Budenzauber mit großem Angebot: Zum siebten Mal fand auf dem Hammelbacher Rathausplatz der Wintermarkt statt

Endlich gescheites Winterwetter. Im vergangenen Jahr hatte Regen dem Start des Wintermarktes beim Rathaus einen Strich durch die Rechnung gemacht, dieses Mal, bei der siebten Durchführung, war es trocken mit sonnigen Abschnitten, abends knackig kalt und am Sonntag bedeckt. Vereine und Aussteller, krankheitsbedingt ein paar weniger, hatten wieder ein großes, liebevolles Angebot an Waren sowie zahlreiche Spezialitäten fürs leibliche Wohl vorbereitet.

Rund um das Rathaus warteten die Aussteller aus der Gemeinde und von auswärts mit regionalen und internationalen Köstlichkeiten auf. Gaumenfreuden gab’s mit Gegrilltem, Flammkuchen, thailändischen Spezialitäten und deftigen Wurstwaren sowie Waffeln, Crêpes, Kuchen und Süßwaren. Glühwein, Jagertee, Liköre, Schnäpse, heißer Apfelwein und Kakao kamen gerade recht, um sich bei der abends einsetzenden Kälte und bedecktem Himmel am Sonntag wieder aufzuwärmen.

Um Bücher drehte es sich im Eingangsbereich des Rathauses. Annette Bach führte den Verkauf von gespendeten Exemplaren fort, den Gisela Dörr und Elke Klug im Jahre 2011 angestoßen hatte. Die beiden halfen aber zusammen mit Christa Mücke beim Aufbau mit. Der Erlös geht an das Kinderhospiz Sterntaler in Mannheim. „Seit 2011 haben wir bereits 5110 Euro gespendet“, zeigte sich Bach erfreut über den bisherigen Erlös. Aus der Bevölkerung kommt nach wie vor Nachschub. „Vorhin war ein Zotzenbacher da und hat einen ganze Karton mit aktuellen Büchern aus 2013 bis 2015 vorbeigebracht“, freute sie sich. Immer gut kommen die Rita-Falk-Krimis mit viel Lokalkolorit an.

Wärmendes für kalte Tage empfahlen aus ihrem Sortiment Johannes Gehrig und Monika Gehrig-Himmel. „Giselhers Vermächtnis“, ein Zwetschgenlikör der Odenwälder Feinen Brände, schmeckt heiß gemacht mit einem Sahnehäubchen einfach herrlich, meinte sie. Gerne getrunken wird auch „Unser Willi“, der bekannte Birnenschnaps.

Eine Besonderheit ist der „Raubacher Jockel“. Denn in dem Brand findet sich der Alkohol „aus dem alkoholfreien Bier“, lachte Gehrig. Ein weiteres leckeres Stöffchen ist der Brand aus im Eichenfass gelagerten Apfelwein. Der „Odenwälder Bärenfang“ schließlich als warmer Likör ist „heiß und feurig“, weiß er. Und gehaltvoll. Die 44 Prozent Alkohol sind durch die Süße des Honigs kaum zu spüren.

Ramona Tschorn aus Hammelbach und Beate Großhaindl hatten allerlei selbst Hergestelltes in ihrer Hütte zum Verkauf ausgestellt. Teddybären, Tiere, Holzsachen, aber auch Gartenstelzen waren dort zu finden. Für einen der beliebten Teddys „brauche ich abends einen guten Monat“, sagte Tschorn. Denn besonders die Augen müssen gut eingefädelt sein. Und deshalb arbeitet sie eigentlich das ganze Jahr über an den Tieren. Neu hatten die beiden Gartenstelzen dabei, „eine Spontanidee“, die dann auch gleich umgesetzt wurde.

Waffeln, Kaffee und Kuchen hatten die Konfirmanden der evangelischen Kirchengemeinde im Gepäck. Der Erlös ging an die Tafel Weschnitztal und Überwald. Diese Einrichtung hatten die Jugendlichen im Vorfeld mit Pfarrer Stefan Ningel besucht, als im Konfi-Unterricht das Thema Diakonie behandelt wurde. Für einen guten Zweck war auch das Korken-Schätzspiel, bei dem die Anzahl der in einer überdimensionalen Flasche befindlichen Holz-Verschlüsse erraten werden musste.

Wollig warm wurde es den Besuchern am Stand von Jutta Weber und Sonja Krause. Die beiden Kocherbacherinnen stricken das ganze Jahr über, was das Zeug hält. Das kalte Wetter war genau passend für selbstgestrickte Mützen, Schals oder Handschuhe. Für die Küche gab’s dann auch noch Topflappen zu erstehen. In der „Küche“ ihres Stands war Martina Oberle von der gleichnamigen Blumenstube anzutreffen. Champignons mit Knoblauchsoße, Feuerzangenbowle oder auch heißer Marillenlikör sorgten für ein Fest im Magen.

Flammkuchen mit dem passenden Schnaps zum Runterspülen, aber auch Bembel gab’s bei der JSG Ulfenbachtal, die Kerwejugend schenkte Radler, Almdudler, Grog oder Klopfer aus. Im Festzelt des MSV wurde scharf geschossen. Nämlich mit Getränkezusatz. Kinderpunsch, Glühwein oder heiße Schokolade ließen sich mit einem „Schuss“ trefflich aufrüsten. Diverse Holzfeuer auf der Straße und dem Platz boten kurzfristige Aufwärmmöglichkeiten.

Die vielfältigen Angebote sorgten für ein abwechslungsreiches Ortsfest. Dazu trugen auch in diesem Jahr Vereine, Bürger, Schulen, Kirchen und Gewerbetreibende bei, die zusammen mit der Gemeindeverwaltung wieder ein umfangreicheres Programm aufgestellt hatten. Die Scharbach Chöre traten am Sonntagnachmittag auf und sorgte mit seinen musikalischen Beiträge für schöne Stimmung. Bei Einbruch der Dunkelheit bildete ein Winterfeuer am Dorfplatz beim „Poschd-Addel“ den Abschluss des Wintermarktes.

Advertisements