Dichtes Gedränge beim Straßenfest auf der Hammelbacher Festmeile

Volles Haus, volle Straße, volle Zelte: Die Mitglieder der teilnehmenden Vereine und Gruppen am Hammelbacher Straßenfest strahlten gestern Nachmittag übers ganze Gesicht. Wenn sie überhaupt viel Zeit für diese Gefühlsregungen hatten, denn der Andrang an den Ständen war ab 13 Uhr groß und wurde immer größer. Zeitweise ging in der Festmeile fast nichts mehr, wenn es da und dort auch noch verschiedene Darbietungen gab.

Am Stand der türkisch-islamischen Union Ditib brummte es. „Unser gesamter Vorstand mit 25 Personen und dazu noch einmal 20 weitere Helfer sind dabei“, machte der zweite Vorsitzende Ilyas Yilmaz das Großaufgebot an Unterstützern deutlich, die sich dem Ansturm stellten. Bis auf das Dönerfleisch „wurde alles von unseren Mitgliedern selbst hergestellt“, erläuterte er. Neben Lahmacun (am Morgen ganz frisch gemacht) auch weitere Spezialitäten wie gefüllte Weinblätter, Baklava, ein Rührkuchen oder türkischer Marmor.

War schon die vergangenen drei Jahre laut Yilmaz „der Besuch konstant gut“, so sei diesmal besonders viel los. Er freute sich darüber, dass viele Besucher am Stand verweilten, sich hinsetzten und mit den Gastgebern ins Gespräch kamen. „Eine gute Gelegenheit, damit wir uns als Verein präsentieren können.“ Den letztjährigen Renner Obstbecher habe man dieses Mal gleich in doppelter Ausfertigung dabei: 200 statt 100.

„Sechs bis acht echte Bastler“ zählen die Eisenbahnfreunde, die sich traditionell im Schultheißenhaus präsentieren, erzählte Dieter Schröder. Zu den verschiedenen Anlagen kommen immer wieder Neuerungen dazu. So in diesem Jahr die Burg Pfalzgrafenstein (im Rhein bei Daub) auf der HO-Anlage. Dorthin führte nämlich ein Ausflug des 45 Mitglieder zählenden Vereins. Die Burg selbst hat Schröder aus Papier gebastelt und mitten in den See gestellt. Dazu kommt eine Nachbildung des „Datterich-Express“, der sich in Darmstadt auch für Festivitäten mieten lässt.

Einmal im Monat treffen sich die Mitglieder, um an ihren Anlagen „rumzuschrauben“, den Rest der Zeit „geht’s dann zuhause weiter“. Modelle in den verschiedenen Eisenbahnanlagen werden durchaus auch mal im Original besichtigt, sagte Schröder. ZU den verschiedenen „Spuren“ zählt auch eine alte „Spur 0“ von Märklin, erste von der Firma hergestellte aus der Vorkriegszeit. „Eine Modelleisenbahn wird eigentlich nie fertig“, schmunzelte Schröder. Mit eigenen Händen etwas herzustellen, das auch noch funktioniere, „macht einfach Spaß“.

Beim DRK drehten sich nachmittags gerade noch die letzten zehn von 50 Kilo des bekannten Rollbratens auf dem Grill. Der stellvertretende Hammelbacher Bereitschaftsleiter Michael Fischer war mit dem Besuch sehr zufrieden. „Es ist eine gute Tradition, dass viele Hammelbacher bei uns zu Mittag essen“, freute er sich. Umsorgt wurden diese den Tag über von 25 Aktiven. Zugleich stellte das DRK auch den Sanitätsdienst für das Straßenfest.

Und machte in diesem Jahr gleich Werbung für sich selbst: Die aktuell 160 Mitglieder sollen mehr werden. Deshalb klinkte man sich in eine Werbeaktion des Kreisverbands mit ein und informierte über die Arbeit der Rotkreuzler. Mit Erfolg: Drei neue Mitglieder konnten bis zum Mittag schon gewonnen werden. „Unser Ziel sind zehn“, hieß laut Fischer die Vorgabe für den Tag.

Gegenüber, bei der Jugendfeuerwehr, drängten sich ebenfalls etliche Gäste. Die beiden Aktionen für die Kinder stießen auf viel Resonanz. Sie durften zum einen Enten angeln und zum anderen mit einem Wasserschlauch ein „brennendes“ Haus in Kleinformat löschen. Etwas versteckt dahinter, die Straße hoch, stellte sich das neue ambulante Pflegezentrum „Debora Clara“ vor. Dazu gab’s einen Bücherflohmarkt für den guten Zweck und Vorführungen der Tanzschule „Dance Passion“.

Ziemlich am Start der Meile, nach Kinderkarussell und Süßigkeitenstand, dominierte die Farbe Rot am Stand der Scharbacher Chöre. Kassenwart Marcello Cappello hatte seiner Kreativität freien Lauf gelassen und Erdbeeren in fester und flüssiger Form verarbeitet: ob light als alkoholfreie Bowle erfrischend, ob spritzig mit Secco, als Frucht-Spieß mit Käse oder, sehr sättigend, als Tiramisu mit Mascarpone, Ananas und Mango.

Direkt davor sorgten die Scharbacher Chöre nachmittags mit ihrem breiten Repertoire für musikalische Unterhaltung und den einen oder anderen Rückstau in der Straße. Um für ihre Trialdarbietungen zu werben, fuhren zwischendurch die Motoradkünstler des MSV ganz vorsichtig durch die Menge und lenkten sie zum Parkplatz des Aicher Cent. Dort wartete auch ein Bungee-Jumping-Trampolin auf die Wagemutigen. Einige andere Ortsvereine wie Angler, Tischtennisverein oder Zillertaler-Haderlumpen-Fanclub rundeten das stimmige Angebot ab, von dem die Gäste in bester Stimmung und bei optimalem Wetter bei in den Abend hinein Gebrauch machten.

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