Schöner Zuspruch für den Wald-Michelbacher Regionalmarkt in der Gass

Aller guten Dinge sind drei. Und zusätzlich noch an einem neuen Ort: Die „Gass“ statt der Hofwiese war eine gute Wahl für den „Markt für regionale Produkte“, der am Samstag im Zentrum der Überwald-Gemeinde über die Bühne ging. Zukunftsoffensive (ZKÜ), Wirtschaftsvereinigung (WVÜ) und Überwälder Museums- und Kulturverein luden die Besucher ein, Kulinarisches und Kultur zu verbinden und zu genießen. Wovon diese gerne Gebrauch machten, so dass die Aussteller zum Ende hin durchweg von einem guten Tag sprachen.

Ein paar Marktstände mehr als in den vergangenen beiden Jahren waren zwischen der Parkplatzeinfahrt Oberle und dem Rathaus versammelt. Richtung Backhaus war der Zugang ebenfalls offen – mit Bedacht: Denn Dieter Kunkel hatte dort den Ofen wieder am Vorabend angeschmissen und Sauerteigbrot gebacken wie ein Weltmeister. Genauso schnell wie es aus dem Ofen kam, wurde es den Helfern des Museumsvereins am Backtag aus den Händen gerissen. „100 Kilo waren rasend schnell weg“, freute sich Vorsitzender Gundolf Reh. Nicht zu vergessen der leckere Kuchen der Landfrauen. Um die 140 Stück gaben die drei Bleche her. Nicht genug für die Leckermäuler, von denen sich 30 schon am Stand versammelten, als die ersten Düfte die süße Speise ankündigten.

Heinz Fischer als Vorsitzender der WVÜ sprach von einem zufriedenstellenden Verlauf. „Die Schlachtplatte ist so gut wie geputzt“, meinte er. Und auch die Bratwurst, egal ob „normal“ oder Wildschwein, fand zahlreiche Abnehmer. Schon ab 10.30 Uhr setzte der Besucherstrom ein. Die Gäste kamen nicht nur aus Wald-Michelbach selbst, sondern auch aus den umliegenden Gemeinden und hatten sich extra auf den Weg gemacht, um ein paar regionale Erzeugnisse zu kaufen. Laut Fischer war das Feedback seitens der Aussteller durchweg positiv.

Was auch Isabelle und Willi Baumann bestätigten. Die beiden hatten süße weihnachtliche Gaumenfreuden wie Magenbrot, Spritzgebäck, Makronen und natürlich – als Renner – Lebkuchen in verschiedensten Variationen dabei. Das erste Mal in Wald-Michelbach, freute sich Isabelle Baumann über die „gute Resonanz“ der Gäste. „Wir sind fürs erste Mal sehr zufrieden“, bestätigte ihr Mann. Er bemerkte, dass einige Interessenten „wussten, dass wir da sind“, bewusst am Stand vorbeischauten und einkauften.

Ebenfalls eine Premiere war die Teilnahme für Monika und Johannes Gehrig von den „Odenwälder Feinen Bränden“ aus Litzelbach. Die beiden waren mit ihren preisgekrönten Likören, Schnäpsen, Seccos und Marmeladen dabei. Die Produkte „wurden querbeet nachgefragt“, meinte Monika Gehrig-Himmel. Überrascht war sie über die große Nachfrage nach den Marmeladen mit so klangvollen Namen wie „Rote Johannisbeere mit Grauburgunder und rotem Pfeffer“ oder „Schwarze Johannisbeere mit Lemongrass, Dornfelder und Johannisbeergeist“. Absoluter Renner laut ihrem Mann: „Aprikose mit schottischem Whisky“.

Bei der Imkerei Schürmann gab es neben Honig auch Kulinarisches vom Gasthaus „Bergblick“, Bernhard Jochum hatte Spirituosen und Schinken im Angebot. Wilfried Marquardt aus dem Ostertal hatte der Jahreszeit gemäß etliche Kürbisse auf seinem Anhänger, aber auch Marmeladen, Eier und Walnüsse. Petra Thullen (Floristik) und Otto Morr (Messer) standen für das Handwerkliche, Trösters hatte diverse Getränke mit dem Schwerpunkt auf Weinen und Geschenkideen im Sortiment.

Der Museums- und Kulturverein öffnete sowohl das Überwaldmuseum als auch das Rathaus. In Letzterem ist derzeit die Ausstellung über 25 Vereinsjahre zu sehen. Zeitungsausschnitte, Programme und vor allem viel Bildmaterial finden sich auf fünf doppelseitig bestückten Stellwänden und geben die ehrenamtliche Arbeit der Mitglieder wieder. Ziel des Heimatvereins ist es, der heutigen Bevölkerung das Leben im Überwald in früheren Jahren näherzubringen.

Vor dem Museum geschah dies durch die Darstellung alten Handwerks. Günther Rossbach führte das Dengeln vor, die Vorstufe zum Schärfen einer Sense. Jürgen Baron demonstrierte, wie die Holzschindeln entstehen, die auch heute noch viele Häuser des Odenwalds auf dem Mauerwerk zieren. Und Frank Derikatz ließ sich bei der Arbeit eines Lederers und Riemenschneiders über die Schulter schauen.

Zu Beginn hatte Bürgermeister Joachim Kunkel den Standbetreibern und Zuschauern für ihr Kommen gedankt. Er freute sich über den guten Zuspruch gleich zum Start und würdigte den Markt als „kleines Highlight“ im örtlichen Veranstaltungskalender. Bei der Sommerlos-Abschlussziehung gewann Edeltraud Wetter aus Schönmattenwag den Hauptpreis, einen 400-Euro-Einkaufsgutschein der WVÜ. Glücksfee war Apfelprinzessin Melanie.

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