Schnuppertage an der Grundschule Schimmeldewog nehmen Angst vor dem „Ernst des Lebens“

16 neue ABC-Schützen wird die Grundschule Schimmeldewog im kommenden Schuljahr aufnehmen. Damit die sich gleich im neuen Umfeld zuhause fühlen und keine Eingewöhnungsschwierigkeiten haben, gibt es für die baldigen Erstklässler im ausgehenden alten Schuljahr drei Schnuppertage. Diese haben sich bestens bewährt und machen für die Pimpfe den Start in den „Ernst des Lebens“ leichter. Denn genau davor soll ihnen die Angst genommen werden, was sehr gut gelingt.

Damit sich die Noch-Kindergartenkinder mit dem „Alltag“ in der Schule vertraut machen können, werden sie im Eingangsbereich gleich von ihren Schnupperpaten empfangen. Das sind derzeitige Grundschüler aus den ersten bis vierten Klassen, die sich die „Schnuppernden“ raussuchen dürfen. In den sogenannten „Freiarbeitsräumen“ werden die angehenden Erstklässler in den täglichen, regulären Schulbetrieb mit einbezogen, erläutern Nina Reuber und Rektorin Sabine Herold. „Das ist keine inszenierte Situation“, betont Reuber.

Buchstabentabelle, Zahlen bis 100, Rechnen und Zählen stehen neben verschiedenen Spielen und Suchbildern auf dem Vormittagsprogramm. Gleichzeitig wird den „neuen“ das Prinzip der „Freiarbeit“ vermittelt. Dazu bekommen die kommenden Erstklässler ein Schnuppertagsheft mit ihrem Foto drin, das ihnen den Weg durch die Schule weist. Um ein Gefühl der Vertrautheit zu schaffen, werden die Kinder auch drei- und nicht nur einmal eingeladen. „Sie sollen damit Schule, Lehrer und andere Kinder intensiv kennenlernen, die Angst vor dem Ernst des Lebens verlieren“, sagt die Lehrerin.

Der Wandel im Verhalten der zuerst noch sehr schüchternen Kleinen ist erstaunlich und gibt dem Konzept recht: „Beim ersten Mal kommen sie noch an der Hand der Mutter hier rein und haben Angst“, hat Nina Reuber beobachtet. „Beim zweiten Besuch kennen sie schon alles und gehen bereits allein in die Räume.“ Und am dritten Schnuppertag schließlich „bemerkt man sie schon gar nicht mehr“. Das System „gibt es schon ganz lange an unserer Schule“, betont Sabine Herold. Es funktioniere „total gut“.

Nach dem Ende des Schnuppertags werden sie dann wieder von den Eltern abgeholt oder laufen in Begleitung zurück zum örtlichen Kindergarten. Die dortigen Erzieherinnen wiederum hatten sie morgens zur Schule gebracht. Herold hebt die Zusammenarbeit mit dem Kindergarten nicht nur auf diesem Feld hervor. Alle „neuen“ Eltern schnuppern in der Regel am ersten Termin mit und lassen sich von den Schulsprechern Hannah und Amos die Schule zeigen. „Das hat sich sehr bewährt, weil die Eltern so viele Fragen direkt klären können und sich selbst ein Bild von der Schule machen können“, sagt Herold.

Dass neben den angehenden Schülern aus Schönmattenwag auch noch einmal die gleiche Zahl von auswärts kommt und die Lehranstalt auf dem Hang im unteren Ortsteils auf Wahlschule wählt, ist Herold zufolge dem besonderen System der Grundschule Schimmeldewog zu verdanken. „Die Hälfte des Vormittags wird fachbezogen jahrgangsgemischt mit allen vier Klassen gearbeitet“, erläutert Reuber.

Dadurch zeichne sich die Schule aus und sei immer wieder Ziel von interessierten Pädagogen. Die dann auch gerne mal diese Lernmethode 1:1 kopieren, wie dies Reuber zufolge schon in Ulm passiert ist. Die neuen Erstklässler würden in schon bestehende Flex-Klassen integriert und könnten so von den etwas älteren Kindern lernen, sagt sie. Darin werden zwei Jahrgänge zusammen unterrichtet, erläutert Herold.

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