In Tracht feiern die Besucher beim SVA Affolterbach bis spät in die Nacht

„Es passt alles“: Was man Stefan Jäger, dem Vorsitzenden des SV Affolterbach, sofort abnimmt. Denn schon kurz nach dem Start sind fast alle Bierbankgarnituren bei der fünften „Nacht in Tracht“ belegt. Und wer noch nicht da ist, kommt kurz danach in die Peter-Heckmann-Halle. Denn wieder ist die Veranstaltung mit über 350 Plätzen ausverkauft, feiern die Überwälder ein rauschendes Oktoberfest bis in den frühen Morgen. Die Kocherbacher Trachtenkapelle und DJ Gun sorgen für die passende musikalische Unterhaltung.

Auch Toni Emig, Vorsitzender des 25 Mann und Frau starken Ensembles, freute sich bei seiner Begrüßung über den großen Zuspruch. Das Repertoire umfasst den volkstümlichen Bereich wie Märsche und Polkas sowie diverse bekannte Walzerstücke. Auch moderne Arrangements sind den Musikern geläufig, wie sie eindrucksvoll demonstrierten.

Die Idee der „Nacht in Tracht“ hat Jörg Rettig aus Österreich mitgebracht. Dort sah er vor sechs Jahren ein solche Veranstaltung und dachte sofort: „Das ist was für Affolterbach.“ Um dabei zu sein, schmeißen sich auch die Einheimischen „in Schale“: Um die 90 Prozent dürften in Tracht erschienen sein, schätzte Rettig. Dem Einfallsreichtum und der Kombination von Kleidungsstücken waren dabei keine Grenzen gesetzt. Dem mehr oder weniger originalgetreuen bayrischen Dirndl standen durchaus Odenwälder Varianten gegenüber.

„Das ist mein Fest“, meinte Hauptorganisator Rettig. Zwischen 20 und 25 Helfer des SVA sorgten bis 3 Uhr in der Früh dafür, dass es den Gästen an nichts fehlte. Höchstens Essen: Der Fleischkäse war schon sehr zeitig aus, die anderen typischen Speisen wie Spießbraten, Haxen, Händl oder Weißwurst leerten sich im Verlauf des Abends ebenso bis zur Neige. Was die Metzgerei Müller angeliefert hatte, wurde ratzeputz vertilgt, freute sich Rettig.

Natürlich ganz zu schweigen von den Biermengen. „Um die 800 Liter“ gehen bei jeder Veranstaltung weg. Und „trotzdem“ verläuft alles sehr friedlich. „Wir brauchen keine Security“, ist das Affolterbacher Oktoberfest für Rettig dasjenige von den 50 durch ihn im Jahr organisierten, „das einfach ohne Vorkommnisse läuft“. Ein halbes Jahr Vorarbeit steckt in der „Nacht in Tracht“. Aber das Ergebnis lässt ihn immer wieder die viele Vorarbeit vergessen. Eine super Party „für unser Alter“, blickte er in die auf den Bänken tanzende Menge, die mit zunehmenden Abend gar nicht davon runterzubringen war.

Wenn Joachim Wagner bei der Trachtenkapelle den Taktstock schwang, konnten die Besucher sicher sein, dass wieder ein Gassenhauer von der Bühne kam. Ob’s nun in den Böhmerwald oder ins Tiroler Land ging, die Rosamunde besungen wurde oder ein Prosit der Gemütlichkeit erklang: Von Anfang an war das Publikum voll dabei, feuerte die Kapelle an, klatschte und schunkelte mit. Ohne Zugaben durften die Musiker weder vor der Pause noch am Schluss ihren wohlverdienten Feierabend genießen.

Gunter Geresma als DJ Gun legte zwischen den Sets der Kocherbacher und auch danach die größten Hits aufs, die sowohl Bayern als auch die Schlagerwelt hervorbrachten. In der Pause noch verhaltener, drehte der Darmstädter danach den Lautstärkeregler so richtig auf. Die Party näherte sich dem Höhepunkt, viel mehr Gäste standen auf den Bänken als dass sie saßen. Der Mittelgang wurde mehr und mehr zur Tanzfläche.

Katja Gönnawein freute sich, für Oktoberfest nicht nach München fahren zu müssen, sondern es vor Ort erleben zu dürfen. Die „absolut tolle Atmosphäre“ fiel ihr als erstmalige Teilnehmerin an der Nacht in Tracht sofort auf. Was der SVA auf die Beine stelle, um das kulturelle Leben in der Region zu bereichern, sei bemerkenswert. Ihr konnte Ramona Stein nur beipflichten. „Die Stimmung ist klasse“, meinte sie. Susanne Hoffmann-Rettig, die in den Vorjahren an diesem Tag immer arbeiten musste, war ebenfalls das erste Mal dabei. Auch sie war absolut begeistert.

Ein bayrischer Italiener: Marcello Cappello hatte sich fürs Oktoberfest komplett in Tracht geschmissen. Ihm gefällt das ganze Drumherum, außerdem „trifft man hier viele bekannte Gesichter“. Seine Lebensgefährtin Marianne Verona brachte zwei Verwandte aus Norditalien mit, denen Cappello gerade erklärte, was es mit dem Wort „Prost“ auf sich hat. Renate Dahlke genoss die Gemeinschaft und den Spaß in der Gruppe, mit der sie immer die „Nacht in Tracht“ besucht. Bürgermeister-Kandidatin Martina Tavaglione, die ebenso wie Christiane Hennrich das Fest besuchte, hob den großen ehrenamtlichen Einsatz beim SVA hervor, der die Veranstaltung zu einem kulturellen Highlight im Überwald mache.

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