Eindrucksvolles Konzert mit jubilierendem Gotteslob: Gesangverein Harmonie Ober-Schönmattenwag und Wald-Michelbacher Posaunenchor führten Maierhofers Gospel-Oratorium auf

Der Beifall am Schluss wollte kein Ende nehmen. Selbst nach der Zugabe wollten die Besucher in der evangelischen Kirche den Gesangverein Harmonie aus Ober-Schönmattenwag und den Wald-Michelbacher Posaunenchor noch nicht von der Bühne lassen. Was die beiden Vereine in den vorangegangenen 75 Minuten gezeigt hatten, war auch ein Programm der Extraklasse, dessen einzelne Stücke immer wieder von viel Applaus begleitet wurden. „There is a light“ hieß das Gospel-Oratorium von Lorenz Maierhofer, um das die Ensembles noch einige andere Lieder aus ihrem Repertoire gestrickt hatten.

So etwa vier weihnachtliche Stücke des von Frank Bihn geleiteten Posaunenchors als Abrundung nach dem Oratorium. Mit „White Christmas“, einer Tiroler Weise, „Mary’s Boychild“ und „We wish you a merry christmas“ zeigten die 26 Musiker ihre derzeitige Schaffenskraft eindrucksvoll auf. Das 1956 von Chester Harrison geschriebene „Mary’s Boychild“, zwischenzeitlich in allen Facetten mehrfachst gecovert, kam rhythmisch-instrumental-schwungvoll prächtig rüber und zeigte alle Sparten des Orchester auf. Die schönen Weihnachtswünsche wurden von den majestätischen Trompeten dominiert, die zu einem vollendeten Klangerlebnis führten.

Nachdem Chor und Bläser somit ihre Klasse gezeigt hatten, durfte als Abschluss auch das Publikum ran. „Es ist ein Ros entsprungen“, „Tochter Zion“ und „Oh du Fröhliche“ hießen die drei Stücke, bei denen zum Mitsingen aufgefordert wurde. Allerdings aus dem Gedächtnis, wie Bihn schmunzelnd anmerkte, da die Texte bedauerlicherweise nicht ausgelegt worden waren.

Somit war es naheliegend, dass beim bekanntesten Lied, „Oh du Fröhliche“, der Zuschauer-Chor von den dicht besetzten Kirchenrängen herab am kräftigsten war. Die getragene Einstimmung aufs Fest bildete einen schönen Kontrast zur wuseligen, stressigen Vorweihnachtszeit, die man für die Zeit des Konzerts vor den Kirchentüren lassen konnte. Alle Geräusche des Alltags verstummten, gerieten für die Konzertdauer in Vergessenheit. Die andächtig Lauschenden fanden sich in einem Kokon mit besinnlichen Klängen wieder.

Was die beiden Ensembles als Hauptteil ihres gemeinsamen Auftritts in Form des Gospel-Oratoriums nach Lukas 24,29 boten, war musikalische Kunst vom Feinsten. Mal andächtig getragen, mal kraftvoll jubilierend verbreitete der 40 Köpfe zählende Chor das Gotteslob. Wie die einzelnen Stimmen miteinander harmonierten, die Sätze mehrstimmig gesungen wurden, Sänger und Blasorchester im Wechsel oder gemeinsam die Stücke gestalteten, war ein besonderes Erlebnis, das man in dieser Form und in dieser Perfektion nicht oft findet.

Bereits mit dem Abendlied von Rheinberger nach dem einleitenden Adventsjodler von Maierhofer demonstrierte die Harmonie ihre besondere Klasse. Sechsstimmig gesungen, lebte es vom Wechsel der hohen und tiefen Stimmen und stellte eine außergewöhnliche Herausforderung dar, die der Gesangverein mit Bravour meisterte. Renate Walter las vor und während des dann folgenden Gospel-Oratoriums verbindende Passagen aus der Weihnachtsgeschichte.

Beim titelgebenden „There is a light“ setzte der Posaunenchor gleich majestätisch ein, ehe der Chor die deutsche Strophe sang. „Somebody’s knocking“ entführte mit seinem Schwung direkt in die Gospel-Gottesdienst der amerikanischen Südstaaten. Wie immer wenn der Posaunenchor bei den gemeinsamen Stücken im Mittelpunkt den Refrain musikalisch wiederholte und dann der Chor zusätzliche einsetzte, ergab es sich eine herrliche Dynamik, die in der Kirchenschiff-Akustik sehr gut zur Geltung kam.

Die beiden Sopran-Solistinnen Christiane Hirsch und Lea Walter vermochten bei ihren Einsätzen den Liedern einen besonderen Glanz zu verleihen. „Standing in the need of a prayer“ war in diesem Zusammenhang das beste Beispiel für die glockenklaren beiden Stimmen, die sich bis in den letzten Winkel des Kirchenschiffs ausbreiteten. Ein machtvoller Oratoriums-Schluss durch eine Reprise von „Sunny light“ hatte rauschenden Beifall zur Folge.

GV-Vorsitzender Christof Klos dankte Dirigentin Ria Günther und Frank Bihn für die sehr gute Vorbereitung des Abends mit Präsenten. Beide hatten das gemeinsame Programm zusammengestellt und Maierhofers Werk für Chor und Bläser bearbeitet. Und dies erst seit Ende Oktober, wies Klos auf die kurze Probenzeit – mit einem exzellenten Ergebnis – hin. „Es hat alles super geklappt“, freute er sich. „Let’s sing a song of Christmas“ als gemeinsames Schlusslied stimmte bestens auf Weihnachten und den Jahreswechsel ein und bildete gleichzeitig den Auftakt zu vielen Gesprächen in und vor der Kirche.

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