Freie Wähler unterstützten Angelika Beckenbach als Kandidatin für den Bürgermeister-Posten in Abtsteinach

Angelika Beckenbach kann sich der Unterstützung der Freien Wähler für ihre Bürgermeister-Kandidatur am 12. März in Abtsteinach gewiss sein. Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung stellte sich die Kandidatin im „Grünen Baum“ der Runde mit ihrem Programm und ihrer Vita vor – und erntete durchweg positive Äußerungen für ihr Ansinnen, in der Nachfolge von Rolf Reinhard den Chefsessel im Rathaus besetzen wollen.

Hermann Rech brachte es nach dem Vortrag auf den Punkt: „Wenn ich nicht schon überzeugt gewesen wäre, dann wäre ich es spätestens jetzt“, attestierte er der 48-Jährigen, „mit Herzblut“ dabei zu sein. Das könne man aus ihrer Vorstellung heraushören. Beckenbach ist nach den Worten von Rech „eine würdige Nachfolgerin“ für den scheidenden Bürgermeister Reinhard.

Dieser betonte, „der Ort braucht neue Impulse“. Dazu seien Leute wie die gebürtige Hirschhornerin und seit 22 Jahren in Abtsteinach wohnende, „die auch mal quer denken“, genau die richtigen. Reinhard erläuterte, als Mitglied der Freien Wähler natürlich das FWV-Mitglied Beckenbach zu unterstützen, aber sich als Bürgermeister im Wahlkampf neutral zu verhalten.

In den vergangenen 25 Jahren, so der Rathauschef, habe es die Wählervereinigung verstanden, „Abtsteinach gut zu entwickeln“. Es sei für die Zukunft eine große Aufgabe, das erreichte gute Niveau zu halten. Er sah die langjährige Gemeindevertreterin als jemanden an, der die Gemeinde voran bringen werde. „Es wäre gut für den Ort, wenn der Bürgermeister-Posten wieder aus der FWV heraus besetzt würde“, betonte Reinhard.

Beckenbach machte klar, dass sie als unabhängige Kandidaten antrete, die sich im Falle einer Wahl als Bürgermeisterin für alle Einwohner verstehe. Auch Frank Wetzel, der als früherer FWV-Fraktionsvorsitzender den Findungsprozess mit begleitete, hob hervor, dass es „keinen Automatismus gab“, nur weil Beckenbach FW-Mitglied sei. Es seien vielmehr „die von Geli vertretenen Werte“, die sich mit denen der Freien Wähler deckten – und weshalb man sie als Kandidatin unterstütze.

Wetzel warnte aber davor, die Wahl als „Selbstläufer“ anzusehen. „Wir müssen uns reinhängen“, damit eine hohe Wahlbeteiligung erreicht werde, forderte er die über 20 Anwesenden auf. Er nannte als zusätzlichen Punkt neben der von Beckenbach angesprochenen interkommunalen Zusammenarbeit (IKZ) auf Überwald-Ebene auch die das Steinachtal abwärts. Hier etwa das Thema Busverbindung nach Heiligkreuzsteinach.

Das ist laut Reinhard „ein Bohren dicker Bretter“, das im Endeffekt die Gemeinde Geld koste. Es gelte die Haushalte kommender Jahre abzuwarten, ob das zu leisten sei. Beim Steinachtal-Raweg sei man dagegen ziemlich weit gekommen. Für eine endgültige Verwirklichung fehlte Reinhard zufolge noch die Zeit. Das könne dann seine Nachfolgerin angehen, meinte er schmunzelnd.

FWV-Vorsitzender Alois Berbner hatte sich zuvor in seiner Begrüßung über den guten Zuspruch der Mitglieder gefreut. Er nannte kurz den weiteren Bewerber aus CDU-Reihen, Kevin Flödl, um nach den Regularien dann auf die Vorstellung von Angelika Beckenbach überzuleiten. Nachdem sich bereits die Fraktion für ihre Unterstützung ausgesprochen habe, gehe es nun darum, auch den Mitgliedern eine Entscheidungshilfe an die Hand zu geben.

Die Bewerberin wies in ihrer Vorstellung auf ihre fast 30-jährige Verwaltungserfahrung in der Hirschhorner Stadtverwaltung hin. Neben Bauangelegenheiten sei sie in der letzten Zeit mit der Haushaltaufstellung und weiteren damit verwandten Punkten betraut gewesen, machte sie ihre fundierten Kenntnisse in den verschiedenen Bereichen deutlich. Hinter ihrer Kandidatur, so Beckenbach, „stehen Idealismus und Herzblut“.

In den 15 Jahren als Gemeindevertreterin „bin ich immer meiner Überzeugung gefolgt“, verdeutlichte die 48-Jährige. Das sei es auch, was die Freien Wähler auszeichne: die Unabhängigkeit des Einzelnen. Um den Ort für die Zukunft gut auszustellen, wünscht sie sich einen interfraktionellen Ansatz: „Wo sind Investitionen nötig, wie kann man sie finanzieren und was geschieht mit eventuellen Überschüssen“, könnten die Themen sein.

Der Bürgermeister-Kandidatin ist außerdem die Bürgernähe sehr wichtig. Diese will sie stärker in die kommunalen Entscheidungsprozesse mit einbeziehen. Als „kleine, einfache Ideen“, die kaum Geld kosteten, nannte sie Wochenmarkt, Ferienspiele und Infobroschüre für Neubürger. Finanziell sei Abtsteinach „auf einem sehr guten Weg“, betonte sie, was auch der Arbeit von Rolf Reinhard zu verdanken sei. Es sei für seine Nachfolgerin „leicht, darauf aufzubauen“.  Beckenbach betonte, „mit Herz und Sachverstand“ für die Bürger da zu sein. „Lasst es uns gemeinsam angehen“, meinte sie an die Runde gewandt.

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