Ein Hoffnungsschimmer für den Siedelsbrunner Odenwaldklub

Der Odenwaldklub hat eine Gnadenfrist erhalten. Die Vereinsauflösung, die als Ultima Ratio in der vergangenen außerordentlichen Mitgliederversammlung im Raum stand, ist erst einmal abgewendet. Eva-Maria Vercrüsse erklärte sich während des Treffens bereit, den Vorsitz in der Nachfolge von Albert Dieringer zu übernehmen. Über den Sommer sollen nun die organisatorischen Vorbereitungen laufen, damit das bisherige Nicht-Mitglied zur Tat schreiten kann.

Der zweite Vorsitzende Helmut Gremm hatte die Versammlung eröffnet und darauf hingewiesen, dass der OWK schon seit fünf Jahren einen Vorsitzenden als Nachfolger für den gesundheitlich angeschlagenen Dieringer suche. Er freute sich, dass etwa die Hälfte der 40 Mitglieder gekommen war und damit ihre Bereitschaft signalisierte, zum Fortbestand des Vereins beizutragen. Bisher habe man allerdings noch keinen Nachfolger gefunden, weshalb der letzte Tagesordnungspunkt die Auflösung vorsehe.

Schon bei der Jahreshauptversammlung im März sollte eine Neubelebung des OWK versucht werden. Doch diese scheiterte. „Keiner ist mehr bereit mitzumachen“, bedauerte Gremm. Das hat auch mit der Überalterung des Vereins zu tun. Der zählt aktuell noch um die 40 Mitglieder. Die jüngsten davon sind Mitte 50, die ältesten schon über 90.

Gremm erläuterte im Rückblick auf die Aktivitäten der 63 Jahre als Ortsgruppe, was diese in der Vergangenheit im Ort alles bewegt habe: so sei der OWK Jahrzehnte lang Ausrichter des Frühlingsfests gewesen, bis es vergangenes Jahr vom Ortsbeirat übernommen wurde. Auch organisierte der Odenwaldklub Ausflüge und Wanderungen, übernahm Naturschutzaufgaben und sorgte für Beschilderungen der Wanderwege.

Der OWK kümmert sich laut Gremm auch um Herstellung und Anpassung von Wanderkarten oder die Pflege von Ruhe- und Aussichtsplätzen. Daneben sind die Mitglieder aktiv in der Erhaltung von Wanderwegen, richten Wandertage aus und tragen zur Förderung des Fremdenverkehrs bei. Sie kämen neben den Aufenthalten an der frischen Luft in den Genuss von diversen Vorteilen rund ums Wandern, lernten die Umgebung kennen und erlebten das soziale Miteinander.

Laut Eva-Maria Vercrüsse, die vor einiger Zeit nach Siedelsbrunn zugezogen war, wäre es sehr schade, wenn sich der Verein auflöste. Sie habe durch die Teilnahme an den Wanderungen viele schöne Ecken rund um Siedelsbrunn kennengelernt, die ihr sonst verborgen geblieben wären. Da die Vorsitzende in spe erst einmal in den OWK eintreten muss, ist laut Gremm über den Sommer zuerst eine Vorstandssitzung und dann noch eine Mitgliederversammlung geplant, um formal alles in trockene Tücher zu bringen.

Der stellvertretende Vorsitzende wies allerdings auch darauf hin, dass es nicht nur um das „Spitzenamt“ im Verein gehe, sondern auch andere Posten müssten besetzt werden. So etwa der des Wanderwarts. Seine Hoffnung ist, dass mit der Besetzung der Vorsitzenden-Stelle neuer Schwung in den OWK kommt und sich weitere Mitstreiter für die ehrenamtlichen Posten finden. „Sonst steht die Auflösung immer noch im Raum“, betonte er.

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