Schöne Stunden für die älteren Mitbürger Wald-Michelbachs

Beste Unterhaltung für Wald-Michelbachs Senioren: Die Gemeinde hatte die älteren Mitbürger in die Rudi-Wünzer-Halle zu einem unterhaltsamen Adventsnachmittag eingeladen. Verschiedene Darbietungen ließen die Augen der über 350 Besucher glänzen. Die Jüngsten und die Ältesten standen dabei im Mittelpunkt, gab es doch eine Aufführung des Kindergartens Siedelsbrunn und die Ehrung der jeweils ältesten Teilnehmer. Durch Programm führte gewohnt eloquent und charmant Donat Skroch.

Der testete mittels „Applausometer“ auch gleich, woher die meisten Besucher kamen. Dass bei Siedelsbrunn mehr klatschten als bei der Kerngemeinde, dürfte wohl nicht so ganz hinkommen. Denn auch die aus dem „Norden“, Aschbach und Affolterbach, machten sich lautstarker bemerkbar. „5000 Tassen Kaffee“, schmunzelte Skroch, seien von den fleißigen Helfern vorbereitetet worden. Der mundete zusammen mit dem Kuchen bestens. Schon eine Stunde vor Beginn hatten sich die ersten Gäste eingefunden, um sich die besten Plätz zu sichern.

Die Adventszeit biete sich an, um über vieles nachzudenken, meinte Bürgermeister Joachim Kunkel in seinen einleitenden Worten, und um „in sich zu gehen“. Andererseits solle man auch Kraft und Zuversicht für die Aufgaben des nächsten Jahres tanken, meinte er. Die große Anzahl an Besuchern zeige, wie wichtig die Seniorenadventsfeier neben dem -Ausflug im jährlichen Angebot der Gemeinde sei. Um den Kaffee-Service kümmerten sich dankenswerterweise Mitglieder der Parteien und des DRK-Ortsverbands, erwähnte Kunkel. In seiner Begrüßung hoben er wie auch Skroch die stationären und ambulanten Pflegedienste in der Gemeinde hervor, die sich um die Belange der Älteren kümmerten

Der Begrüßung schloss der Rathauschef seinen Dank an die Sponsoren an, die zur Finanzierung der Veranstaltung beitrugen. „Weit über 2000 Euro sind eingegangen“, freute er sich über deren Spendenbereitschaft. Er wünschte den älteren Mitbürgern einen „wunderschönen Nachmittag“. Donat Skroch wiederum in seinen Worten sprach den Bürgermeister an. Der lade am Ende seiner Amtszeit zum letzten Mal zur Seniorenadventsfeier ein.

Der Moderator dankte Kunkel für die Unterstützung der Belange von älteren Mitbürgern, aber auch für seinen Einsatz zugunsten der Wald-Michelbacher Einwohnerschaft über lange Jahre hinweg. Das Ausscheiden des Bürgermeisters sah Skroch mit einem lachenden und weinenden Auge. Lachend, weil dieser auch mal Privatmann sein wolle. Weinend, weil er in seiner Amtszeit viel für die Bürger getan habe. In seinem Schlusswort dankte Kunkel allen Helfern des Nachmittags und bat darum, einen Blick in den Jahresbericht der Gemeinde zu werfen, was im abgelaufenen Jahr alles geleistet wurde.

Pfarrerin Martina Beyer erzählte vom Besuch der Überwälder Konfirmanden auf dem Frankfurter Weihnachtsmarkt. Das dortige, „wahnsinnige Gewusel“ habe sie daran erinnert, dass die Adventszeit dafür da sei, sich auf sich selbst zu besinnen. Deshalb versuche sie jeden Tag für fünf Minuten eine Kerze anzuzünden „und ein bisschen runterzukommen“. Beyer trug im Anschluss das Gleichnis einer Kerze vor.

Die habe in „ihrem Leben“ nur zwei Möglichkeiten: Entweder sie bleibe ganz unversehrt im Karton oder verstaube auf dem Schrank, dann wird sich nicht kürzer, es gehe ihr nichts ab. „Aber ich weiß nicht, was ich eigentlich soll“, gab sie der Kerze eine Stimme. Oder sie brenne und gibt dabei „Licht und Wärme“, trägt zur Festlichkeit bei, „dann weiß ich wofür ich da bin“. Allerdings müsse die Kerze etwas von sich, sogar sich selbst.

Bei den Menschen sei das ähnlich, so die Pfarrerin. Entweder man bleibe für sich, dann passiert nichts – „aber ihr wisst nicht so recht, warum ihr lebt“. Oder sie gäben Licht und Wärme, „dann erfahrt ihr den Sinn des Lebens“. Dann freuten sich Menschen, „dass es euch gibt. Dann seid ihr nicht vergebens in dieser Welt.“

Die Kindertrachtengruppe des Wald-Michelbacher Odenwaldklubs war die Augenweide des Senioren-Adventnachmittags. Unter der Leitung von Christine Mann wurden vier Stücke aufgeführt, darunter „Oh Susanna“, „Jingle Bells“ und die durch ihre anspruchsvolle Choreographie herausstechende „Russenpolka“. Zum Schluss trugen die Kinder zwei Gedichte vor, darunter „Weihnachten“ von Eichendorff. Lang anhaltender Applaus aus dem Saal war ihnen sicher.

Den Beginn der Darbietungen hatte der Kindergarten Siedelsbrunn gemacht. Unter Leitung von Gertrud Bernhardt führten die 13 Kinder die beiden Tänze vom Schneemann und der Schneefrau auf. Die Aktiven Senioren aus Wald-Michelbach unter Leitung von Elke Gölz motivierten bei ihrer Gymnastik-Vorführung den ganzen Saal zum Mitmachen. Donat Skroch machte im Anschluss etwas Werbung für die Aktivitäten der Gruppe, die sich auch im Einhaus abspielen: Dort wird bei Vorträgen, Spielen und kulturellen Veranstaltungen die Geselligkeit gepflegt.

„Leise rieselt der Schnee“ und „Oh du fröhliche“ sang die ganze Rudi-Wünzer-Halle gemeinsam, ehe dann erstmals ein Bingo-Spiel durchgeführt wurde, das sich wohl noch etablieren muss. Die Lose zog Bürgermeister Kunkel Ehefrau Roswitha. Die Gewinner erhielten Gutscheine der Wirtschaftsvereinigung Überwald.

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