Überschuss im Abtsteinacher Wald wird für dieses Jahr ziemlich punktgenau erreicht

Im Wald herrscht Ruhe. Der geplante Überschuss für dieses Jahr wird ziemlich punktgenau erreicht, im kommenden Jahr soll er sich in ähnlicher Höhe bewegen. Revierförster Jürgen Lampert stellte den Gemeindevertretern auf deren vergangener Sitzung den Vollzug des Waldwirtschaftsplans 2016 und den neuen für 2017 vor.

Lampert erläuterte, dass der Winter 2015/16 viel zu warm war. Das relativ feuchte Frühjahr wirkte sich positiv auf das Anwachsen der zuvor gepflanzten Douglasien aus. Einem „durchwachsenen“ Sommer folgte ein trockener September. Den Holzmarkt kennzeichnete der Förster als „stabil“. Stammholz lasse sich gut vermarkten, Starkholz und Industrieholz seien problematischer.

Laut Lampert belief sich der Einschlag in 2016 auf etwa 750 Festmeter. Dies entspreche dem Nachhaltigkeitshiebssatz, der in einem Zeitraum von fünf Jahren ausgeglichen sein müsse. Dazu komme noch etwas Brennholz. Im ersten Quartal wurden vor allem Kiefer und Buche sowie in geringerer Zahl Fichte im Bereich Löffelsbuckel/Hardbergstraße eingeschlagen. „Übernutzungen“ bei der Fichte 2013 und 2014 müssten vor dem Hintergrund der Nachhaltigkeit in den nächsten Jahren wieder eingespart werden.

Von je 220 Festmetern Buche und Kiefer habe Stammholz ca. 73 Euro pro Festmeter erzielt, Palette um 60 Euro. Der Industrieholzanteil lag ebenfalls bei etwa 30 Prozent. Der Revierförster machte darauf aufmerksam, dass dadurch insgesamt ein niedriger Durchschnittserlös von 58 Euro statt dem geplanten Soll von 66 Euro erzielt wurde.

Der Einschlag erfolgte laut Lampert komplett motormanuell ohne Harvestereinsatz. Dies bringe höhere Ausgaben mit sich. Die Pflanzung von 250 Erlen und 1000 Douglasien mit Verbissschutz habe 2500 Euro gekostet. Die Wegeinstandsetzung bei der Stiefelhütte nach einem Harvestereinsatz 2014 habe mit 2700 Euro zu Buche geschlagen. Derzeit stehen bei den Einnahmen etwa 43.000 Euro in den Büchern. Dazu kommen dem Förster zufolge noch etwa 3500 Euro Holzgeld. Im Plan für dieses Jahr stünden hier 49.000 Euro. Die Ausgaben belaufen sich derzeit auf 26.500 Euro, im Plan sind 33.000 Euro aufgeführt. Der Überschuss belaufe sich somit derzeit auf 16.000 Euro.

Für den Waldwirtschaftsplan 2017 kündige Lampert an, dass ein Einschlag von 725 Festmeter vorgesehen sei. 66 fm davon seien nicht verwertbar. Buche und Nadelholz sollen im Bereich Höllenbusch/Sportplatz Unter-Abtsteinach sowie zwischen Mackenheim und Weiher gefällt werden. Dazu sei ein Harvestereinsatz im Restbereich Löffelsbuckel vorgesehen. Durch den geplanten Stockverkauf fielen keine Aufarbeitungskosten an.

Von den Einnahmen in Höhe von 45.000 Euro stammten 43.000 aus Holz, so Lampert. Dabei nehme man einen Erlös von 66 Euro pro Festmeter an. Bei den Ausgaben von 30.000 Euro machen die Holzerntekosten mit 17.000 mehr als die Hälfte aus. Vorgesehen sind die Pflanzung von 150 Erlen und 100 Bergahorn mit Fegeschutz. Die Wegeunterhaltung schlägt mit 1500 Euro zu Buche und Beförsterungskosten mit 6500 Euro. Wie es in Sachen Beförsterung des Kommunalwaldes weiter geht, ist derzeit noch offen und liegt in der Entscheidung des Ministeriums, betonte er. Da die Kosten von Hessen-Forst nicht gedeckt seien, dürfte eine Erhöhung der Beförsterungskosten unausweichlich sein. Der Überschuss soll 2017 etwa 15.500 Euro betragen.

Auf dem Hardberg dominierten früher „dunkle Fichtenwälder“, erläuterte der Förster auf die Fragen von Ursula Jonasdowsky (SPD). Durch Holznutzung komme Licht auf den Boden und Naturverjüngung stelle sich ein. Ziel sei vor dem Hintergrund des Klimawandels der Umbau in stabile Mischbestände. Dass es keine Kiefern mit Heidelbeere mehr gebe, sei eine Folge des Waldumbaus. Denn dieser Baum sei im vorderen Odenwald nicht standortsgerecht. Hohe Niederschläge führten zu „Astigkeit“, sagte er. In Höhenlagen um 400 bis 500 Metern gebe es auch die Gefahr von Schneebruch.

Den Schwarzstorch habe er selbst vor einigen Jahren im Eiterbachtal schon beobachten können, meinte Lampert. „Ein toller Vogel“, der jetzt durch die Diskussion um die Windkraftanlage auf dem Stillfüssel bekannt geworden sei. Der Forst richte rund um die Horste in der Brutzeit Ruhezonen ein, wenn diese ihm bekannt seien. „Der Schwarzstorch braucht eher geschlossene Waldbestände“, erläuterte der Förster abschließend.

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