Mountainbike-Rallye führte auf 35 Kilometern durch den nördlichen Überwald

Tromm-Rücken, Heilige Walburga, Holzhackschnitzelwerk und Siegfriedbrunnen: Landschaft, Geschichte und Industriebetrieb konnten die Teilnehmer bei der vierten Überwälder Mountainbike-Rallye erleben. Die fand am Heimatfest-Sonntag statt und erstreckte sich auf 35 Kilometern im nördlichen Überwald. Die zwei Guides Wolfgang Wagner und Sebastian Schröder, der für die Zukunftsoffensive Überwald die Veranstaltung organisierte, gaben entlang der Strecke viele interessante Infos. Aufgrund des vielen Regens in den vergangenen Wochen hatte man Waldwege und keine schmalen Pfade als Strecke gewählt.

Beim Tourstart an der Rudi-Wünzer-Halle erhielten alle Teilnehmer einen Quizbogen. Den konnte man dann richtig ausfüllen, wenn man den beiden Begleitern richtig zuhörte. Aus den Bögen mit den richtigen Antworten wurde nach Rückkehr auf die Hofwiese Cornelia Eck als Hauptgewinnerin ausgelost. Schon wieder: Sie hatte bereits vergangenes Jahr gewonnen. Für sie gab einen Gutschein des Cafés am Markt in Hammelbach. Als zweiter Preis wurde ein wetterfester Rucksack, gestiftet von der Sparkasse, vergeben. Ihn gewann Markus Fabian. Dritter Preis waren zwei Karten für die Sommerrodelbahn.

„Wie alt ist der Tromm-Granit“ lautete die erste Frage von Wolfgang Wagner auf dem Höhenrücken, als von Gadern kommend bei der Felsgruppe „Lindenstein“ Station gemacht wurde. Denn diese besteht aus der betreffenden Gesteinsart. Die Formation entstand vor etwa 330 Millionen Jahren, als eine quarzreiche Gesteinsschmelze in zehn bis 15 Kilometern Tiefe unter der damaligen Landoberfläche allmählich auskristallisierte.

Weiter ging’s zur Walburgiskapelle, östlich oberhalb des Fürther Ortsteils Weschnitz gelegen, die der Heiligen Walburga geweiht ist. Sie soll an der Stelle eines Heiligtums aus vorchristlicher Zeit errichtet worden sein. Seit karolingischer Zeit sind hier Wallfahrten überliefert. Walburga, die im achten Jahrhundert lebte, stammte aus England, und zusammen mit ihrem Bruder Willibald folgte sie dem Missionar Bonifatius nach Deutschland. Hier galt, die Wirkungszeit der Heiligen richtig einzutragen. Zugleich wurde auch ein Gruppenbild geschossen.

Bei der Firma Hefd in Gras-Ellenbach, die Holzhackschnitzel herstellt, bekamen die Teilnehmer von Geschäftsführer Jörg Fuhr einen Einblick in die Tätigkeit. Hier musste man wissen, wie viel Liter Heizöl durch einen Schüttraummeter ersetzt werden. Durchschnittlich verlassen im Jahr – je nach Witterung – um die 30.000 Kubikmeter Hackschnitzel die Tore der Firma, erklärte Fuhr. Das entspreche zirka 2,1 Millionen Liter Heizöl. Das Holz bezieht man regional aus einem Umkreis von 50 Kilometern vom Ried über den Odenwald bis zum Spessart.

Am Siegfriedbrunnen war es dann einfach für die, die in den vergangenen Wochen aufmerksam den Veranstaltungskalender verfolgt hatten. Denn die genaue Wiederkehr seiner Entdeckung galt es zu wissen. Die war durch den Darmstädter Geheimrats Dr. J.F. Knapp im Jahr 1851 geschehen. Dieser war sich sicher, unterhalb des Spessartkopfes bei Gras-Ellenbach den einzig wahren Siegfriedbrunnen gefunden zu haben. Also die Stelle, an der Siegfried von Hagen ermordet worden sein soll.

35 Radler hatten sich auf die dreieinhalbstündige Tour gemacht. Die Hälfte von ihnen stammte aus der näheren Region, die andere aus dem Ried, von der Bergstraße und aus dem Weschnitztal. Gerade die Radler von außerhalb begrüßten es, dass es geführte Mountainbike-Touren gebe, um so die Gegend besser kennenzulernen, sagte Schröder. Auf dem letzten Viertel der Strecke verlangten dann die etwa 800 zurückgelegten Höhenmeter ihren Tribut, sodass ab Affolterbach zurück über Aschbach nach Wald-Michelbach spontan zwei Gruppen gebildet wurden.

Die fanden sich dann aber wieder beim Überwälder Heimatfest auf der Hofwiese zusammen, wo gemeinsam mit Bürgermeister Joachim Kunkel die Gewinner gezogen wurden. Die Radler waren danach eifrig dabei, die ausgeschwitzte Flüssigkeit zu kompensieren und warteten gespannt auf die Ankunft des Heimatfest-Umzugs in der Gass, dessen Musikgruppen dann noch ein Konzert auf der Bühne gaben.

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