Aktionstage „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ an EBS und ÜWG in Wald-Michelbach: das Selbstbewusstsein der Heranwachsenden stärken

„GZSZ“ heißt das gemeinsame Projekt von Überwald-Gymnasium und Eugen-Bachmann-Schule nicht ohne Grund. Es geht darum, „den Schülern in guten wie in schlechten Zeiten Anlaufstellen aufzuzeigen“, betonten Anke Fibian (ÜWG) und Daniela Riedinger (EBS). Beide Lehrerinnen betreuen das dreitägige Projekt „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“, das für die knapp 130 Achtklässler durchgeführt wurde. Verschiedene Hilfs- und Gesundheitsorganisationen präsentierten sich mit Workshops in den beiden Schulen.

Vorteile aus der dreitägigen Aktion, betonte Riedinger, zögen nicht nur die Schüler. Auch die Teilnehmer hätten die Möglichkeit zur Vernetzung. „Sie lernen kennen, was die jeweils andere Organisation macht und anbietet.“ Um alle Referenten für die drei Tage unter einen Hut zu bringen, sei eine lange Vorbereitungszeit nötig. „Wir haben praktisch direkt nach der Veranstaltung 2015 damit begonnen“, so Fibian. Denn sonst werde es schwierig, alle zusammenzubringen. Die „heiße Phase“ starte dann jeweils vor den Sommerferien.

„Wichtig ist die Botschaft, auch mal Nein sagen zu können“, erläuterte Fibian. Die Achtklässler sollten die Folgen ihres Handelns kennenlernen und sich der Konsequenzen bewusst sein. Aus den Vorjahren verzeichnete sie sowohl von Schüler- als auch von Ausstellerseite „positive Rückmeldungen“. Auf den Erfahrungen aufbauend, „haben wir dieses Jahr die Themen angepasst“.

Zu Beginn hatten fürs ÜWG Schulleiter Reinhard Fahrenholz und für die EBS Thomas Wilcke Schüler und Vertreter der Organisationen begrüßt. Es sei wichtig zu wissen, an wen man sich bei eventuellen Problemen werden könne, erläuterten die beiden. „Nehmt viel mit von dem, was ihr hier erfahren könnt“, so Fahrenholz. „Profitiert von diesen Tagen“, sagte Wilcke.

Unter den Teilnehmern seien einige „seit Beginn der Veranstaltung mit dabei“: die AWO-Jugend- und Suchtberatung Prisma, das Odenwald-Institut und das Wald-Michelbacher Polizeirevier. Die Resonanz auf die Besichtigung von letzterem sei immer gut, weiß Fibian. Denn es werde nicht nur die tägliche Polizeiarbeit erläutert, sondern die Schüler dürften auch die Zellen besichtigen, die Westen ausprobieren und erfahren, was ein Polizist alles mit sich rumtrage. „Die Jugendlichen sollen die Polizei als Freund und Helfer kennenlernen“, ist Ziel von Torsten Raabe, der die Aktion federführend begleitete.

„Eine Aktion wie die Rauschbrille bleibt hängen“, sagte Riedinger. Hier werde – in diesem Jahr von der Barmer – der ernste Hintergrund eines zu starken Alkoholkonsums spielerisch aufbereitet. Denn die Brille gebe es in unterschiedlichen Stärken, die verschiedenen Promillezahlen entsprechen. „Man sieht doppelt“, das räumliche Vorstellungsvermögen sei eingeschränkt – und dermaßen gehandicapt, müssten die Schüler dann einen Ball fangen oder auf der berühmten geraden Linie laufen ohne zu straucheln. Gerhard Sauerwein klärte dazu auf.

Der Fokus sei bei der diesjährigen Veranstaltung auf „illegale Drogen“ gelegt worden, erklärte Daniela Riedinger. Damit sei man einem Wunsch der Schüler nachgekommen. Denn diese könnten mit dem Bewerbungstraining noch nicht so viel anfangen. Das sei für die 13- und 14-Jährigen vor allem aus Realschule und Gymnasium noch zu früh angesetzt. Das Dorgen-Thema wurde von Prisma besetzt. Für die Organisation waren Michael Niedermayr, Kerstin Ewald, Vanessa Biereder und Sarah Gebru vor Ort.

Die EBS-Lehrerin freute sich über die finanzielle Unterstützung des Odenwald-Instituts für die seit ungefähr zehn Jahren angebotene Veranstaltung. Die Genehmigung geschah durch Lars Weber, der zur Begrüßung anwesend war. Dadurch müssten die Schüler nur einen kleinen Beitrag leisten. Mit dem Thema „Risiko, Regeln, Rituale“ war das Institut zugegen. Jürgen Brilmayer, Anna Haase, Andrea Marschall-Schneider und Maximilian von Heyden informierten.

Für die AOK war Tanja Schmidt mit dem „Smokalizer“, einem Lungenfunktionstest, vertreten. Unter anderem waren hier die Konsequenzen des Rauchens erfahrbar. Dem Thema Verhütung widmete sich die Organisation Pro Familia, die nach einer Pause wieder mit an Bord war. Für sie standen Sabine Vornweg und Karolin Rumpf den Schülern Rede und Antwort. Auch Schulseelsorgerin Pfarrerin Sabine Michas stand für Fragen zur Verfügung.

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