Der Abschluss-Montag ist in Wald-Michelbach immer eine feste (Kerwe-)Bank

Grandioser Abschluss der Gassenkerwe: Nachdem am Sonntagmittag beim Platzkonzert der Feuerwehr noch ein Platzregen niedergegangen war, zeigte sich das Wetter danach bis zum Schluss der Kirchweih im Ortszentrum von seiner angenehmen Seite. Was die Bevölkerung durch einen sehr guten Besuch der Traditionsveranstaltung zu honorieren wusste. Der Montag war für die beteiligten Vereine und Standbetreiber nach dem schon sehr guten Freitagabend wiederum ein Tag mit sehr viel Betrieb.

Bei den Fußballern von Türkspor freute man sich über den neuen Standplatz im Durchgangsbereich von der Gass zur Hofwiese. Denn in den Jahren zuvor war der Verein noch hinter dem Einhaus Richtung Post gestanden und damit am äußersten Rand der Festmeile. „Ab 21 Uhr hat’s am Freitag richtig geballert“, hieß es stilgerecht in Fußballersprache. Auch der spätere Samstagabend und die beiden restlichen Kerwetage ging es lebhaft zu.

Die komplette Mannschaft war über die Kirchweih im Einsatz, versorgte die Gäste zum einen mit Getränken, zum anderen aber auch mit türkischen Spezialitäten wie Döner, Baklawa und mit Käse belegten Brötchen. Jetzt muss für Türkspor nach einem Fehlstart mit zwei Niederlagen nur noch der erste Saisonsieg in der C-Liga her, den das Team am kommenden Wochenende in Lorsch einfahren möchte.

Die Fußballer der SG ließen es am Sonntagnachmittag nach den langen Feiern am Freitag- und Samstagabend erst einmal ruhig angehen. Besonders Richtung Mitternacht ging am Eröffnungstag dort mit der „Tanzfabrik“ die Post ab, sagte Dimitri Loenko. Zusammen mit der im vierten Jahr betriebenen Bar habe man für den großen Aufwand viel Lob bekommen, freute er sich.

Die Zusammenarbeit mit dem Label „Besessenheit“ sei eine Win-win-Situtation, meinte Loenko. Sicherlich sei das nicht die letzte Kooperation in dieser Form, kann er sich auch weitere gemeinsame Events vorstellen. „Wir müssen was für die Jugend bieten, damit die Kerwe weiterbesteht“, betonte der SG-Fußballer. Am SG-Bierpilz gegenüber des Rathauses war auch am letzten Kerwetag wieder viel los.

Bei der Feuerwehr ist der Sonntag immer eine feste Bank. Denn die Brandschützer sind die einzigen, die schon mittags öffnen und Essen anbieten, während der Rest der Kirchweih noch den Samstagabend auskuriert und sich erst am späteren Nachmittag wieder Leben zeigt. Wenn die Gäste erst einmal sitzen, dann bleiben sie auch gerne und genießen die Gastfreundschaft der Floriansjünger bis in den Nachmittag hinein.

Bei den zwischenzeitlichen beiden Schauern am Mittag war der überdachte Lulay-Hof auch die beste Möglichkeit, gemütlich sitzenzubleiben und den Klängen der Feuerwehrkapelle zu lauschen. Nach dem Platzkonzert war aber noch lange nicht Schluss mit Musik. Kurzerhand schnappten sich einige Ensemble-Mitglieder ihre Instrumente, setzten sich zwischen die Besucher und spielten fröhlich weiter bekannte Weisen zum Mitsingen.

Den guten Tropfen aus der Region hat sich der Wald-Michelbacher Robert Tröster verschrieben, der am Anfang der Gass mit Weinen, Bränden und Säften präsent war. „Ich will Getränke für Erwachsene präsentieren“, umschreibt er seinen Anspruch – also keine süßen Mixdrinks, sondern geschmacksintensive Sachen. Sein „Lausbub“ etwa ist eine Hugo-Adaption, bei der er aber Basilikum statt Minze verwendet. Die Weine stammen von den Bergsträßen-Hängen, die etwas hochprozentigeren Tropfen oftmals von den Streuobstwiesen der Region. „Der Odenwald steht für Äpfel“, betont Tröster.

Viel Andrang herrschte am Sonntagnachmittag und den ganzen Montag auch auf dem Oberle-Parkplatz. Denn dort waren die Kinderfahrgeschäfte und Buden beheimatet, die regen Zuspruch fanden. Der traditionelle Abschlusstag startete früher als der Sonntag. Bereits am 11 Uhr begann der Kerwebetrieb mit Frühschoppen und anschließendem Mittagessen. Viele Firmen kommen traditionell auf der Kirchweih vorbei, um den Kontakt in der Belegschaft zu pflegen.

Im Lok-Schuppen, bei der Feuerwehr, dem Skiclub und bei Türkspor genossen die Einheimischen und auswärtige Besucher die Gastfreundschaft der teilnehmenden Vereine. Bei der Eintracht, die mit Bembel- und Bierwagen, Bar und Festzelt präsent war, spielten auf dem Stagemobil der Hofwiese die „Zwoa Spitzbuam“ zum Ausklang auf, während sich nebenan der „Twister“ drehte und die Adrenalin-Süchtigen schnell in die Kurve und Luft schleuderte.

Advertisements