Mit dem Netto-Markt wird es 2017 wohl nichts: Grasellenbachs Bürgermeister Markus Röth blickte beim SPD-Neujahrsempfang vor und zurück

Gewohnt prägnant, mit kleinen Seitenhieben auf die übergeordneten Behörden, präsentierte Grasellenbachs Rathauschef Markus Röth seinen Jahresrückblick beim SPD-Neujahrsempfang im Vorraum der Nibelungenhalle. Dabei kam zum Ausdruck, dass derzeit in der Gemeinde viel geht, aber noch mehr gehen könnte – wenn nicht nach Röths Interpretation immer wieder einer dazwischenfunkt. Vorrangig ist dies für ihn das Landratsamt mit überflüssigen Vorschriften und Auflagen.

Erfreut zeigte sich der Bürgermeister, dass die Flüchtlingsunterbringung im Marienhof über ein Dreivierteljahr hinweg bis zum Mai 2016 „unproblematisch ablief“. Dass sich aufgrund der vorhandenen leerstehenden Immobilien die Asylbewerber in einem Ortsteil konzentrierten, war laut Röth unglücklich. Nun gehe es darum, „dass die Integration funktioniert“. Man sei in der Gemeinde jetzt nochmal gefordert, Nachzügler und Familienangehörige unterzubringen.

Der Rathauschef machte deutlich, dass sich ein Jahr nicht losgelöst von den vorhergehenden und kommenden betrachten lasse. So habe vieles, was in 2017 anstehe, bereits 2016 oder sogar früher begonnen, was man in diesem Jahr angehe, werde sich erst in der kommenden Zeit auswirken. Wie etwa die Genehmigung der Windkraftanlagen. Hier meinte Röth, dass „Windräder im Odenwald nicht schön sind“, aber wer die Energiewende wolle, müsse auch Alternativen zur Atomkraft akzeptieren. „Das St.-Florians-Prinzip geht nicht“, sagte er. Die Pachteinnahmen wiederum kämen auch der Allgemeinheit zugute.

Einmal nicht im Haushaltsplan drin, prompt komme der Bewilligungsbescheid für die Sanierung der Alten Siegfriedstraße, flachste Röth. Um die Arbeiten in diesem Jahr auszuführen, müsse man nun den Etat anpassen – nachdem die bereitgestellten Mittel lange Jahre geschoben wurden, ohne dass der Zuschuss eintrudelte. In Gemeindevertretung und Bürgerversammlung gebe es noch weitere Informationen.

„Intensiv abstimmen“ werde man mit den Bürgern auch noch den Spielort auf der Tromm und den Radweg zwischen Wahlen und Litzelbach. Für diese Projekte erhalte man zusammen mit Maßnahmen in Wald-Michelbach und Abtsteinach aus einem Förderprogramm insgesamt 2,5 Millionen Euro. „Von 130 Gemeinden wurden 16 ausgewählt“, so der Bürgermeister. Von 2017 bis 2020 „wird uns das intensiv beschäftigen“, sagte er. Außerdem müsse man der Bevölkerung rüberbringen, warum dafür Geld fließe, „aber in der eigenen Kasse nichts ist“. Wichtig sei es, den Tourismus im ländlichen Raum zu fördern. „Das stabilisiert das dörfliche Leben“, betonte er.

Das „Hirtenhäuschen“ sei fast fertig, erläuterte der Bürgermeister. Zwar sei es kein Projekt mit Rieseneinnahmen, aber „es gehört irgendwie zum Ort dazu“. Aktuell gehe es noch um die Bodenverlegung. Nicht besonders gut ist Röth beim Thema Netto-Markt und Gewerbegebiet in Wahlen auf das Landratsamt zu sprechen. „Das macht uns alles sehr kompliziert“, sagte er. „Die abstrusesten Stellungnahmen kommen vom eigenen Kreis.“

Was insgesamt auch zu einer Verzögerung führe, betonte Röth. „Der Netto-Markt wird 2017 nicht fertig“, meinte er. „Wir stehen uns zu oft selbst im Weg“, sagte er mit Blick auf das Zusammenspiel der verschiedenen Behördenebenen. Mit einem kleinen Rückblick auf seine Anfangszeit als Bürgermeister vor 20 Jahren beschloss Röth seinen launigen Rückblick.

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