Nach dem Einzug ins EM-Halbfinale ging’s beim Hammelbacher Schwimmbadfest ab

Ab Mitternacht füllten sich die Reihen beim Hammelbacher Schwimmbadfest doch noch und Sabrina Blessing war danach ganz zufrieden mit dem Zuspruch. Noch vor Beginn des Fußballspiels Deutschland-Italien hatte die Kioskbetreiberin allerdings etwas sorgenvoll auf einige leere Bänke geschaut. Zum zweiten Mal veranstaltete sie mit ihrem Mann Jörg und Sohn Julian das Event. Neben der Band „The RoxXx“, die bereits im vergangenen Jahr das Wasser zum Kochen gebracht hatte, war diesmal auch Mentalmagier Christian Fontagnier, bekannt aus das „Supertalent“, dabei.

Sicherlich hätte sich Blessing kurz vor dem Anpfiff um 21 Uhr auch gewünscht, dass ihr der Magier ein paar mehr Besucher ins Freibad zauberte. „Vergangenes Jahr um die Zeit war es um einiges voller“, sagte sie. Insgesamt habe man in der Erstauflage im Jahr nach der Übernahme des Kiosks durch sie um die 400 Gäste gezählt. „Nächstes Jahr ist wieder kein Fußball und da kommen wieder mehr“, meinte sie augenzwinkernd. Das Schwimmbad-Team, zu dem sie an diesem Abend auch noch das Personal aus dem ebenfalls von ihr betreuten Wald-Michelbacher Bad geholt hatte, zauberte aber im Vorfeld ebenfalls.

30 Lampen und nochmal so viel Bambusfackeln tauchten nach Einbruch der Dunkelheit das Becken und die umliegenden Flächen in ein ganz besonderes Ambiente. So richtig genießen ließ sich das aber für die Fußball-Fans erst, nachdem um 10 vor 12 der entscheidende Elfer durch Hector verwandelt worden war. Dann ging die Party mit „The RoxXx“ so richtig ab. „Wir haben uns in der Vorbereitung noch mehr Mühe gegeben“, meinte Blessing. So habe ihr Mann eine neue Theke gebaut und sich der Sohn künstlerisch eingebracht.

Fontagnier, der Ende vergangenen Jahres in der RTL-Sendung „Das Supertalent“ zu sehen war, hatten die Blessings auf einer Show kennengelernt. „Ich dachte sofort, der wäre doch was für unser Fest.“ Der 44-jährige Grundschullehrer aus Ingelfingen zeigte vor dem Spiel, in der Halbzeit- sowie in Musikpause jeweils Programmpunkte aus seiner Show. Natürlich kam auch die Interaktion mit dem Publikum nicht zu kurz.

Nach dem gewonnenen Elfmeterschießen war die Stimmung auf dem Höhepunkt. Die sechsköpfige Band, von diversen Auftritten im Überwald bestens bekannt, legte direkt nach dem Abpfiff los und verbreitete beste Laune. Zusammen mit dem kulinarischen Angebot, für den eigentlich erwarteten lauen Sommerabend erweitert durch Cocktails und Caipirinha, beste Voraussetzungen für eine lange Nacht, die mit dem letzten Lied erst um 2.45 Uhr endete.

Die Setliste von „The RoxXx“ umfasste vom klassischen Rock-Sound über Pop- und Partysongs von früher und heute bis hin zu aktuellen Hits alles, was das musikbegeisterte Herz begehrte. Musiker und Gäste waren gut drauf und sorgten dafür, dass keine Langeweile aufkam. „Generell gilt immer: Es muss Spaß machen und rocken“, so Gitarrist Sebastian Stingl. Dabei kommt dem Repertoire zugute, dass die einzelnen Bandmitglieder einen sehr unterschiedlichen Musikgeschmack haben.

Deshalb las sich das Programm am Samstagabend auch wie ein „Who’s who“ der bekanntesten Pop- und Rocksongs der vergangenen 30 und mehr Jahre. Bryan Adams „Summer of 69“ war ebenso dabei wie „Footloose“ von Kenny Loggins, genauso aber „99 Luftballons” von Nena oder „Edge of Glory“ von Lady Gaga. Ein paar Stücke von den Böhsen Onkelz gab es zu hören, dazu Wolfgang Petry, Helene Fischer oder die Ärzte mit dem bekannten „Westerland“.

Im abschließenden Set setzte die Band rockig noch einen drauf. Da standen dann Twisted Sister mit „We’re not gonna take it“ oder die Scorpions mit „Rock you like a Hurricane“ auf dem Programm. Die alten Recken von Manfred Mann’s Earth Band kamen mit der Gotthard-Version ihres Hits „Mighty Quinn“ zu ihrem Recht. Der Journey-Knaller „Don’t stop believin“ sorgte ebenso wie „Knocking on heavens door” in der Gun’s’Roses-Version dafür, dass die Stimmung bis zuletzt auf dem höchsten Level blieb. Wie auch 2015 hieß es zum Schluss: Viel mehr musikalische Abwechslung ging nicht und hinterließ begeisterte Fans, die sich erst sehr spät (oder früh) auf den Heimweg machten…

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