Fußgänger sollen in Siedelsbrunn gefahrloser die Weinheimer Straße queren können

Mit einer ansehnlichen Tagesordnung hatte sich der Ortsbeirat auf seiner vergangenen Sitzung zu beschäftigen. Der sichere Schulweg und die Einrichtung eines Behinderten-WCs im Bereich des Festplatzes in der Ortsmitte standen dabei im Mittelpunkt. Ortsvorsteher Helmut Gremm bedauerte zu Beginn, dass nur wenige Zuhörer anwesend waren. Die Anregung aus Besucherreihen, eventuell auch über die sozialen Medien zum Treffen einzuladen, nahm der anwesende Bürgermeister Joachim Kunkel zur Prüfung mit.

An der Bushaltestelle Ecke Dornweg, Obergasse und Weinheimer Straße besteht Handlungsbedarf in punkto Verkehrssicherheit für Fußgänger, vor allem Schüler. Gremm berichtete hier von einem Bürger-Hinweis, dass nun nach einer Verkehrszählung einfacher Ampeln oder Zebrastreifen eingerichtet werden könnten. Wie Kunkel ergänzte, habe es bereits einige Sitzungen und auch Ortstermine gegeben, um den neuralgischen Punkt in Augenschein zu nehmen.

Die längere Zeit installierte Geschwindigkeitsanzeige zeigte laut Gremm, dass im Schnitt „nicht viel zu schnell gefahren wird“. Allerdings sah er auch die verlangsamende Wirkung, wenn die Autofahrer ihr zu schnelles Tempo vor Augen gehalten bekämen. Deshalb wolle sich der Ortsbeirat dafür einsetzen, dass die Anlage auf jeden Fall wieder dort angebracht werde. „Die Autofahrer bremsen dann ab, wenn sie zu schnell sind“, beobachtete er.

Zebrasteifen und Ampel sah Gremm an dieser unübersichtlichen Stelle ein wenig kritisch. Denn es gebe dort zwei Kurven hintereinander. Somit könnte die Sicherheit auf einen Fußgängerüberweg „trügerisch sein“, weil Pkw-Lenker ihn schlecht einsehen könnten. Deshalb machte der Ortsvorsteher auch hinter eine Fußgängerampel ein Fragezeichen. Wie er erläuterte, solle bei einer kommenden Verkehrsschau eruiert werden, „was machbar ist“ und inwiefern die neuen Bestimmungen in Siedelsbrunn anwendbar seien. Auch werde überprüft, ob die Kriterien für eine stationäre Blitzampel gegeben seien.

Helmut Gremm nannte daneben in der Sitzung die Beschwerden von Bürgern über den schlechten Fahrbahnzustand der Weinheimer Straße. Durch die vielen Unebenheiten schepperten schon ab dem frühen Morgen die leeren Lkw durch den Ort. „Das tut Schläge, als ob der ins Haus reinfährt“, verdeutlichte er den Lärm. Bürgermeister Kunkel ergänzte, dass es der Gemeindeantrag auf eine grundlegende Sanierung der Ortsdurchfahrten von Siedelsbrunn und Kreidach nicht in die aktuelle Prioritätenliste für 2017 geschafft habe.

Da es sich jeweils um eine Landesstraße handle, sei nicht die Gemeinde, sondern Hessen Mobil dafür zuständig. Man wolle aber nun überprüfen, inwieweit durch eigene, kleinere Reparaturen und Ausbesserungsarbeiten eine Abmilderung geschafft werden könne, sagte der Rathauschef.

„Behinderte können nicht mitfeiern“, beschrieb Gremm das Fehlen eines entsprechenden WCs am Festplatz rund um die Ortsmitte. Und da in Siedelsbrunn mit Dorf-, Feuerwehr- und Kartoffelfest sowie Kerwe und Weihnachtsmarkt einige Feste auf dem Programm stehen, sieht der Ortsbeirat hier Handlungsbedarf. Neben dem Musikpavillon soll seinem Wunsch nach ein stationäres Toilettenhäuschen entstehen. Diesen Willen untermauerte er mit einem einstimmigen Beschluss.

Die Gemeinde soll nun die entsprechenden Kosten hierfür ermitteln. Danach wolle man schauen, inwiefern über Eigenleistung bestimmte Arbeiten ausgeführt werden könnten, so Gremm. Menschen mit körperlichem Handicap soll es so ermöglicht werden, an den Veranstaltungen problemlos teilnehmen zu können, hoffte er.

Mit Blick auf den kommenden Winter sprach Ortsbeirat Hans Trumpfheller noch einmal die Parkplatzsituation am Ortsausgang Richtung Kreidacher Höhe an. Gerade bei guten Schneeverhältnissen komme es hier regelmäßig zu Engpässen. Die potenzielle Fläche auf der linken Seite gehört zwar dem Land, könnte aber für Entlastung sorgen, wenn hier zusätzliche Stellflächen angeboten würden. Bürgermeister Kunkel will nun nachfragen, ob eine Anlegung und Nutzung möglich ist.

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