Bewohner lesen die Äpfel fürs Kelterfest der Residenz „Leben am Wald“ in Gras-Ellenbach selbst

Wenn sich die Bäume auf den Streuobstwiesen vom Gewicht der Äpfel biegen, ist die Zeit der Kelterfeste gekommen. Bei der Residenz „Leben am Wald“ ist es bereits schöne Tradition, ein solches für die Bewohner und deren Angehörige zu veranstalten. Dieses Mal war es besonders von der Sonne verwöhnt und zog viele Gäste auf der weitläufigen Anlage Richtung „Green Gras Valley Ranch“, wo sie gemütlich verweilen und sich unterhalten lassen konnten.

Im Vorfeld lasen die Bewohner zusammen mit einem Teil der Hausmeister und dem sozialtherapeutischen Dienst auf den eigenen Wiesen in Affolterbach die Äpfel, erläuterte Astrid Seip-Unger, mit ihrem Mann Rainer Seip zusammen Geschäftsführerin der Residenz. „Wer teilnimmt, bekommt eine Urkunde für die Aktion“, sagte sie. Die sei unter den Bewohnern sehr begehrt. Sie werden dann beim Fest namentlich nach vorn gerufen und ausgezeichnet.

Zehn von ihnen fuhren mit dem Planwagen, den die Residenz im Rahmen ihrer Kutschtherapie nutzt, in den Wald-Michelbacher Stadtteil. „Die Lese der eigenen Äpfel ist immer ein Highlight“, meinte Cora Gross-Scholl, die Leiterin des sozialtherapeutischen Dienstes, der das Fest organisiert. In der Woche vor dem Kelterfest „steht jede Therapie im Zeichen von Äpfeln“, erklärte sie: der Literaturkreis, die Backgruppen, der Wochenabschluss, die Bastelgruppe oder Sport- und Bewegungsaktivitäten. Unter Betreuung durch die „Pusteblume“ aus Wald-Michelbach sei auch die Fest-Dekoration gestaltet worden, mit der man das Zelt ausschmückte.

Seit 15 Jahren wird regelmäßig einmal im September gekeltert. Über 100 Bewohner feiern dann bei schöner Unterhaltung mit.  Gerne gesehen und traditionell immer mit an Bord sind die Soma-Spatzen, ehemalige Fußballer aus Aschbach. Die waren schon in aktiven Zeiten sehr gesellig und pflegten neben dem Faible fürs runde Leder den Gesang, weiß Betriebsmanager Dr. Dirk Breitwieser. Als dann die Fußballschuhe an den Nagel gehängt wurden, wanderten die Ballkünstler fast alle nahtlos zum Gesangverein weiter. Sie unterhielten unter Leitung von Karl Reinhard mit lustigen Jäger-, Wander- und Heimatliedern sowie Schlagern.

Mit dem anderen musikalischen Gast, dem Spielmannszug Bürstadt, hat es eine besondere Bewandtnis. Denn der ehemalige Stabführer Eugen Schiffner ist schon lange Jahre Bewohner in der Residenz am Wald. Er nimmt beim Konzert immer ganz vorn vor der Bühne Platz, um seinem ehemaligen Musikzug so nah wie möglich zu sein und seinem Nachfolger Erik Minnder zuzuschauen. Die Musikanten wussten mit ihren schmissigen Weisen bestens zu unterhalten und bekamen viel Beifall.

In der Residenz werden 174 Bewohner der Neurophase F betreut. Das ganze Haus zählt ungefähr 150 Mitarbeiter in allen Bereichen. Etwa 20 von ihnen aus dem sozialtherapeutischen Dienst sorgten für die Bewirtung. Gerne saßen die Gäste bei herrlichem Wetter lange beisammen, erfreuten sich an der liebevollen Dekoration und lauschten der Musik. 250 Liter des frisch gepressten Apfelsafts wurden ausgeschenkt, nachdem sie von zwei Mitarbeitern gekeltert worden waren. Was übrig bleibt, lächelte Rainer Seip, wird dann zum sehr begehrten Apfelbrand verarbeitet.

 

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