„Abendmusik auf der Hofwiese“ bietet mal andere Klänge vor dem Wald-Michelbacher Einhaus

Es ist eine Premiere, die bei guter Resonanz den Auftakt für eine Veranstaltungsreihe bilden könnte: Unter dem Motto „ Abendmusik auf der Hofwiese“ gibt es einmal ganz andere Klänge Open-Air vor dem Wald-Michelbacher Einhaus zu hören. Am Freitag, 8. Juli, treten ab 19 Uhr zuerst Irish-Folk-Band und Vokalensemble des Überwald-Gymnasiums (ÜWG) sowie dann nach einer Pause (erwachsene) Interpreten der Jugendmusikschule (JMS) mit einem Potpourri schöner Melodien auf. Im Hintergrund wirken Zukunftsinitiative Überwald (ZKÜ) sowie der Museums- und Kulturverein mit, für die notwendigen finanziellen Mittel sorgt die Sparkassenstiftung Starkenburg.

Sebastian Schröder von der ZKÜ, Direktor Reinhard Fahrenholz vom ÜWG, Michael Valentin von der JMS Weschnitztal/Überwald sowie Karl-Heinz Dietrich von der Sparkassenstiftung stellten jetzt den Ablauf dieses Musikereignisses „abseits des Üblichen“ vor. Die Idee dazu, so Schröder, hatte vor etwa einen halben Jahr Gerhard Molzahn. Der verlieh seinem Eindruck Ausdruck, dass das musikalische Angebot im Überwald außerhalb von Pop-Tönen etwas zu kurz komme.

Und tatsächlich, so Schröder: „Außer dem Neujahrskonzert der Starkenburg Philharmoniker gibt es kaum was.“ Deshalb sei er sowohl auf das ÜWG als auch die Jugendmusikschule zugegangen und „stieß dort auf offene Ohren“. Zwar sei die Terminfindung noch vor den Sommerferien nicht einfach gewesen. Aber durch den Synergieeffekt mit der einen Abend später stattfindenden Traumnacht – das „Stagemobil“ als Bühne steht dann sowieso auf der Hofwiese – habe man den 8. Juli als Termin festgezurrt. Für die Technik wurde Manuel Ritter aus Schönmattenwag gewonnen.

„Wir wollen die Menschen auf die Hofwiese locken, sie an die Musik heranführen, damit sie dort einen schönen Sommerabend verbringen können“, betonte Schröder. Es gebe „keine Kleiderordnung“ und man lasse sich auch von schlechtem Wetter nicht abschrecken. Kommt das Ganze an, dann können sich die Organisation durchaus eine Neuauflage im kommenden Jahr vorstellen.

Die Kooperation von ZKÜ und Museumsverein erstreckt sich dabei auch aufs Kulinarische. Denn Vorsitzender Gundolf Reh wirft an diesem Abend bereits den Ofen am Backhaus an, da einen Tag später der etatmäßige Backtag dort stattfindet. Was für die Konzertgäste den angenehmen Nebeneffekt hat, dass sie in den Genuss von frischgebackenem Sauerteigbrot kommen, zu dem es dann ein paar deftige Beilagen gibt.

Mit dem Auftritt der beiden ÜWG-Ensembles „wollen wir von der reinen Unterhaltungsmusik wegkommen“, sagte Fahrenholz. Es sei ein Novum, dass es mal ein Konzert mit Gruppen des Gymnasiums gebe, das nicht unter Schulregie stattfinde. Der Direktor freute sich, dass der Förderverein in der Bewirtung aktiv sei und damit zusätzlich das ÜWG an diesem Abend repräsentiere.

Die Programmfolge der Vokalklasse von Michael Valentin bietet einen bunten Querschnitt von Jazz über Klassik bis hin zu sephardischen oder armenischen Liedern. Dabei gibt es durchaus Berührungspunkte mit dem Gymnasium: Denn Lehrer Sebastian Schertel (Altus) singt das „Ombra mai fu“ aus Händels Oper Xerxes. Bariton Christian Throm ist sowohl bei Cole Porters „When they begin die Beguine“ als auch in Lorzings „Sonst spielt ich mit Zepter“ aus dem „Zar und Zimmermann“ zu hören.

„Vier Lieder aus dem Jungbrunnen“ vom Brahms und Heyse (Text) gibt es durch ein vierstimmiges Frauenensemble unter Klavierbegleitung zu erleben. Kanons von Dunstable und Mozart bietet die Gesangsklasse von Andrea Schmitt mit Trompetenklängen von Pauline Hildenbeutel und Jonathan Forrester. Mezzosopranistin Beatrix Maier, begleitet von Susanne Bergmann auf der Viella, singt das sephardische Stück „Dicho me habian“, während das Frauenensemble das armenische „Drei Vokalisen“ darbietet.

Fahrenholz betonte, der gemeinsame Auftritt „setzt die erfolgreiche Zusammenarbeit der vergangenen Jahre zwischen ÜWG und JMS fort“. Gerade in den Bläser- und Gesangsklassen gebe es viele Schnittmengen. Seien in den fünften und sechsten Klassen Lehrer der Jugendmusikschule am ÜWG dabei, so setze sich dies später in umgekehrter Richtung fort, wenn Schüler an der JMS Privatunterricht nehmen. Beide Institutionen befruchten sich quasi gegenseitig. Diese Zusammenarbeit würdigte auch Karl-Heinz Dietrich seitens der Sparkassenstiftung.

 

 

Zeitplan am Freitag, 8. Juli:

  • 30 Uhr: Einlass auf der Hofwiese (Eintritt frei), Bewirtung durch den Förderverein des Überwald-Gymnasiums
  • 50 Uhr Begrüßung der Gäste durch Gundolf Reh vom Museumsverein und Sebastian Schröder von der ZKÜ
  • 19 Uhr: Auftritt Irish-Folk-Band unter Thomas Braun und Vokalensemble unter Stefan Römer des ÜWG
  • 45-20.15 Uhr: Pause und Bewirtung
  • 15 Uhr: Solisten und Vokalensemble des JMS, Vokalklasse von Michael Valentin
  • 21 Uhr: Beginn der Nachtwächterführung mit Theo Reichert

Gegen 22 Uhr: Ausklang

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