„Footloose“ von der Wählemer Kerwejugend war beim bunten Abend der Renner

Jörg Helm und Anette Hinz sind das neue Kerwepaar. Und wie es die Quotenregelung will, sind damit wieder Unter- und Oberdorf in der Herrschaft vertreten. Beide wurden zum Schluss des Bunten Abends bei der Wählemer Kerwe in ihr Amt eingeführt. Die Vorgänger, Claudi Alvarez und Albrecht Bärenz, verabschiedeten sich mit einer launigen Rede. Gleichzeitig wurde auch schon der Kerweparre für nächstes Jahr bestimmt: Fabien Morr, dem Lara Helm als Mundschenkin zur Seite stehen wird.

Vorausgegangen war dem Höhepunkt des Sonntagabends ein über zweistündiges Programm, das von der Kerwejugend unter dem Motto „Let’s Dance“ arrangiert worden war. Deren Auftritt mit einem furiosen, umjubelten „Footloose“ bildete das Highlight im gut besuchten Festzelt. Mit einigem Augenzwinkern bekannten sich die Männer dabei zu ihrer Ungelenkigkeit und den steifen Hüften, was natürlich für die gewünschten Lacher sorgte. Die Frauen hatten eindeutig die geschmeidigeren, synchronen Bewegungen drauf. Eine heftig beklatschte Zugabe musste her und wurde gerne gegeben.

Bevor aber das Geheimnis der neuen Regentschaft gelüftet wurde, durften sich erst noch die Tombolagewinner freuen. Denn als Hauptpreis winkte ein Weinseminar für zwei Personen, das die Kerwejugend gestiftet hatte. Daneben durften sich die Zuschauer auch über Karten für die Theaterwerkstatt in Frankenthal und ein Spiel der Rhein-Neckar-Löwen freuen. Preise, die den Organisatoren gespendet worden waren.

Sascha Fischer, der Vorsitzende des Kerwevereins „Bohnestegge“, führte durch den unterhaltsamen Abend. Den Anfang machten die Jüngsten. Die „Wählemer Zwoggel“ im Alter zwischen sechs und zehn Jahren treten auch an Fastnacht auf und zeigten eine von Madlen Bienert einstudierte Aufführung. Die „Zumba-Kids“ von Jenny Stay schlossen sich an und heimsten ebenfalls viel Beifall ein. Die etwas älteren Semester repräsentierte der MGV Wallonia Wahlen unter der Leitung von Ralf Eisenhauer, der aber durchaus auch Stücke fürs junge Publikum bot.

Nicht fehlen durfte im Programmreigen auch der Vorstand des Kerwevereins. Getreu dem Motto „Let’s dance“ gab’s einen Tanz zu einem Lied aus „Dirty Dancing“. Die „Singles“ überbrückten mit ihren Stimmungsliedern die beiden Pausen zwischen den Vorführungsblöcken und spielten auch danach noch zum Tanz auf.

Der neue Kerweprinz Jörg Helm wusste gleich um die Vorteile des anstrengenden Amtes Bescheid: „Die Burg backt uns jedes Wochenende einen Kuchen“, sagte er, um danach unter Gelächter anzukündigen: „Beim Horst ist das erste Bier frei – aber nur bei Abnahme von zehn…“. Beim Kerwewalzer zum Amtsantritt durften beide dann neben den ausgeschiedenen Kerwepaar das Tanzbein schwingen.

Eingeläutet wurde der Sonntag vom Gottesdienst, den die evangelische Pfarrerin Tabea Graichen hielt und dabei auch Kerweparre Patrick Kohl einband. Die Predigt stand unter dem Motto „Wir sind eine Familie“. „Wenn Menschen aus verschiedenen Generationen wissen: Wir gehören zusammen – das drückt Vertrauen aus: Diese Verbindung übersteht auch schlechte Zeiten“, sagte Graichen. „Die Liebe ist ein starkes Fundament für die Beziehung von Menschen, von Männern und Frauen, von Eltern und Kindern, von Großeltern und Enkeln.“

„Wie kann ich jemanden aus meiner Familie Gutes tun?“, stellte Graichen als Frage in den Raum. Es gebe so viele Möglichkeiten, mit einer kleinen Aufmerksamkeit die familiäre Verbindung zu pflegen. Vielleicht am Wichtigsten sei, sich Zeit zu nehmen für die andere, für den anderen, für die Großeltern oder die Kinder. „Zeigen, dass mir trotz aller Alltagsroutine die Familie am Herzen liegt.“ Wenn man sich in etwas verrenne, „in eine Falle tappe“, einen Fehler mache: „Dann gibt es jemanden, der mir rät und Halt gibt“, meinte sie. „Wir sind nicht nur auf uns allein gestellt, sondern Teil einer Gemeinschaft. Gott sei Dank!“ Zur Umrahmung spielte die Blaskapelle Schimmeldewog unter Marcel Hamaekers auf und sang der MGV Wallonia einige Stücke. Das im proppenvollen Festzelt nach dem Gottesdienst angebotene Mittagessen fand zahlreiche Abnehmer.

Die nachmittägliche Abholung von Kerweparre Kohl und Mundschenk Fabien Morr verlief nicht nur wegen des ungewissen Wetters etwas nass. Denn sie stand unter dem Motto „Egal ob man schwitzt oder friert, Sommer ist, was in deinem Kopf passiert“. Dazu hatte die Kerwejugend ein Bassin auf einem Anhänger montiert und lud die beiden ein, auf dem Weg ins Festzelt eine Poolparty zu feiern.

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