Hammelbacher Ferienspaß-Kinder verbachten einen Nachmittag in Afrika

Einen Nachmittag lang in Afrika: Für zwölf Ferienspaß-Kinder wurde die virtuelle Reise auf Einladung der katholischen öffentlichen Bücherei (KöB) im Gemeindezentrum möglich. Sie durften Tiermasken basteln, Callebasse anmalen, aus farbigem Papier Schmuckbänder herstellen und in verschiedenen Büchern über den Kontinent schmökern. Auch der Nachtisch war passend: Mit „Degue“ gab es ein Nationalgericht aus Burkina Faso, das aus Hirse, Quark und in der hiesigen Variante Pfirsichen bestand.

„Das wasserscheue Krokodil“, „Bojabi, der Zauberbaum“ oder ein Safari-Photocilar waren Anziehungspunkte für die Leseratten. Die älteren Kinder lasen den jüngeren vor, da die Teilnehmer (elf Mädchen, ein Quotenjunge) im Alter zwischen fünf und zehn Jahren waren. Das Safari-Buch wiederum war etwas fürs Auge, da es mit 3D-Bildern arbeitete. Da rannte dann schon mal wie lebensecht ein Gepard durch die Savanne oder mampfte ein Gorilla genüsslich Grünzeug.

Giraffe und Löwe waren angesagt beim Tiermasken-Basteln. Mit farbigem Papier, aufgemalten Augen, Nase und Barthaaren sowie aufgeklebten Puscheln für die Ohren stellten die Kinder ihre eigenen Interpretationen der Gesichter her, die sie sich dann mit einem Gummiband als Halterung aufsetzen konnten.

Direkt aus Burkina Faso, wo Martina Rüdinger schon öfters mit dem Birkenauer Verein „Christen für Afrika“ war, hatte sie die Callebasse mitgebracht. Dabei handelt es sich um Flaschenkürbisse, deren Schale für alle möglichen Zwecke benutzt wird. Aus den ganz großen kann dann auch schon eine Schale entstehen, aus den etwas kleineren wird Geschirr. Oder sie werden, wenn sie ganz klein geraten sind, zum Bemalen genutzt. „In Imasgo werden sie auch schon mal als Weihnachtskugeln verwendet“, schmunzelte Rüdinger.

Sie hatte zu Beginn des Nachmittags den Hammelbacher Kindern gezeigt, wie die Lebensbedingungen der Gleichaltrigen in dem westafrikanischen Land sind. Die Schule unter einem Strohdach am Seeufer fanden diese zuerst sehr idyllisch. Als dann aber Rüdinger sagte, dass in einer Klasse 60 Kinder zusammen lernten, diese oftmals kilometerlange Wege zu Fuß oder mit dem Rad bewältigen müssten und zusätzlich Bilder der Open-Air-Küche zeigte, klang die Begeisterung ein wenig ab.

Wie hart das Leben in der Savanne Afrikas ist, beleuchtete Rüdinger auch durch Betrachtung der schwierigen Lebensbedingungen. „Es gibt kein fließendes Wasser, keinen Strom, es ist sehr heiß“, erläuterte sie den Kindern. Diese bekamen außerdem noch ein paar Alltagsgegenstände gezeigt, um sich ein Bild vom Leben der dortigen Schüler machen zu können.

Die Herstellung von Schmuckbändern aus buntem Papier mit einer Kordel sei bei den Frauen in Imasgo weit verbreitet, berichtete Rüdinger. Auch hieran durften sich die Ferienspaß-Kids versuchen. Unterstützung gab’s dabei von Annette Bach. Wie bei den anderen Aktionen waren die jungen Teilnehmer mit Feuereifer bei der Sache. Aylin, Lucy und Nora machten die Ketten am meisten Spaß, nachdem sie die anderen Aktionen schon ausprobiert hatten. „Das lässt sich doch prima verschenken“, meinten die drei.

Amelia, Lea und Riccardo dagegen klebten eifrig unter Mithilfe von Renate Dahlke Masken zusammen, die dann auch gleich ausprobiert wurden. Plötzlich waren Giraffen und Löwen in der Bücherei unterwegs. Natürlich durfte alles selbst Hergestellte später mit nach Hause genommen werden.

Mit der Resonanz auf den erstmals angebotenen Ferienspaß waren die drei KöB-Betreuerinnen zufrieden. Und von der Begeisterung der elf Mädchen und des einen Jungen angetan, mit dem sich diese den verschiedenen Bastelaktionen widmeten. All das mit einem positiven Nebeneffekt: „Die Kinder haben nebenher von der Bücherei erfahren“, erhoffte sich Rüdinger ein paar neue, junge Leser

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