Abtsteinach: Ausgaben außer der Reihe in 2014 relativierten sich 2015 wieder

Dass sich der Fehlbetrag im Jahresabschluss 2014 auf fast 500.000 Euro erhöhte, ist einem „Zahlenspiel“ geschuldet, hatte Bürgermeister Rolf Reinhard schon auf der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses deutlich gemacht. In der Gemeindevertreter-Versammlung lieferte er nun auch die Zahlen für den Abschluss 2015, der am Dienstag vom Gemeindevorstand festgestellt werden soll: Der ist über 310.000 Euro im Plus. „Dann sind wir up to date“, meinte der Rathauschef, und freute sich über das „sehr gute Jahresergebnis“. Gleichzeitig hoffte er, dass nun die „schlimmen finanziellen Jahre“ überstanden seien.

Für 2014 musste man nach Vorgabe des Revisionsamtes Rückstellungen für Umlagen bilden, die das ordentliche Ergebnis stärker als gedacht ins Minus zogen. Bei einer Bilanzsumme von 18,2 Millionen Euro beläuft sich das ordentliche Ergebnis auf minus 614.000 Euro. Das außerordentliche Ergebnis liegt mit 121.500 Euro im Plus, was zusammen zur genannten Summe führt. Der Bestand an Zahlungsmitteln am Ende des Haushaltsjahres belaufe sich auf 747.000 Euro. Das Eigenkapital hat sich gegenüber dem Vorjahr um knapp 500.000 Euro vermindert und belief sich Ende 2014 auf 5,45 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote ging um 3,9 Prozent auf 30 Prozent zurück. Die Kredite stiegen um 42.000 Euro auf 6.775 Millionen, führte das Ortsoberhaupt aus.

Auf die Details ging Finanzfachmann Rainer Berbner während der Ausschusssitzung im Rahmen der über- und außerplanmäßigen Aufwendungen und Auszahlungen im Haushaltsjahr 2014 ein. Demnach stiegen die Abschreibungen um 153.000 auf 626.500 Euro. Kräftig stiegen die Versorgungsaufwendungen: um 135.000 auf 252.000 Euro. Darin sind Rückstellungen für die Beamten und Versorgungsempfänger der Gemeinde in Höhe von 182.000 Euro enthalten. Entsprechende Haushaltsansätze waren in der Höhe nicht vorgesehen. Bedingt durch Mehreinnahmen bei der Gewerbesteuer mussten 45.000 Euro mehr an Umlagen gezahlt werden, erläuterte er.

Das Revisionsamt hatte angeregt, Wertgrenzen zu bestimmen, wann die Gemeindevertretung selbst über Haushaltsüberschreitungen entscheiden möchte oder dies wahlweise Bürgermeister oder Gemeindevorstand tun könnten. Man einigte sich im Gremium einstimmig darauf, dass außerplanmäßige Ausgaben grundsätzlich zur Bewilligung in der Gemeindevertretung verbleiben. Für die überplanmäßigen Ausgaben legte man fest, dass bis zu zehn Prozent der Haushaltsstelle, aber maximal 10.000 Euro, der Zustimmung des Bürgermeisters obliegen. Für bis zu 20.000 Euro oder ebenso zehn Prozent ist der Gemeindevorstand zuständig, für alle Summen darüber hinaus die Gemeindevertretung.

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