgebliebenen nachbearbeitet, führte er aus. Er nannte 2650 Besucher im Jahr, die Online-Auswertung des Providers weise sogar viel höhere Zahlen aus. In seinem Bericht als Vorsitzender erwähnte Heimburger an erster Stelle die Jahreshauptversammlung des Gesamt-OWK, die man im vergangenen Jahr zusammen mit dem OWK Wald-Michelbach organisierte. „Die beobachtete Resonanz im Laufe des Jahres ist positiv“, sagte er. Denn man habe schon einige Wanderführer die Gegend erkunden sehen und bereits Wandergruppen geortet.

Er wies besonders auf den guten Informationsaustausch mit den Gruppen des Trommbezirks und auch die gegenseitige Unterstützung hin – wie beispielsweise bei der Geo-Cashing-Tour. Die Kontakte mit der Ortsgruppe Neckarbischofsheim seien sehr herzlich. Man veranstalte eine gemeinsame Wanderung im Kraichgau, außerdem komme von dort eine große Gruppe zum Hüttenfest.

„In den kommenden drei Jahren müssen die Weichen neu gestellt werden“, schloss Heimburger seinen Bericht mit mahnenden Worten. Im Vordergrund der Aktivitäten stünden gesundheitliche Aspekte des Wanderns, aber auch Neues zu sehen, neue Bekanntschaften zu schließen, sagte er. Jedoch: „Niemand aus Affolterbach ist offensichtlich am OWK ernsthaft interessiert.“ Die Ortsgruppe könne nur dann überleben, wenn sich kurzfristig etwas ändere. Nur dann, wenn lokal in Affolterbach Akzeptanz und Bereitschaft da sei, an den Aktivitäten teilzunehmen und auch die Führung des Vereins zu übernehmen.

Die Kassenprüfer Bodo Rettig und Karl Heldmann bescheinigten der Kassenwartin eine einwandfreie und korrekte Führung der Finanzen und beantragten die Entlastung des Vorstandes, die einstimmig angenommen wurde. Grußworte kamen von Hermann Filip, dem Vorsitzenden des OWK-Trommbezirks. Markus Höhn formulierte das Ziel, in der laufenden dreijährigen Amtsperiode des Vorstands das Fortbestehen des OWK Affolterbach zu ermöglichen und einen reibungslosen Übergang der bereits seit längerer Zeit vakanten Positionen sowie der Funktion des Vorsitzenden zu sichern.

Die Naturschutzaktivitäten wurden von Peter Assig aufgelistet. Dazu zählten unter anderem Reinigung und Neuanbringung von Nistkästen, verschiedene Pflanzungen, das Anbringen eines Schutzzauns, die Veredelung von Ebereschen, Mäh- und Schnittarbeiten rund um die Rainer-Türk-Hütte und der Anstrich der dortigen Bankgarnituren. 2017 gibt es ein ähnlich volles Programm mit ähnlichen Aktionen.

In seiner Wanderstatistik listete Hansjörg Heimburger auf, dass es 2016 38 (Vorjahr 41) Aktivitäten mit 950 (1169) Teilnehmern gab. Die durchschnittliche Beteiligung lag bei 26 (29) Wanderern, davon waren 71 Prozent (69) Mitglieder des OWK Affolterbach, 11 (11) von anderen OWK-Ortsgruppen und 18 (20) Gastwanderer. Insgesamt hätten 88 Mitglieder an mindestens einer Aktivität teilgenommen (55 Prozent), von anderen OWK-Ortsgruppen 48 Mitglieder und 110 Gäste, insgesamt 256 Personen.

Vorstandswahlen OWK Affolterbach: Vorsitzender, kommissarischer Wanderwart sowie Homepage, Presse, Information Hansjörg Heimburger, zweiter Vorsitzender und Hüttenwart Markus Höhn, Schriftführerin Marion Höhn, Schatzmeisterin Renate Sattler, Naturschutzwart Peter Assig, Beisitzer Thorsten Florig, Silvia Hebling, Marianne Hillenbrand, Rita Klemens, Lothar Schollenberger, zweiter Rechnungsprüfer Reinhold Sattler.

Ehrungen: 25 Jahre Mitgliedschaft Karl-Peter Sattler, zehn Jahre Fritz Gericke, Renate Sattler, Pauline Emig (mit elf Jahren jüngstes Mitglied des Vereins), Doris und Alfred Waldau, Ehrenmitglieder für 55 Jahre (noch lebende Gründungsmitglieder) Georg und Christel Gast, Ludwig Hörr, Margret Ludebühl, Anneliese Müller, Peter Quick, Hans Wecht.

Wanderer-Ehrung: 45 Mitglieder erreichten mindestens zehn Punkte für eine Ehrung. Spitzenwanderin war Rita Klemens mit 57 (zweite Ehrung). Weitere Rangfolge: Peter Assig (53/14), Annelene Bastian (52/8), Marianne Hillenbrand (43/14), Helmut Kabel (40/9), Lothar Schollenberger (39/13), Olga Kabel (38/9), Martina Völker (36/6), Carlo Völker (35/6) und Lisel Heimburger (32/18). „Außer Konkurrenz“ wie in den Vorjahren war der Vorsitzende Hansjörg Heimburger.

Wander-Fitness-Pass: Auffällig in 2016 war der deutliche Rückgang der Teilnahme bei den Stammwanderern, was größtenteils krankheitsbedingte Gründe hatte. Nur noch 13 (Vorjahr 20) Mitglieder erreichten die Mindest-Kilometer von 200. Die Radtouren werden mit einem Fünftel der Kilometer entsprechend berücksichtigt. Spitzenwerte erreichten hier Gerd Bylitza mit 400 und Gesine Ebenfeld mit 359 Kilometern. Hier sind deren „Gastwanderungen“ bei anderen OWK-Ortsgruppen berücksichtigt. „Ohne“ sind Rita Klemens mit 290 und Hansjörg Heimburger 276 Kilometern dabei.

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