Ehrenamtliche und Flüchtlinge feierten in Hammelbach miteinander

Ein fröhliches Fest ließ den Alltag vergessen: Die Flüchtlingshilfe Grasellenbach hatte zum Grillfest an der Weschnitzquelle eingeladen. Ehrenamtliche und Flüchtlinge feierten in schöner Atmosphäre miteinander. Etwa 60 Erwachsene und 15 Kinder hatten den Weg zur Grillhütte gefunden und verbrachten einen unbeschwerten Tag miteinander, der den Alltag in der Unterkunft und die Sorge um Freunde und Familie in Syrien vergessen ließ.

Viele der Besucher waren ehemalige Bewohner der beiden Unterkünfte „Sonnenhof“ und „Marienhof“, von denen einige in Hammelbach ein neues Zuhause gefunden haben. Sie brachten Freunde mit aus Belgien, Stuttgart und anderen Regionen. Große Wiedersehensfreude und herzliche Umarmungen gab es, als Mohammed und Rabee als ehemalige Sonnenhof-Bewohner extra aus Halle und Bensheim angereist kamen.

Die syrischen Flüchtlinge sowie ihre deutschen Freunde und Helfer hatten ein internationales Buffet zusammengestellt. Die Tische mit Hummus, Taboulé, Melonensalat und Kräuterbrot sowie vielen anderen leckeren Spezialitäten waren alleine schon eine Augenweide. Der Geschmack des Orients vermischte sich hier mit deutscher Koch- und Backkunst. Vom Grill verbreitete sich ein appetitanregender Duft, der selbst vorbeilaufende Wanderer neugierig werden ließ.

Bilderbuchwetter und das Kneippbecken lockten vor allem die Kinder immer wieder in das kühle Nass. Auf der Wiese nebenan hatte Silvia Unger einiges für die Kinder bereitgestellt. Neben einem Würfelspiel mit einer „Glücksspirale“ aus kleinen Gewinnen, gespendet von Mechthild Schmitt-König, hatte sie Gummibänder zum Loops-Armbänder knoten bereitgehalten, was vor allem die Mädchen begeisterte. Mit Federball und anderen Wurfspielen hatten auch die Erwachsenen Spaß.

Musikalische Beiträge kamen von Reimund Bach und Uli Krell, dessen syrische Gitarrenschüler ein deutschsprachiges Lied vortrugen. Arabische Gesänge, präsentiert von einigen syrischen Flüchtlingen erhielten viel Beifall – vor allem als Mohammed Alshehabie zu einem Tanz ansetzte. Friedlich schlummerte derweil in ihrer Babywippe die jüngste Besucherin Eeman, ein syrisches Mädchen, das vor drei Monaten – nach der Flucht ihrer Eltern – in Deutschland geboren wurde. Ein friedliches Bild verglichen mit den schrecklichen Bildern, die gerade aus Aleppo um die Welt gingen.

Die ältesten Besucher waren wohl ein Ehepaar aus Scharbach, das Deutschunterricht erteilt, sowie Dr. Werner Nitsche, der immer wieder in der Unterkunft vorbeischaut und sich um seine Schützlinge kümmert. „Ein rundum gelungener Tag“, meinte Annette Bach, die zusammen mit Martine Rüdinger und Christa Schwalb-Mücke den Tag organisiert hatte. „Es kam bereits die Nachfrage, wann das nächste Fest stattfinden wird.“ Ein Dank ihrerseits ging unter anderem an den Verkehrsverein in Hammelbach, der mit der kostenlosen Bereitstellung der Grillhütte diese Veranstaltung ermöglichte.

Info: Gesucht werden von der Flüchtlingshilfe weitere engagierte Helfer und/oder Paten, die Flüchtlingen bei der Integration zur Seite stehen und sie ein Stück auf ihrem Weg begleiten möchten. Kontakt über Annette Bach, Telefon 06253/21316, oder E-Mail alrbach@aol.com.

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