Am 18. März will die Freiwillige Feuerwehr das neue Domizil in Wald-Michelbach beziehen

Als „stabil, aber an der Untergrenze“ bezeichnete Wehrführer und Gemeindebrandinspektor Peter Capuani auf der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Wald-Michelbach-Mitte die Personalsituation. In seinem Überblick ließ er auch Fahrzeug- und Gerätesituation Revue passieren und sprach den Neubau an, dessen Bezug für den 18. März geplant. Ist. Eine stetige Weiterentwicklung ist seinen Worten nach dringend geboten. Dazu gehöre auch die Suche nach Verbesserungspotenzialen, ohne die aktuelle Situation schlecht reden zu wollen.

Eine Feuerwehr mit vier Löschgruppen und 100 Prozent Personalreserve sollte idealerweise 72 Aktive haben, sagte Capuani. „Dazu fehlen uns noch 15.“ Deshalb nannte er als eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben die Mitgliedergewinnung, „sei es durch Quereinsteiger oder durch eine hervorragende Jugendarbeit“. Als Verein zähle die Freiwillige Feuerwehr 119 Mitglieder.

Mit 64 waren in 2016 acht Einsätze mehr als im Vorjahr zu bewältigen, listete der Wehrführer auf. Zu den zehn Brandeinsätzen zählten auch überörtliche in Grasellenbach, Rimbach oder bei der BASF in Ludwigshafen. 39 Hilfeleistungen mit 530 Stunden, 15 Fehlalarme und 19 Brandsicherheitsdienste ergaben so zusammen mehr als 1100 freiwillige Stunden der Brandschützer. Trotz der hohen Zahl aber 400 weniger als 2015, sogar 600 weniger als 2014 – und das bei gestiegenen Einsatzzahlen.

Für die Ausbildung am Standort investierten die Wehrleute 2000 Stunden für 63 Übungen und Schulungen. „Die Ausbildungsqualität hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen“, sagte Capunai. Damit sei auch die Mannschaft mit ihren Fähigkeiten breiter aufgestellt. Den Ausbildungstag Rettungsdienst für die Großgemeinde wolle man trotz des großen Aufwands beibehalten, sagte er. Denn die gemeinsame Ausbildung „bringt uns auf Gemeindeebene auch näher zusammen“.

Capuani nannte im Folgenden die Feuerwehrleute, die an 20 und mehr Übungen teilnahmen. Darüber hinaus wurden 26 Lehrgänge und Seminare besucht. Die technischen Einrichtungen sind laut dem Wehrführer „im Großen und Ganzen in Ordnung“. Sorgen bereitet ihm an manchen Stellen der Rückstand der Ersatzbeschaffungen. So schiebe man den Ersatz der CSA-Anzüge seit Jahren vor sich hin.

Dringend notwendig ist laut dem GBI der Ersatz des Gerätewagens Gefahrgut. Auch bestehe Bedarf an einem geländegängigen Tanklöschfahrzeug. Dies vor dem Hintergrund  einer Waldfläche in Wald-Michelbach von 66 Prozent. Jedoch sei man bei Waldbränden auf eigener Gemarkung „von der ersten Minute an auf fremde Hilfe angewiesen“, monierte er. Nach diesem Schritt seien fortan nur noch Ersatzbeschaffungen nötig, meinte der Wehrführer.

Wenn am 18. März der Einzug ins neue Domizil ansteht, wird dies laut Capuani noch nicht ganz fertig sein. „Aber wir sind auf einem guten Weg.“ Über 2500 Arbeitsstunden hätten die ehrenamtlichen Helfer bis dahin geleistet. „Ganz wenige“ waren es seinen Worten zufolge, „die allein mehreren hundert Stunden auf der Baustelle verbrachten“. Allen voran sein Stellvertreter Ralf Weiß. Zusammen mit den 1500 Stunden aus 2015 und den noch nicht gezählten aus 2014 komme man so nahe an 5000 heran.

Als Highlight der Vereinsaktivitäten nannte Capuani das Jubiläumswochenende im Mai mit „großartigen Veranstaltungen“. Ihn habe sehr beeindruckt, wie viele Wald-Michelbacher mitgeholfen hätten, „die sonst nichts mit der Feuerwehr am Hut haben“. Den vielen Unterstützern dankte er herzlich. Als Ausblick erwähnte der Wehrführer das gemeinsame Konzert von Feuerwehrkapelle und ÜWG-Big Band am 6. Mai sowie den Ausflug von 20. bis 22. Oktober.

Seine Dankesworte an alle verband Capuani mit einem positiven Gesamturteil, auch wenn natürlich nach wie vor bestehende Mängel beim Namen genannt werden müssten. Rechner Tobias Johann machte den Kassenprüfern Karl Stein und Dirk Hennrich „das Leben leicht“, wie Stein sagte. Auf seinen Antrag hin erteilte die Versammlung dem Vorstand einstimmige Entlastung. Als Nachfolger von Stein wurde als zweiter Kassenprüfer Rudi Wilhelm gewählt, Stellvertreter ist Erwin Hartmann.

In seinen Grußworten würdigte Bürgermeister Joachim Kunkel die stete Einsatzbereitschaft der Feuerwehrleute und den ehrenamtlichen Einsatz für die Bürger der Großgemeinde und darüber hinaus. Er zeigte sich stolz darüber, dass der Ort auf eine solche große Zahl von engagierten Brandschützern zählen könne.

 

15 Kinder und Jugendliche, 13 Jungen und zwei Mädchen, zählt derzeit die Jugendfeuerwehr, berichtete Linda Wilhelm. Drei Austritten standen glücklicherweise sechs Neuzugänge gegenüber. Letztere ergaben sich im Zuge des Jubiläums und des Tags der offenen Tür. Der Altersdurchschnitt liegt ihren Worten zufolge bei zwölf Jahren. Viele der vor fünf Jahren bei Übernahme des Amts gesetzten Ziele habe sie erreicht, sagte die Jugendwartin. Es sei jetzt gelungen, ein stabiles Team an Ausbildern aufzubauen.

420 Stunden feuerwehrtechnische Ausbildung und allgemeine Jugendarbeit seien 2016 geleistet worden, erläuterte Linda Wilhelm. Sie blickte auf das ereignisreiche Jahr zurück, geprägt von Jugendsammelwoche, Jubiläumswochenende, Zeltlager, Inspektionsübung oder Teilnahme am Weihnachtsmarkt. Wilhelm erwähnte den dritten Platz beim Heimatfest-Umzug und die Spende aus dem Erlös des „Straßburger Straßenfestes“. Erstmalig finde am 14. Januar eine Christbaum-Sammelaktion statt, sagte sie.

55 Termine absolvierte die Feuerwehrkapelle im vergangenen Jahr, berichtete Markus Riebel. Darunter waren 39 Proben und 13 öffentliche Auftritte. Höhepunkt war seinen Worten zufolge das Jubiläumswochenende der Jugendfeuerwehr im Mai. „So viele Mitglieder hatte die Kapelle in den 66 Jahren ihres Bestehens noch nie“, freute sich Riebel über aktuell 36 Musiker. Im Laufe des Jahrs 2016 kamen fünf neue hinzu – in dieser Zahl ebenfalls noch nicht dagewesen.

Wie Jens Löffler ausführte, hatte die Abteilung Mitte Ende 2016 eine Mannschaft von 22 Atemschutzgeräteträgern. Es gebe 35 einsatzbereite Geräte, 155 Atemschutzmasken, 116 -Flaschen und 14 weitere Druckluftflaschen. 260 Stunden waren laut Löffler für Weiterbildung, Pflege und Wartung der Ausrüstung sowie Überwachung der Prüf- und Austauschfristen notwendig. Die Atemschutzwerkstatt im Neubau sei fast fertig, sagte er. Ende Februar wolle man sie in Betrieb nehmen. Dann habe man eine „hochmoderne Werkstatt“.

Achim Gärtner erläuterte, dass der Gefahrgutzug aktuell aus 28 Mitgliedern bestehe. Der Hauptteil mit 22 komme aus Wald-Michelbach, der Rest aus Siedelsbrunn, Kreidach, Gadern, Affolterbach und Grasellenbach/Scharbach. Man habe 2016 neun Übungen vorgenommen. Im Oktober führte die Feuerwehr Wald-Michelbach eine Übung aller Gefahrguteinheiten des Kreises durch, die sehr gelobt worden sei. 700 Stunden für Übungen und Ausbildungen leitesten die Kameraden des GABC-Zuges, sagte Gärtner. Die Messeinheit OST des Kreises Bergstraße, die derzeit aus zehn Einsatzkräften bestehe, traf sich seinen Worten zufolge zu sechs Übungen und führte vier Messfahrten durch.

Für die Ehren- und Altersabteilung berichtete Hans Jäger, dass die Mitglieder sich zwölf Mal mittwochs trafen. Dazu kamen elf samstägliche Ausflüge. Er erwähnte die Ehrungen von Walter Weckbach, Uwe Bauder und Julius Riebel als Mitbegründer der Jugendfeuerwehr bei deren 50. Jubiläum. Derzeit zählt die Abteilung 17 Mitglieder, dazu kommen sieben Frauen der verstorbenen Kameraden.

Beförderungen und Ehrungen

Feuerwehrmann-Anwärter Stephan May, Heiko Morr, Marcel Berbner, Feuerwehrmann Sebastian Karl, Oberfeuerwehrmann Christian Roth, Löschmeister Thilo Schork, Hauptlöschmeister Sven Wilhelm; Anerkennungsprämie für Hans-Günther Frömel (40 Jahre); Ehrenzeichen des BZFWV in Gold für Dieter Jäger (60 Jahre); Übertritt in die Alters- und Ehrenabteilung mit 65 Jahren von Rudi Wilhelm.

 

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