Eine Eiche im Aschbacher Wiesental ist nun Manfred Bersch gewidmet

Eine Eiche ist nun dem langjährigen Ortsvorsteher Manfred Bersch gewidmet. Sie steht in der Nähe des Schorkebrunnens, wenn man vom Geopark-Infozentrum hangabwärts schreitet, und bietet einen schönen Blick ins naturbelassene Tal hinunter. Für dieses hat sich Bersch in seiner Amtszeit stark eingesetzt und auch die besondere Aufwertung erreicht. Als Nachklapp zu seinem 80. Geburtstag Anfang Juni hatte sich der Ortsbeirat jetzt diese besondere Würdigung überlegt.

Wie der jetzige Ortsvorsteher Thomas Heiligenthal sagte, habe man sich im Gremium überlegt, wie man die Verdienste von Bersch anerkennen könne. Der 80-Jährige „liebt das Wiesental“ und habe dessen Entwicklung mitgelebt. Deshalb sei der Gedanke naheliegend gewesen, ihn hier „zu verewigen“. Die Idee sei gewesen, Bersch einen bereits gewachsenen Baum zu widmen, von dem er aus aufs Wiesental blicken könne.

Bürgermeister Joachim Kunkel empfand die Baumwidmung als „eine sehr gute Idee“. Die damalige Entscheidung, das Wiesental der Natur zu überlassen, sei die richtige gewesen, sagte er. Es sei zu einem wichtigen Bestandteil des Geo-Naturparks geworden. Als Ortsvorsteher habe sich Bersch immer diesem Ziel gewidmet und für die Entwicklung des Tals eingesetzt. Die Zusammenarbeit zwischen Ortsbeirat und Gemeinde habe „immer gut harmoniert“, sagte Kunkel.

Manfred Bersch kam 1978 mit seiner Frau Helga nach Wald-Michelbach. Innerhalb von zwei Jahren bauten sie sich die Alte Mühle als neue Heimat auf und zogen 1980 dort ein. Dass es die beiden, aus dem Rhein-Main-Gebiet kommend, nach Aschbach verschlug, war Zufall. Denn eigentlich suchten sie an der Bergstraße. Dort war es zu teuer „und so kamen wir immer weiter in den Odenwald hinein“, schmunzelte Helga Bersch.

13 Jahre war Manfred Bersch Ortsvorsteher in Aschbach und fünf Jahre Stellvertreter, ehe er 2011 beim Ausscheiden den Titel „Ehrenortsvorsteher“ erhielt. Auch als Nicht-Ortsbeirat-Mitglied blieb er ehrenamtlicher Wiesental-Beauftragter. Seit 1974 ist Bersch Mitglied der SPD, zwischenzeitlich auch Gemeindevertreter und Fraktionsvorsitzender. Für seine besonderen Verdienste bekam er im Jahr 2008 den Ehrenbrief des Landes Hessen überreicht.

Bersch, in Moskau geboren, machte 1956 das Abitur und studierte Anglistik, Geschichte und politische Wissenschaften. Er entschied sich für den Schuldienst. Englisch, Geschichte sowie Sozial- und Gemeinschaftskunde waren seine Fächer. Das Referendariat absolvierte er in Langen und Neu-Isenburg, in Dreieich wurde er zum Oberstudienrat befördert. Dort lernte er auch seine Frau Helga kennen. Der Jubilar hat aus zwei Ehen drei Söhne. Bis zur Pensionierung 1994 arbeitete Bersch an der Rimbacher Martin-Luther-Schule.

Der Geopark-Pfad „Wiesental“ lädt dazu ein, typische Lebensräume des Odenwaldes mit ihren Tier- und Pflanzenarten kennenzulernen und dabei auch Vertrautes am Wegesrand neu zu entdecken. Mit behutsamen Maßnahmen wurde das Wiesental, das für Aschbach seit jeher eine ganz besondere Bedeutung hatte, für das Erleben und Entdecken, für das Lernen und Verweilen gestaltet. Der Geopfad ist etwa 1,2 Kilometer lang und in einer Stunde begehbar. Die 14 Informationstafeln geben einen Einblick in die Vielfalt des Tals, das zu jeder Jahreszeit neue Entdeckungen bietet und ein Stück „Odenwald im Kleinen“ präsentiert.

Die ausgeschilderten Rundwege stellen typische ökologische Strukturen des Wiesentals mit ihren Bewohnern aus der Tier- und Pflanzenwelt vor und vermitteln Einblicke in die reichhaltige Ortsgeschichte Aschbachs. Die Schautafeln informieren anschaulich über die Lebensräume Feuchtwiese, Streuobstwiese, Steinwall und Stillgewässer mit ihren standorttypischen Lebensgemeinschaften. Im Speziellen wird auf einzelne Pflanzen wie die Binse und die Schwarzerle und ihre Verwendung in früheren Zeiten als auch heute eingegangen.

Ferner sieht man einen sogenannten Steinwall, der durch die mühsame Handarbeit der Bauern auf den Feldern entstand, als die Steine auf den Äckern am Rand abgelagert wurden. Die Granite und Sandsteine der beiden Steinwälle auf beiden Seiten des Weges symbolisieren auch den nahe gelegenen Übergang vom kristallinen Odenwald im Westen zum Buntsandstein-Odenwald im Osten.

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