Auszeichnungen in Wald-Michelbach: Ein großes Maß an Zeit fürs Ehrenamt aufgebracht

Es war viel vom Ehrenamt, vom oft jahrzehntelangen Engagement für die Gemeinschaft die Rede, als in der letzten Sitzung der Gemeindevertretung in diesem Jahr langjährige Aktive ausgezeichnet wurden. Gemeindevertreter-Vorsitzender Nothung Köhler, Bürgermeister Joachim Kunkel und Landrat Christian Engelhardt würdigten den Einsatz von neun Wald-Michelbachern für ihren Heimatort durch die Verleihung von Ehrenbezeichnungen und Landesehrenbriefen.

Nach einer Gedenkminute für die Opfer des Terroranschlags in Berlin sprach Köhler den Geehrten seinen Dank aus für deren „uneigennütziges Wirken in der Gemeinde“. Wald-Michelbach wäre ärmer ohne diesen ehrenamtlichen Einsatz. In den vergangenen 25 Jahren sei viel bewegt worden, woran die jetzt Ausgezeichneten mitwirkten. „Sie haben sich Zeit für die Belange der Gemeinde ge- und Verantwortung übernommen“, sagte Köhler.

Die kommunale Selbstverwaltung sei ohne einen solchen Einsatz nicht denkbar, betonte er. Die in der Kommunalpolitik Tätigen seien immer bereit gewesen, in Themen und Debatten ihre Meinung einzubringen, Kompromisse zum Wohle des Ortes zu finden, „mit denen alle zufrieden sein konnten“. Sie trugen laut Köhler ihren Teil dazu bei, das Gemeindeschiff in schwieriger Zeit zu steuern.

Der Gemeindevertreter-Vorsitzende erwähnte wie auch Kunkel stellvertretend den ehemaligen Gemeindebrandinspektor Erwin Hartmann, der „die Feuerwehr in den vergangenen 35 Jahren wesentlich mitgeprägt und den heutigen Erfordernissen angepasst hat“.  Seinen Vorsatz von 1986, ein neues Feuerwehrhaus zu bekommen, habe er noch in seiner Zeit als GBI erreicht. Die Solidarität und der Bürgersinn solcher Menschen seien „in Zeiten großer Umbrüche unverzichtbar“, meinte Köhler.

Man könne in der Gemeinde „mit Stolz auf das ehrenamtliche Leben in vielen Bereichen schauen“, sagte im Anschluss der Bürgermeister. „Das bürgerschaftliche Engagement und das soziale Miteinander funktionieren relativ gut.“ Trotz nicht einfacher Voraussetzungen wurde und werde viel bewegt. Dies dokumentiere die Leistungsbilanz der vergangenen fünf Jahre eindrucksvoll, so Kunkel.

Grundlage dafür „sind eine bürgernahe, konstruktive und sachbezogene Arbeit“, führte er aus. Aber auch die „sogenannten kurzen Wege, die vieles doch erleichtern“. Weitere wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Tätigkeit sei und bleibe die Bereitschaft von vielen, „in einem sachlichen Miteinander die Probleme anzugehen“. Er bedankte sich für die „vertrauensvolle und zum Teil hervorragende Zusammenarbeit“.

Landrat Engelhardt, der in seinen einleitenden Worten ebenfalls die Ereignisse in Berlin streifte, wies auf die vielen Erfolge der Überwald-Gemeinde hin, „weil sich Menschen über einen längeren Zeitraum engagierten“. Gerade im kommunalpolitischen Bereich, so der oberste Kreisbeamte, bekämen ehrenamtlich Tätige ihr Wirken nicht unbedingt immer gedankt.

Die Mandatsträger erhalten laut Engelhardt die Möglichkeit, ihre Meinung zu sagen, müssten aber auch eigene Entscheidungen „hart verteidigen“. Gerade in Wald-Michelbach würden manchmal kommunalpolitisch harte Sträuße ausgetragen. Er würdigte jeweils auch die Partner der Geehrten, die viel Verständnis für deren Arbeit aufbrächten. „Ein so großes Maß an Zeit fürs Ehrenamt“ lasse sich nur leisten, wenn alle an einem Strang zögen.

Mit persönlichen Worten ging der Landrat auf die mit Landesehrenbriefen bedachten ein. An Rolf Beisel gewandt sagte er, der sei „die gute Seele des Dorfgemeinschaftshauses“ in Gadern. Bis auf elektrische Steuerung umgestellt wurde, habe er noch im Turm des alten Schulhauses den Ortsbürgern mit der Glocke die Stunde geschlagen. Engelhardt würdigte daneben Günther Roßbachs Einsatz fürs alte Handwerk der Dengelei und sein Hobby als Schlagzeuger, der gewohnt sei, den Takt anzugeben.

Peter Bihn bezeichnete der Landrat als „sehr bodenständigen Menschen, der erst einmal seine Heimatgemeinde kurz verlassen habe, um in Mörlenbach zu wohnen. Er werde beschrieben als jemand „der zu seiner Meinung steht und diese auch offen und ehrlich vertritt“. Beatrix Boshoven-Krämer sei besonders in der Jugend- und Altenarbeit tätig. Horst Gramlich schließlich als Aschbacher durch und durch stehe immer zur Verfügung, wenn Hilfe gebraucht werde. Seine Stimme leihe er dem MGV, agiere als Kerwepfarrer und engagiere sich neben dem Vorsitz aktiv bei den „Hussmouge“-Fastnachtern.

Ehrenbezeichnungen:

Ehrengemeindevertreterin Brigitte Schlack: 25-jährige ehrenamtliche Tätigkeit, 1991-2011 Gemeindevertreterin, 2006-2016 Ortsbeirätin in Siedelsbrunn, 25 Jahre in der Frauenunion, Jahrzehnte in Schützenverein und TV 02 aktiv

Ehrenortsvorsteher Gottfried Jöst: 35-jährige ehrenamtliche Tätigkeit, 1981 bis 2016 Ortsbeirat in Unter-Schönmattenwag, 1995-97 stellvertretender Ortsvorsteher, 1997-2011 Ortsvorsteher, 2001-2011 Gemeindevertreter

Ehrengemeindebrandinspektor Erwin Hartmann: 35-jährige ehrenamtliche Tätigkeit, 1981-86 stellvertretender Wehrführer Wald-Michelbach, 1986-2001 Wehrführer, 1986-88 stellvertretender Gemeindebrandinspektor, 1988-2016 GBI

Landesehrenbriefe:

Günther Roßbach: 1997 bis heute Gemeindevertreter, seit 2001 FWG-Fraktionsvorsitzender, 2001-11 stellvertretender Vorsitzender Gemeindevertretung, seit 1979 DRK-Mitglied, seit 2010 Kassenwart im Ortsverband Wald-Michelbach

Horst Gramlich: 2001 bis heute Gemeindevertreter, 2001-2006 und 2011 bis heute stellv. Ortsvorsteher Aschbach, 2006-11 Ortsvorsteher, seit 1998 Vorsitzender Karnevalsverein Hussmouge Aschbach, seit 2010 im Vorstand der Wirtschaftsvereinigung Überwald

Beatrix Boshoven-Krämer: 1997 bis heute Gemeindevertreterin, seit 2006 stellv. Vorsitzende Gemeindevertretung sowie Vorsitzende des Jugend-, Senioren-, Sport- und Kulturausschusses, seit zwölf Jahren Vorsitzende des Förderkreises Jugendtreff, seit 1983 Vorstandsmitglied im SPD-Ortsverein, Leitung des Gästehauses „Margarethe“

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