Grundschule Schimmeldewog präsentiert sich beim Jubiläum fit für die nächsten 50 Jahre

Mit einen großen, unterhaltsamen Festakt feierte die Grundschule Schimmeldewog das 50-jährige Bestehen des Schulhauses auf dem Hügel über dem Ort. Und hatte sich dazu natürlich viele Gäste eingeladen, die sich an den Darbietungen der Schüler und des Kollegiums erfreuten. In den Reden wurde immer wieder die Bedeutung der Schule für den Ort und den dörflichen Zusammenhalt deutlich und welche hervorragende pädagogische Arbeit hier geleistet wird.

Was die Grundschule ausmacht, zeigte sich gleich zu Beginn. Nach dem Einstieg mit dem Schulrap zeigte ebenfalls der 66 Köpfe starke Chor unter der Leitung von Nina Reuber mit dem Stück „Löwenherz“ einen Ausschnitt aus dem im Frühjahr aufgeführten Musical, das mit dem MGV-Projektchor und der ÜWG-Big Band einstudiert worden war. Die beiden Schulsprecher Hannah Ehret und Amos Holik begrüßten die Gäste im Mehrzweckraum, der nach der Sanierung vor einigen Jahren angebaut worden war. Gemeinsam mit den Lehrern hätten die Schüler ein buntes Programm zusammengestellt, sagten sie.

Kreisbeigeordneter Volker Buser betonte, im Ort würden von Kindheit an der Zusammenhalt und das gemeinsame Miteinander gepflegt. Er würdigte die vielfältigen Aktivitäten der Schule in Zusammenarbeit mit vielen anderen. „Dieses Gemeinsame ist der Schlüssel zum Erfolg“, so Buser. Die vor fünf Jahren in die Sanierung investierte eine Million Euro sei „gut angelegtes Geld für die Kinder und ihre Zukunft“ gewesen. Denn neben schöner Landschaft sowie engagierten Eltern und Lehrern trügen auch Schulstandard und -ausstattung zu einem glänzenden Gesamtbild bei.

Bürgermeister Joachim Kunkel zeigte sich „sehr stolz, dass wir dieses Jubiläum feiern können“. In den vergangenen fünf Jahrzehnten sei an der Schule eine „tolle Arbeit“ geleistet worden. Vieles habe sich in dieser Zeit verändert. Mit dem pädagogischen Konzept „heben Sie sich von anderen Schulen ab“, betonte er. Das stärke wiederum den Standort. Es seit Anfang der 60er Jahre eine „mutige Entscheidung“ der damals selbstständigen Gemeinde Unter-Schönmattenwag gewesen, den Neubau anzustoßen.

Die notwendige Unterstützung für eine kleine Schule „bekommen Sie aus dem Ort auch“, sagte der Bürgermeister. Wenn die räumlichen Voraussetzungen stimmten, „dann macht Lehren und Lernen Spaß“, meinte er. Dies sei wichtig für einen Ort, in dem zwar viele wegen der schönen Lage wohnen wollten, aber von dem aus der Weg zu Arbeitsplätzen oftmals lang sei.

Ortsvorsteher Hans-Dieter Martin blickte auf seine eigenen Pennälerjahre in der Grundschule Schimmeldewog zurück. 1967 eingeschult, war der Bau auf dem Hügel gerade ein Jahr zuvor fertig geworden. In der damaligen Volksschule verteilten sich über 100 Kinder auf sechs Klassen. „Da ging es oft sehr eng zu“, so Martin. Als drei Jahre später die Hauptschule abgeschafft wurde, kamen die Grundschüler aus Ober-Schönmattenwag hinzu. Da dies in die Zeit der geburtenstarken Jahrgänge fiel, wurde es seinen Worten nach nicht leerer.

Martin wies darauf hin, dass die Grundschule „die Basis für das Lernen“ bilde. Die kleine Schule „hat einen sehr hohen Standard“ und biete eine „tolle Qualität“. Mit der Lehranstalt im Dorf werde gleichzeitig eine hohe Lebensqualität gewährleistet. Das vom Kreis investierte Geld sei sehr gut angelegt.

Der ehemalige Landrat Matthias Wilkes, in dessen Regierungszeit das Umbauprogramm fiel, hob ebenfalls darauf ab. Man habe es mit der Sanierung verstanden, „die Schule in die Zukunft zu führen“. Eine solch hohe Investition garantiere gleichzeitig den Weiterbestand, sagte er. Wilkes hob die Priorität der Bildung hervor. Dies müsse auch „in der großen Politik“ so ankommen, die aber stattdessen lieber Elektroautos mit 1,2 Milliarden Euro fördere.

Wilkes, ein bekennender Odenwald-Fan, bezeichnete Schönmattenwag in Anlehnung an Astrid Lindgrens Bücher als „Bullerbü des Odenwalds“. Der Begriff „Dorfschule“ sei in diesem Zusammenhang nichts Abwertendes, „sondern das schönste Prädikat“. Diese sei in die Dorfgemeinschaft eingebettet und fest in ihr verwurzelt. Gleichzeitig sei ihr Bestehen „ein wesentlicher Faktor für die Wohnortentscheidung von jungen Familien“.

Stellvertretend für alle Schulen des Überwalds und des Gorxheimertals überbrachte ÜWG-Direktor Reinhard Fahrenholz Grüße. Er betonte die gute Zusammenarbeit zwischen Grund- und weiterführenden Schulen. Pfarrer Peter Pristas machte anhand eines Rechenspiels deutlich, dass am Ende immer ein gutes Ergebnis stehe, „egal mit welcher Zahl man anfängt“. Er appellierte deshalb an die Schüler: „Lernen ist etwas Tolles und ganz, ganz wichtig“. Für den Förderverein übergab Martina Tavaglione nach ihren Grußworten „für weitere Feiern“ einen kleinen Ofen.

Was die Grundschule Schimmeldewog alles zu bieten hat, kam nicht nur in den verschiedenen Aufführungen rüber, sondern wurde den Festgästen bei der Feier zum 50-jährigen Bestehen des Schulhauses auch von den Schülern Amos Holik und Silas Hecker in Form einer Powerpoint-Präsentation unter dem Titel „Unsere Schule“ vermittelt. Hier bekamen die Besucher einen „ernsteren“ Einblick in den Schulalltag, während sich das Lehrerkollegium mit einem Sketch selbst auf die Schippe nahm.

Bachs C-Dur-Präludium wurde von der vierten Klasse mit Musiklehrerin Nina Reuber am Klavier und den Schülern an den Xylophonen aufgeführt. Die dritte Klasse zeigte ihre Künste auf den „Boomwhackers“. Der Chor hatte einen weiteren Auftritt mit den Stücken „John Maynard“ und „Heideröslein“, ehe die vierte Klasse einen Sketch aufführte. Den Abschluss bildete das traditionelle Schimmeldewäer Lied, dessen Text für die Auswärtigen extra auf dem Programm abgedruckt worden war.

Wie Schulleiterin Sabine Herold in ihrer Rede sagte, sei im Ort bald nach dem Zweiten Weltkrieg der Wunsch nach einem neuen Schulhaus aufgekommen. Am alten in der Hauptstraße nagte der Zahn der Zeit und es platzte aus allen Nähten. Die Räume waren darüber hinaus nicht mehr zeitgemäß. 1959 starteten ihren Worten zufolge die Planungen, die 1964 im Baubeginn mündeten. 445.000 Mark betrugen zu dieser Zeit die Baukosten, von denen die noch selbstständige Gemeinde Unter-Schönmattenwag 90.000 Mark zu tragen hatte. Eine stolze Summe für damalige Verhältnisse.

108 Kinder aus den beiden Schönmattenwags besuchten später die Schule. „Irgendwann wurde auch die neue Schule alt“, berichtete Herold. Darüber hinaus stiegen die Anforderungen an den Schulalltag, es gab neue Aufgaben. Ab 2010 wurden Sanierung und Anbau geplant. Neue sanitäre Anlagen, Heizung, Elektroinstallationen, Rettungswege und eben Mehrzweckraum bildeten die Kernpunkte.

In der heißen Phase der Bauphase war laut Herold der Schulbetrieb ins Haus des Gastes ausgelagert. „Die Kinder fanden das toll, Eltern und Lehrer weniger“, meinte sie. Im Dezember 2011 zurück im Gebäude, „stand damals noch das Toilettenhäuschen auf dem Schulhof“ – weil noch nicht alles fertig war. Vor vier Jahren gab es dann die Einweihung des renovierten Schulhauses.

Die Schulleiterin wies auf die vielfältigen schulischen Aktivitäten hin. Mit Festen und großen Projekten werde nicht nur das Schulleben bereichert. Herold erwähnte besonders die Musicalprojekte mit dem MGV Sängerbund Unter-Schönmattenwag. Die starteten 2007 und fanden dieses Jahr zum vierten Mal statt – erstmals in Zusammenarbeit mit der Big Band des Überwald-Gymnasiums „Auch eine kleine Schule trägt so zum kulturellen Leben des Orts bei“, hob sie hervor.

Sabine Herold würdigte die damalige Entscheidung der Gemeinde zum Schulhaus-Neubau als „zukunftsweisend“. Weil jetzt Geburtstag sei, hatte sie auch gleich einen handfesten und einen allgemeinen Wunsch parat. Zum einen solle die Pflasterung abgeschlossen werden, zum anderen erhoffe man sich „viele weitere Schuljahre in diesem Haus“. Mit einem kleinen Empfang, bei dem auch viele Erinnerungen unter anderem mit einer früheren Lehrerin und der Frau des ersten Schulleiters ausgetauscht wurden, endete die Feierstunde.

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