Waldweihnacht der evangelischen Kirchengemeinde Hammelbach an der Schutzhütte „Kniebrech“

„Advent – Gott kommt“ war die Botschaft von Pfarrer Stefan Ningel bei seiner Andacht im Rahmen der Waldweihnacht an der Schutzhütte „Kniebrech“ im Wald zwischen Wahlen, Hammelbach und Gras-Ellenbach. Eine erfreuliche Anzahl an Gläubigen hatte sich trotz des ungemütlichen Wetters dorthin aufgemacht. Das Thema „soll daran erinnern, dass wir Wartende sind“, so der evangelische Geistliche. Musikalische Mitwirkende waren die Familie Drexler und der Singkreis Gras-Ellenbach, eine Weihnachtsgeschichte auf Ourewällerisch steuerte Johannes Gehrig bei.

Mit den Worten aus Phil. 4, 4-7 begann Ningel seine Andacht: „Freut euch, was auch immer geschieht, freut euch darüber, dass ihr mit dem Herrn verbunden seid! Und noch einmal sage ich: Freut euch!“ Freuen solle man sich also dieser Tage. Doch worüber, fragte er rhetorisch. Die bevorstehende Geburt eines Kindes sei natürlich ein freudiges Ereignis. „Denn Kinder sind unsere Zukunft – und jedes Kind ist ein Teil davon.“

Auch in Bethlehem sei es bald so weit. „Gott kommt in Jesus zur Welt.“ Die Liebe zwischen Eltern und Kind sei wohl das stärkste Band, das Menschen unzertrennlich macht, meinte der Pfarrer. Gott und Mensch seien auf ähnliche Art und Weise miteinander verbunden – unsichtbar, und doch beständig. „Keine Frage: das wäre wahrlich ein Grund, sich zu freuen.“

Wenn, ja wenn, da nicht immer wieder diese Fragen und Zweifel wären: „Wir sind mit Gott verbunden? Können wir das spüren? Kann man das fühlen? Woran merken wir, dass – wie Jesus es einmal formuliert hat – er in uns und wir in ihm sind?“, fragte der Geistliche. Glaube sei ein Geschenk, „das wir immer wieder dankbar erfahren dürfen“. Umso mehr solle man ihn der Welt nicht vorenthalten, „denn das hieße, einen Schatz zu vergraben, anstatt ihn mit anderen zu teilen“.

Die Adventszeit sei da vielleicht der Schlüssel zu einem auch in der Kirche längst verschütteten Relikt: das Warten auf Gottes Sohn, so Ningel. Die Christen warteten auf etwas, das nicht den begrenzten Möglichkeiten dieser Welt unterworfen sei, „sondern darüber hinaus einen anderen Horizont eröffnet“. Der brüchige Frieden, den man in dieser Welt schließe, könne nur ein trübes Abbild des wahren Friedens, des Schalom sein, „den Gott für uns bereithalten wird“.

Jede Vision von einer gerechteren Welt und besseren Zukunft könne nur die unzureichende Skizze für das sein, was Gott mit seiner Schöpfung vorhabe und dereinst verwirklichen werde, betonte er. „Jeder Krieg, jede Gefangenschaft, jede Ungerechtigkeit, jede Krankheit, jeder Schmerz, jede Träne, jeder Tod ist nur vorübergehend.“

Wenn es etwas gebe, „das unsere Liebe, unseren Glauben, unsere Hoffnung, unsere Gerechtigkeit und unseren Trost von dem der anderen unterscheidet“, dann sei es das Wissen um diese Vorläufigkeit, die den Dingen ihre christliche Qualität gebe. „Vergessen wir das nicht.“ Denn dann werde der Frieden Gottes, der weit über alles Verstehen hinausreiche, „über unsere Gedanken wachen und uns in unserem Innersten bewahren“, hob der Pfarrer hervor.

Der geschmückte Baum an der Kniebrech zeugt nun in den nächsten Tagen davon, dass hier ein vorweihnachtlicher Gottesdienst stattfand, der auf die Festtage einstimmen sollte – und dass angesichts der schlimmen Bilder aus Aleppo und Berlin, von Krieg, Ungerechtigkeit, Schmerz und Tod „alles vorübergehend ist“, so der Geistliche. „Wir sehen in all unserem Schaffen und Erleiden nicht das Endgültige, sondern das Vorläufige.“ Deswegen könne Paulus auch voller Überzeugung schreiben: „Macht euch um nichts Sorgen!“

Der Erlös des Nachmittags war für die Partnergemeinde auf Sansibar bestimmt. Hierfür stand auch eine Spendenbox bereit. Außerdem konnte, wer wollte, ein Tütchen Gewürz (Zimt oder Kardamom) mitnehmen. Alles in allem, so Ningel, „war es wieder ein gelungenes Projekt“. Das lebe vor allem durch die Mitwirkung zahlreicher Menschen – nicht nur direkt beim Gottesdienst, sondern im Vorfeld und Nachhinein. Mitglieder des Kirchenvorstands bereiteten den Punsch vor, sammelten Material ein, fuhren es zur Hütte und bauten danach alles wieder ab.

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