Überwald-Gymnasium zeigte beim ersten Sommerkonzert seine große musikalische Vielfalt

Die Entscheidung, das Sommerkonzert des Überwald-Gymnasiums vor einiger Zeit zweizuteilen, war goldrichtig. Das zeigte sich jetzt wieder beim ersten Teil, der in der ÜWG-Aula über die Bühne ging. Zum Glück herrschten im Gegensatz zum vergangenen Jahr diesmal sehr angenehme Temperaturen, sodass die zweieinhalb Stunden Musik nicht so schweißtreibend waren. Das ÜWG hat so viele musikalische Schüler, dass ein Abend gar nicht ausreicht, damit sich alle präsentieren können. Den Anfang machten diesmal Instrumental- und Gesangsklassen, Musikgruppen, die Irish-Folk-Band „Pub of Éire“ und Solisten.

Einen gelungenen Start gab es mit der Bläserklasse der 5B unter Leitung von Sebastian Schertel. Nach einem schönen „California Dreamin‘“ zauberten die Schüler in „Tempest“ von Robert Smith alle Facetten eines Gewitters auf die Bühne. Sich voluminös steigernde Blechbläser führten das Stück zu einem furiosen Abschluss mit gewaltigem Trommeldonner. Lang anhaltender Beifall begleitete das erste Highlight des Abends.

Wie stark Musik am ÜWG in der Luft liegt, zeigt sich an der schieren Anzahl der Musizierenden. 130 Schüler waren es allein beim ersten Konzert, die die Bühne enterten. 270 sind es insgesamt. Weit über 300 Zuschauer, vor allem Eltern und Großeltern, wollten sich dieses Spektakel nicht entgehen lassen und füllten die Aula fast bis auf den letzten Platz.

Den Klassikern Fontane und Goethe widmeten sich die Gesangsklassen 5A und 5B von Stefan Römer. Mit dem Herrn von Ribbeck und dem Zauberlehrling „sind zwei Balladen dabei, die jeder noch aus seiner Schulzeit kennt“, meinte dieser. Sätze, die „noch allen im Gedächtnis geblieben sind“. Ingo Bredenbach vertonte diese beide und die „Frösche“ von Goethe für Kinderchöre. Diese Bearbeitung „lässt sie facettenreicher vor dem geistigen Auge entstehen“, so Römer. Der Text falle einem sofort wieder ein, „wenn man die Melodie im Kopf hat“.

Alle drei Stücke zeichneten sich durch ihre Komplexität aus, die von den beiden Klassen unter dem Dirigat von Doris Steffan-Wagner bestens gemeistert wurde. Passend zum Herrn Ribbeck auf Havelland zauberten die jungen Sänger danach Birnen hervor und verteilten sie im Publikum. Den Zauberlehrling brachten sie mal zart, mal mit machtvollen Passagen sehr eindrucksvoll rüber.

Die Bläserklasse 8B unter Michael Valentin spielte zuerst mit Klavierbegleitung durch Thomas Braun das Pavane op. 50 von Faurè, ehe dann die beiden Solisten Paul Arnold (Tenor-Saxophon) und Fabian Schork (Alt-Saxophon) bei „La Latina“ ihr Können zeigten. Nach Laura Kilthau und Georg Richter aus der E-Phase mit der Badinerie BWV 1067 von Bach wurde es vor der Pause mit dem „Changes“ von Faul/WadAd noch einmal fetzig. Die 6C vermochte es, das im Musikunterricht von Thomas Braun eingeübte Stück sehr schön zu interpretieren. Fabian Schork überzeugte als Solist auf dem Saxophon mit den jazzigen Melodien, Nina Bechthold begleitete auf dem Klavier.

Die zweite Hälfte wurde durch einen Klassiker eröffnet. Dave Brubecks „Take five“ wurde unter der Leitung von Werner Marquard von den Solisten Sarah Schmitt, Fleix Strasser, Laura Kilthau, Juliana Metz und Lehrerin Marion Haar gespielt. Gefolgt vom „Unsquare Dance“, bei dem Georg Richter am Klavier unterstützte.

Die Irish-Folk-Band „Pub of Èire”, die vergangenes Jahr beim Sommerkonzert ihren ersten Auftritt hatte, durfte natürlich nicht fehlen. Mit Leiter Thomas Braun am Klavier wurde es nicht nur traditionell irisch, sondern auch zwei Welthits fanden Eingang ins Programm: „Only Time“ von Enya (Sängerin Sarah Sittner) und „My Heart will go on“ von Céline Dion aus dem Titanic-Film (Sharon Klay, beide aus der E-Phase). Beim abschließenden „Adiemus“ ging es dann sogar vierstimmig zu.

Die Bläserklasse 7B mit Referendar Sören Lindemann am Klavier unter der Leitung von Werner Marquard glänzte mit zwei fetzigen Rhythmen: zuerst dem „Dialogues“ von Wagner, danach dem Thema aus der Filmreihe „Piraten der Karibik“. Gerade bei letzterem meinte man immer wieder, Johnny Depp müsste gleich um die Ecke schauen, mit so viel Power ging die Klasse zu Werke. Das war schon nahe an einem Big-Band-Sound.

In seinen Dankesworten wies Schulleiter Reinhard Fahrenholz darauf hin, dass „die Konzerte einen wichtigen Aspekt für Schule und Schüler haben“. Sie brächten den Heranwachsenden schöne Erfahrungen und Erlebnisse. „Es sind lebenslange Bereicherungen möglich“, so der Rektor. Er freute sich deshalb, dass es immer wieder die Möglichkeit zur Konzert-Durchführung gebe. Es sei ein großer Erfolg fürs ÜWG, wenn 270 Schüler zusammen musizierten.

Viel und laut beklatschter Abschluss war ein Ausflug ins Dschungelbuch. „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ spielten die Musiklehrer, unterstützt von einem vielstimmigen Schülerchor unter der Leitung von Doris Steffan-Wagner. Auch die Gäste waren zum Mitsingen eingeladen. Sebastian Schertel (Tuba), Stefan Römer (Posaune), Werner Marquard (Trompete), Thomas Braun (Klavier) und Michael Valentin (Klarinette) hatten sichtlich Spaß an dem Stück.

Advertisements