Acht Chöre gratulieren in Siedelsbrunn Oliver Fath zum 15. Jubiläum als Dirigent des MGV Harmonie

Einen Liederabend, wie es ihn nicht alle Tage gibt, widmete der MGV Harmonie Siedelsbrunn seinem Dirigenten Oliver Fath zu dessen 15. Jubiläum als Leiter des inzwischen gemischten Chors. Die anderen fünf von Fath geleiteten Ensembles aus Fahrenbach, Linnenbach, Schlierbach und Ellenbach sowie der Kirchenchor Siedelsbrunn gestalteten zusammen mit dem MGV Kreidach und dem MGV Concordia Unter-Abtsteinach den unterhaltsamen Abend, in dessen Rahmen auch zwei langjährige MGV-Aktive für jahrzehntelange Treue geehrt wurden.

„Scarborough Fair“, bekannt durch Simon & Garfunkel, „Come Missa Tallyman“ von Harry Belafonte und „Barbara Ann“ von den Beach Boys hießen die drei Titel, mit denen die Gastgeber schwungvoll den Sangesreigen eröffnen. Unter dem Dirigat von Fath zeigte das Ensemble dabei seine große Strahlkraft und machte den Elan deutlich, mit dem die Sängerinnen und Sänger an ihre Aufgabe herangingen. „Barbara Ann“-Solistin Sabine Mathes war es auch, die die einzelnen Chöre des Abends anmoderierte.

Frauenchor Fahrenbach, Sängerlust Schlierbach, Sängerfreude Linnenbach, Kirchenchor Siedelsbrunn und Swinging Chords Ellenbach heißen die weiteren von Fath geleiteten Chöre. Sie stellten sich über den Abend hinweg ebenso mit drei Stücken vor wie der MGV Liederkranz Kreidach unter Harald Eck und der MGV Concordia Unter-Abtsteinach unter Ernst Helfrich. Chorliteratur vom klassischen Kirchenstück über Volkslieder bis hin zu eingängigen Popsongs bekamen die Zuschauer zu hören. Die sparten ihrerseits nicht mit teils frenetischem Jubel für die gelungenen Beiträge.

In seinen Begrüßungsworten nannte MGV-Vorsitzender Alfred Wolf nicht nur die teilnehmenden Chöre, sondern freute sich auch darüber, dass der Vorsitzende des Sängerkreises Weschnitztal-Überwald, Wolfgang Schlapp, zum höchstgelegenen Chor seines Bezirks gekommen war. Viele Vereine erwiesen mit ihren Liedbetrag dem Jubilar ihre Referenz, so Wolf. Womit sich zeige, dass Fath in der Region „ein geschätzter Mann ist“.

Als 2001 der MGV-Vorstand unter Wolfgang Baumann einen neuen Chorleiter gesucht habe, sei die Wahl schnell auf Oliver Fath gefallen. Denn der war im Ort schon bekannt und „das Gute liegt so nah“, meinte Wolf. Erste Gehversuche habe es bei Geburtstagsständchen eher noch in internem Rahmen gegeben, erzählte er. Fath habe die MGV-Sänger „mit etwas anderer Chorliteratur“ motiviert. Dadurch habe der Verein wieder „den Mut gefunden“, bei Sängerkreis-Wettbewerben teilzunehmen. Das sei in der Vergangenheit nicht mehr möglich gewesen.

„Wir haben mit diesen Auftritten ins kulturelle Leben der Region zurückgefunden“, bekräftigte der MGV-Vorsitzende. 2009 sei dann noch einmal ein Jahr der großen Veränderungen gewesen. Zum einen zog man für die Proben ins Nebenzimmer des Deutschen Hauses, zum anderen wurde „der Schritt gewagt“, das Projekt gemischter Chor in Angriff zu nehmen. Fath habe es perfekt geschafft, „alle Sängerinnen und Sänger mit ins Boot zu nehmen“, würdigte Wolf das Engagement des Chorleiters.

In den vergangenen sechs Jahren „haben wir einiges geleistet“, zeigte sich der Vorsitzende stolz auf das seitdem Erreichte. Er erwähnte in diesem Zusammenhang das 150. Vereinsjubiläum und das gemeinsam mit dem Kirchenchor und der Sängerfreude Linnenbach aufgeführte David-Oratorium. Wolf wünschte sich, dass Fath weiterhin ein solch glückliches Händchen beim Aufbau der Chorarbeit haben möge wie in den letzten 15 Jahren. Dafür wünschte er ihm viel Erfolg.

Sängerkreis-Vorsitzender Schlapp würdigte den schönen Liederabend im Rahmen des Jubiläums. Er dankte Fath, der dies mit seiner Dirigentenarbeit ermögliche. „Die Chemie zwischen Chorleiter und Chor passt besonders gut“, hob er hervor. Denn nur dann könne ein Ensemble auch solch gute Leistungen erbringen. „Wir brauchen gute Dirigenten und gute Sänger“, betonte Schlapp mit Blick auf die Struktur der Gesangsvereine.

So bunt wie die Chöre sowohl in Outfit als auch Anzahl präsentierte sich ebenso die dargebotene Literatur. Mal standen 15 Sänger auf der Bühne, mal 25 Frauen und Männer, mal in schwarz-rot, dann wieder in schwarz-gelb, mal in hellblauen Hemden, dann in dezenter Chorkleidung. Von der „Rosemarie“ der Kreidacher, die eher getragene Chorliteratur boten, über das Sesamstraßen-„Manah Manah“, von den Schlierbächern mit viel Augenzwinkern gesungen, bis hin zur Musical-Adaption „Don’t cry for me“ der Fahrenbacher war alles dabei.

Nicht zu vergessen das „Ins Wasser“ des Siedelsbrunner Kirchenchors, „Wanderers Nachtlied“ der Linnenbacher oder das sehr schöne „Bright Eyes“ der Ellenbacher. Die Zusammenarbeit der verschiedenen Chöre wurde eindrucksvoll zum Schluss hin unterstrichen. Da gestalteten Sängerfreude und MGV-Gastgeber eine eindrucksvolle „Rose“ und ein ebenso viel beklatschtes „Mary Lou“, ehe sich noch der Kirchenchor dazugesellte. Aus etlichen Kehlen erschallte dann unter anderem ein „Ich wollte nie erwachsen sein“ als eindrucksvoller Schlusspunkt.

Auf 100 Jahre als aktive Sänger bringen es zwei MGV-Urgesteine, die im Rahmen des Liederabends geehrt wurden. Dietmar Schwebel, gleichzeitig zweiter Vorsitzender, leiht dem Verein seit 40 Jahren seine Stimme, Hans Beutel sogar schon 60 Jahre. „Beide sind mit Herzblut dabei“, würdigte Sängerkreis-Vorsitzender Wolfgang Schlapp, und seien dem Verein in allen Krisen treu geblieben. „Je besser der zweite Vorsitzende, desto besser der Vorstand“, schmunzelte er. Schlapp überreichte an Schwebel die Ehrennadel in Gold des hessischen Sängerbundes.

„60 Jahre sind eine riesige Zeitspanne, die man heutzutage kaum noch ermessen kann“, meinte der Sängerkreis-Vorsitzende an Hans Beutel gewandt. Jede Singstunde könne nur einmal investiert werden, hob er das große Freizeit-Engagement der Geehrten heraus. Er sei „froh und dankbar“, dass es solche Menschen gebe, betonte er. Schlapp überreichte Beutel eine Urkunde des deutschen Chorverbands, in der die besonderen Verdienste gewürdigt werden.

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