Viel Interesse am neuen Gebäude der Wald-Michelbacher Feuerwehr

„Weit über den Erwartungen“ war der Besuch beim Tag der offenen Tür der Wald-Michelbacher Feuerwehr, freute sich Gemeindebrandinspektor Peter Capuani. Denn das nieselige, kalte und graue Wetter lud eigentlich so gar nicht zu einem Ausflug ein. Aber gerade weil Aktivitäten in der freien Natur damit fast unmöglich waren, kamen umso mehr Gäste ins neue Feuerwehrgerätehaus. Dort konnten sie nicht nur die zehn Fahrzeuge in Augenschein nehmen, sondern auch der Feuerwehrkapelle lauschen und die Gastfreundschaft der Brandschützer genießen.

Neben Capuani boten auch andere Floriansjünger Rundgänge durch die neuen Räume an, die in den kommenden Monaten fertiggestellt werden sollen. Für Fachfragen stand außerdem Architekt Gerhard Kunkel zur Verfügung, der Interessierten verschiedene Details am Bau erläuterte. Die Wehrleute spucken ebenfalls kräftig in die Hände, um den Quantensprung in Sachen Unterbringung zeitnah beziehen zu können.

„Wir streichen die Halle und stopfen Löcher zu“, handelt es sich laut Capuani dabei sowohl um einfachere als auch mit Bau eines Lastenaufzugs und Kühlzelle um diffizilere Arbeiten. Bisher stehen die Feuerwehrfahrzeuge noch in der alten Behausung. Nur was dort nicht mehr reinpasste, wird bereits in der neuen Halle untergestellt, in der aber noch verschiedene Installationen fehlen.

Für den Tag der offenen Tür hatte die Feuerwehr ihre komplette Flotte aufgeboten. Löschfahrzeuge, Strahlenspürtrupp, Einsatzleit- oder Gerätewagen sind nur einige davon. Durch diese Armada, meint Capuani, sei auch deutlich geworden, dass die Brandschützer ein Gebäude in dieser Größenordnung benötigen. Die Besucher, habe er mitgenommen, „sind vom Bau beeindruckt“ und freuten sich, dass die Feuerwehr nun eine anständige Unterkunft bekomme. „Viele positive Rückmeldungen“ bekam er den Tag über.

Während im Untergeschoss außerdem noch Waschanlage, Schlauchraum und Reparaturgrube angesiedelt sind, finden sich im Obergeschoss Leitzentrale, EDV- und Konferenzraum, Küche und Nebenräume. Wenn es um die Ausstattung der Küche geht, ist der Feuerwehrverein gefordert, denn Geräte und Innenarbeiten werden von ihm finanziert und geleistet. Deshalb ist Capuani umso dankbarer über den guten Zuspruch der Bevölkerung. „Denn der Erlös fließt wieder ins Gebäude hinein“, deutet er in den jetzt noch ziemlich kahlen Raum.

Ein Zugpferd ist bei den Festen auch immer die Feuerwehrkapelle. Unter der Leitung von Klaus Weihrauch spielen die knapp 30 Musiker fast den ganzen Tag über. Morgens gibt es eher traditionelle Märsche und Polkas, am Nachmittag wird das Programm moderner, gibt es aktuelle Stücke zu hören. Die große Fangemeinde der Kapelle dankt es dem Ensemble mit einem guten Besuch.

Um den kümmern sich den ganzen Tag der offenen Tür über auch 50 Mitglieder der Einsatzabteilung, Freunde und Partner sowie weitere Wehrangehörige. Mit Freude erblickte der GBI nicht nur Besucher aus der Großgemeinde, sondern auch aus dem Weschnitztal und umliegenden Gemeinden. Feuerwehrleute aus den verschiedenen Löschbezirken des Kreises Bergstraße, aber sogar darüber hinaus bis nach Hofheim, kamen auf einen Besuch vorbei. Kreisjugendwart Lutz Machleid aus Zwingenberg ist in Wald-Michelbach bereits ein guter alter Bekannter.

Neben der Currywurst mit hausgemachter Soße gab’s eine weitere Spezialität, die aber bereits um 13.30 Uhr ausverkauft war: selbst gemachte Erbsensuppe mit frischen Zutaten, die unter Mitwirkung von Capuani morgens in der Gulaschkanone zubereitet worden war – mit und ohne Fleisch. Die reich bestückte Kuchentheke, deren Inhalt überwiegend von den Feuerwehrfrauen und –freunden gespendet worden war, entschädigte aber dafür.

Neben der Feuerwehr informierten nebenan auch DRK-Orts- und Kreisverband über die neuen Räume. In Zukunft wird nicht nur ein Rettungswagen 24 Stunden in Wald-Michelbach stehen, sondern tagsüber zusätzlich ein zweiter. Der GBI freute sich mit den Vertretern der befreundeten Hilfsorganisation über diesen „deutlichen Fortschritt“ in Sachen Krankenversorgung. Die Rotkreuz-Helfer werden ihre neuen Räumlichkeiten demnächst offiziell beziehen.

Draußen lockten nicht nur die imposanten Feuerwehrfahrzeuge die Blicke der Kinder auf sich. So mancher Junge nahm auf dem Fahrersitz Platz und träumte sicher davon, eines Tages einen solchen Koloss selbst lenken zu dürfen. Trotz des schlechten Wetters war der Andrang an der Kletterwand groß. Gut gesichert konnte man zehn Meter in die Höhe gelangen, um sich von dort wieder auf Erdniveau abzuseilen. Dazu gab’s auch noch eine Torwand für die Kids, während sich die Erwachsenen in der großen Halle bestens unterhielten.

Auf etwa drei Millionen Euro belaufen sich die reinen Baukosten fürs neue Gebäude von Feuerwehr und DRK. Knapp 900.000 Euro gibt es an Zuschüssen wieder zurück. Die restlichen 2,1 Millionen hat die Gemeinde auf fünf Haushaltsjahre verteilt, um sie schultern zu können. Dazu kommen noch die verschiedenen Außenanlagen. Rechtzeitig vor dem Tag der offenen Tür war auch die Zufahrt von der Ludwigstraße fertig geworden.

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