Adventskonzert des Überwald-Gymnasiums Wald-Michelbach: Beim „O, du Fröhliche“ singt die ganze Kirche mit

Ein Chor aus 300 und mehr Kehlen bildete den krönenden Abschluss und ließ einen wohligen Schauer bei den Zuschauern des ÜWG-Adventskonzerts in der evangelischen Kirche zurück. Waren es doch sie, die zusammen mit den Schülern des Überwald-Gymnasiums in das abschließende „O, du Fröhliche“ eingestimmt und sich unter Begleitung des Sinfonischen Blasorchesters unter Leitung von Sebastian Schertel selbst die schönste Einstimmung auf die Weihnachtszeit gemacht hatten. Davor lagen eineinhalb Stunden des ersten Konzertteils, dem gestern ein zweiter an selber Stelle folgte.

Schon zuvor hatte sich die Zahl der ÜWG-Schüler aus den verschiedenen Gesangs-, Chor- und Bläserklassen gegen Ende der Veranstaltung immer mehr gesteigert. Ober- und Mittelstufenchor, Klasse 7A sowie AG der 8 und 9A wurden bei ihrem „Heilige Nacht“ von Michal Teichert am Klavier sowie Leona Unrath und Susanne Kopf-Römer auf der Geige begleitet. Unter der Leitung von Stefan Römer glänzte das knapp 50-köpfige Ensemble durch sein großes Klangspektrum. Die tiefen Töne der Oberstufenschüler harmonierten prächtig mit den hellen Stimmen der jüngeren. Der Geigeneinsatz wiederum sorgte für ein volltönendes Kirchenschiff.

Wer dachte, mehr geht nicht, wurde eines Besseren belehrt. Scheinbar das halbe ÜWG scharte sich auf den wenigen Stufen, um mit „A soulful generation“ ein Arrangement des „Halleluja“ von Händels Messias zu singen. Unversehens fühlten sich die Gäste in einen Gospelgottesdienst des amerikanischen Südens hineinversetzt, als es gesanglich in alle Winkel schallte, die schiere Freude am Gotteslob gerade den Jüngsten der Gesangsklasse 5A und 6A aus dem Gesicht zu lesen war.

Soulig-peppig, mehrstimmig und in Kanons wurde zusammen mit den Geigen-Solisten Lena Molitor, Samuel Staat, Jana Grohmann und Pauline Hildenbeutel dem Lied zu einer durchdringenden Klangfülle verholfen. Das letzte Halleluja aus unzähligen Kinder- und Jugendlichen-Kehlen sorgte mit seinem Nachhall in der Kirche für einen wohligen Gänsehautschauer im Nacken. Nicht enden wollender Beifall war der verdiente Lob für die Schüler.

Nach der Begrüßung durch Schulleiter Reinhard Fahrenholz machte die Bläserklasse 6B den Auftakt. Unter Leitung von Sebastian Schertel gab es „Prelude to a festival“, „Ukranian Bell Carol“ und „Pachelbel’s Canon“ zu hören. Die letzten beiden Stücke standen in einem wohltuenden Kontrast zueinander. Dem eher beschwingten, von der durch die Flöten dominierten Melodie getragene Bell Carol mit seinem perlenden Schluss folgte der eher getragene Kanon, bei dem zuerst die Trompeten das Stück bestimmten, ehe die Flöten einsetzten.

Ein „Solfege Santa“ schmetterten die Gesangsklasse 5A und 6A durchs Kirchenschiff, geleitet von Doris Steffan-Wagner unter Begleitung von Teichert am Klavier. Auf den Punkt gesungen, heimsten die etwa 35 Schüler viel Beifall ein. Es folgte das klassische „Maria durch den Dornwald ging“ unter Leitung von Stefan Römer. Geigen-Solisten waren Loana Kemmer, Sabrina Steiner, Leona Unrath und Jonas Hanauer, die mit ihrem Einsatz in der zweiten Hälfte zusammen mit den sich steigernden Stimmen für ein volltönendes Finale sorgten.

Kurz, aber eindrucksvoll gestaltete sich das „Gloria Petri“ von Palästrina, zu dem sich noch die AG der 8/9A dazugesellte. Wechselweise schallte das Stück von der Empore und von der Bühne herunter, sodass die Blicke hin und her flogen. Die Irish-Folk-Band „Pub of Èire“ unter Leitung von Thomas Braun ließ mit „I saw three ships“ drei Schiffe am Weihnachtsmorgen übers Meer schippern. Sabrina Steiner, Nil Kocaaga, Sarah Molitor, Constantin Lammer, Chiara Löwe und Laura Scholl wirkten hier mit.

Musikkurs E1 und Bläserklasse 9B standen für ein weiteres Highlight des Adventskonzerts. Das „Let it go“ von Kirsten Anderson-Lopez wurde von Sarah Sittners Stimme dominiert, die zusammen mit dem dynamischen Orchester unter Leitung von Thomas Braun für viel Dynamik sorgte. Auch von einem zwischenzeitlichen Hänger ließ sie sich nicht beeinflussen. Beifall mit Jubelrufen war der verdiente Lohn. Das Sinfonische Blasorchester leitete mit dem „Trumpet Tune“ von Purcell und „Air“ von Bach dann zum großen Finale über, an dem sich alle in der aus allen Nähten platzenden evangelischen Kirche beteiligten.

Schulleiter Fahrenholz war es am Schluss vorbehalten, die Dankesworte zu sprechen. Die galten natürlich vor allem den 250 Schülern und Lehrern, die zusammen an beiden Abenden die Konzerte gestalteten. Aber auch den Zuschauern, die mit ihrem Besuch die musikalische Leistung des ÜWG würdigten – und durch ihre Spenden am Ausgang Kinder aus Syrien in jordanischen Flüchtlingslagern unterstützten. Daneben dankte Fahrenholz allen an der Organisation und Durchführung der Konzerte Beteiligten.

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