40 Jahre als Erzieherinnen tätig: Ehrung für Elfriede Schwöbel und Ria Lahn im Kindergarten Unter-Schönmattenwag

„Früher war alles einfacher“ ist ein gerne verwendeter Satz, aber Elfriede Schwöbel weiß, wovon sie redet. Seit 40 Jahren leitet sie bereits den katholischen Kindergarten St. Marien in Unter-Schönmattenwag und hat in dieser Zeit viele Veränderungen erlebt. Baulich, organisatorisch, vom Arbeitsaufwand her, aber auch in der Erziehung der Kinder. Zusammen mit ihrer Kollegin Ria Lahn wurde sie jetzt für vier Jahrzehnte als Erzieherin in Diensten der katholischen Kirchengemeinde geehrt.

Mit 21 Jahren kam Schwöbel an den Kindergarten. Eigentlich als Erzieherin, „aber dann habe ich von Pfarrer Kaiser bei der Unterschrift erfahren, dass ich gleich als Leiterin anfange“. Mit fünf Ordnern habe sie damals begonnen, „heute sind die ganzen Schränke voll“. Dazu kamen noch PCs, Datenschutzbestimmungen, diverse Richtlinien und, und, und. Das Büro, weiß sie, „habe ich früher nebenher gemacht“ und stattdessen viel am Kind gearbeitet. Heutzutage sei es praktisch umgekehrt.

Auch baulich änderte sich Etliches. Die Grundräume waren schon immer da, aber die Möbel wurden gleich zu Beginn ihrer Tätigkeit erneuert. Und dieses Jahr wieder, was heißt, dass sie dann 40 Jahre gehalten hatten. Die zweite Ebene gibt es bereits seit über 25 Jahren. Puppen- oder Bastelecke gab es am Anfang nicht. Elfriede Schwöbel weiß deshalb noch zu gut, „dass sich nach meinem Dienstantritt einiges verändert hat“.

Dabei stand sie nie allein. Von Anfang an habe es viel Unterstützung aus der Elternschaft und den Vereinen gegeben – was sich bis heute fortsetzt. „Der ganze Ort steht hinter dem Kindergarten“, sagt sie. Dazu natürlich auch Hilfe vom Träger, der katholischen Kirchengemeinde, und dem Pfarrgemeinderat. Stillstand gibt es sowieso nicht. Derzeit wird an einer kirchenweiten Zertifizierung für die Kindergärten gearbeitet.

30 Kinder in zwei Gruppen werden heute in St. Marien betreut. „Kein Vergleich zu damals“, meint Ria Lahn. Die kam 1980 nach Unter-Schönmattenwag, nachdem sie zuvor vier Jahre im Aschbacher Kindergarten tätig war. In den Anfangsjahren waren in jeder Gruppe 25 Kinder untergebracht. „Das kann man sich gar nicht mehr vorstellen.“ Manchmal gab es so viele Anmeldungen, dass Dreijährige noch gar nicht aufgenommen werden konnten. „Die Erziehung änderte sich“, meint Lahn mit Blick auf die Unterschiede zwischen früher und heute.

Die beiden Jubilarinnen durften zu Beginn auf der Couch Platz nehmen, wo sie zuerst von den Kindern ein Ständchen gesungen bekamen. Danach hatte jedes eine Rose parat. Nicht zu vergessen eine kleine Überraschung. Denn beide Erzieherinnen hätten Spuren hinterlassen, meinte Kollegin Tanja Becker. Und nicht nur die heutigen Kinder begleitet, sondern bereits seit 40 Jahren die des Ortes und darüber hinaus.

Deshalb gab’s für Schwöbel und Lahn ein Bild mit Fußabdrücken. Die älteren Kinder, die da nicht mehr mitmachen wollten, hatten Portfolios über die beiden Erzieherinnen erarbeitet. „Weil die selbst so viel Arbeit in ihre über uns stecken“, sollten sie auch welche bekommen. Eltern, Kinder und Erzieherinnen suchten prägnante Stationen aus den vergangenen 40 Jahren heraus. Letztere hatten ebenfalls eine kleine Aufmerksamkeit parat.

Die Glückwünsche der Kirchengemeinde als Träger überbrachte Pfarrer Peter Pristas. Am 16. August 1976 habe Elfriede Schwöbel in St. Marien begonnen, am 2. Juni 1980 Ria Lahn, die bereits ab 1. August 1976 in Aschbach gearbeitet hatte. „Man lebt, leidet, freut sich mit“, meinte der Pfarrer. Erzieherinnen könnten sich kaum Distanziertheit leisten. Er dankte für die engagierte Arbeit mit Eltern und Kindern. Beide hätten vier Jahrzehnte voller Herausforderungen bewältigt.

„Auf Sie ist Verlass, was Sie anpacken, hat Hand und Fuß“, betonte der Geistliche. In St. Marien herrsche eine gute Arbeitsatmosphäre, so Pfarrer Pristas. Beide Erzieherinnen hätten „zwei Generationen vor Ort geprägt“ und den Menschen vieles mit auf den Weg gegeben. Die Urkunden von der Bistums-Caritas als Arbeitsgeber überreicht Pristas am Sonntag beim Pfarrfest im Haus des Gastes noch einmal in größerem öffentlichem Rahmen.

Für den Ortsbeirat überbrachte Martina Tavaglione Dank, Glückwünsche und einen Blumengruß. Sie lobte die „segensreiche Arbeit“ des Kindergartens und der Erzieherinnen für den Ort, in deren Genuss nicht zuletzt auch sie selbst durch den Besuch ihrer Tochter Giulia in St. Marien gekommen sei. Maria Schumacher, die Vorsitzende des Elternbeirats, trug ein Gedicht auf die beiden Jubilarinnen vor und überreichte Blumen, ehe der Kuchen mit der großen 40 drauf angeschnitten wurde und sich die Kinder aufs Frühstückbüffet stürzten.

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