Großes Fest am 5. Juni zur Entdeckung des Siegfriedbrunnens in Gras-Ellenbach vor 165 Jahren

Vor 165 Jahren wurde der „Siegfriedbrunnen“ auf Gras-Ellenbacher Gemarkung entdeckt: Für die Einheimischen natürlich der einzig wahre unter den zahlreichen Brunnen im Odenwald, die sich mit diesem Titel schmücken wollen. Am Sonntag, 5. Juni, steht das Jubiläum im Mittelpunkt eines großen Fests, das bei freiem Eintritt ab 11 Uhr an der Grillhütte Strieth stattfindet. Programm und Hintergründe wurden jetzt von den Beteiligten vorgestellt. Gras-Ellenbacher Heimatbühne, Partner der Ortsvereine und die Gemeinde laden zu diesem besonderen Event mit einem unterhaltsamen Programm ein.

Für den Kneipp-, Kur- und Verkehrsverein (KKVV) waren Vorsitzender Gerald Kessler und Ludmilla Reinhard bei der Vorstellung dabei, die Heimatbühne vertrat Vorsitzender Andreas Willutzki, die Gemeinde Bürgermeister Markus Röth. Sein Vorgänger Karl-Heinz Dietrich war für die unterstützende Sparkassenstiftung vor Ort, die Zukunftsinitiative Überwald (ZKÜ) durch Geschäftsführer Sebastian Schröder präsent.

„7 Stationen zur Nibelungensage“ heißt das Freiluftspiel auf dem Weg zum Siegfriedbrunnen, das von der Jugendgruppe der Heimatbühne präsentiert wird. Der Nibelungenzug führt um 13.30 Uhr zum Siegfriedbrunnen und dauert etwa eineinhalb Stunden. Willutzki wird an den jeweiligen Stationen eine Mär aus der Saga erzählen, die von den 14 jungen Schauspielern in Alter von fünf bis 18 Jahren dann szenisch wiedergegeben wird.

Da geht es um Siegfrieds Auszug aus Xanten, seinen Kampf mit dem Schmied Mime oder den bekanntesten mit dem Drachen. Auch der Streit um den Schatz mit Zwerg Alberich, der Einzug in Worms und der Streit der Königinnen sind Thema. Der Ermordung Siegfrieds durch Hagen und das folgende Gemetzel am Hof von Hunnenkönig Etzel bilden den Abschluss.

2008 habe es ein ähnliches Projekt schon einmal mit den Erwachsenen gegeben, erläuterte der Vorsitzende. Die Jugendgruppe beschäftige sich seit etwa zwei Monaten mit dem Stück. Zuerst geschahen die Proben noch „indoor“. Seitdem das Wetter besser ist, wurde auch schon an den jeweiligen Stationen zwischen Grillhütte und Brunnen geübt. Während des Umzugs geht das Programm an der Grillhütte weiter.

Mit der Grasellenbacherin Heidrun Holderbach und ihrer Irish-Folk-Gruppe „Greengrass“ gibt es Klänge von der Grünen Insel zu hören. Die Mannen des Lindenfelser Drachenvolks, alle zwei Jahre Ausrichter des dortigen mittelalterlichen Burgfests, bieten Schaukämpfe. Jongleur und Feuerkünstler „Jeremy“ aus Beerfelden unterhält mit atemberaubenden, sprichwörtlichen heißen Kunststücken.

Karl-Heinz Dietrich, der zum 30. Juni aus der Sparkassenstiftung ausscheidet, lobte die Veranstaltung als „genau passend für das Förderraster der Stiftung“. Gerald Kessler stellte die Jubiläumsfeier als zentralen Event des KKVV in diesem Jahr anstelle des ausgefallenen Walking-Tags heraus. Sebastian Schröder wies auf die große Außenwirkung hin. „Für Kinder wird Geschichte erlebbar“, machte er mit Blick auf das vielfältige Rahmenprogramm deutlich. Das Thema „165 Jahre Siegfriedbrunnen“ sei im Veranstaltungsreigen ein Alleinstellungsmerkmal.

Auf die Geschichte der Nibelungen im Allgemeinen und die Entdeckung des Brunnens ging Bürgermeister Markus Röth ein. Geheimrat Dr. J.F. Knapp war sich 1851 sicher, unterhalb des Spessartkopfes in Gras-Ellenbach den einzige wahren „Siegfriedbrunnen“ gefunden zu haben. Also die Stelle, an der Siegfried von Hagen ermordet worden sein soll. Die „Entdeckung“ für den Ort Gras-Ellenbach, den Überwald und den Odenwald „weitreichende“ Folgen.

Röth wusste zu berichten, dass nach dem „Rummel“ vor 165 Jahren und dem Odenwald weiten Wettkampf um den „wahren“ der vielen Siegfriedbrunnen ein halbes Jahrhundert später der in Gras-Ellenbach völlig zugewuchert gewesen sei und sich kaum noch ein Einwohner an die frühere Begebenheit erinnerte. Erst in den 1920er und 30er Jahren, mit dem Aufkommen des Tourismus, habe man sich wieder auf dieses besondere Ereignis auf eigener Gemarkung besonnen.

Das Ereignis habe sich wohl irgendwann zwischen 200 und 600 nach Christus zugetragen, meinte der Rathauschef, der sich mit der Materie schon eingehender beschäftigt hat. Die Erzählungen über die Nibelungen „verschwimmen zwischen Sage und Historie“, sagte er. Vieles sei im Laufe der Jahrhunderte dazugedichtet worden.

Programm am Sonntag, 5. Juni, in Gras-Ellenbach

11 Uhr: Beginn an der Grillhütte Strieth mit Kurkonzert Blasmusik Unter-Schönmattenwag, Grillfest, Lagerfeuer, Essen, Trinken, Show, Musik und vieles mehr.

12 Uhr: offizielle Eröffnung mit Singkreis Grasellenbach, Landrat Christian Engelhardt und Bürgermeister Markus Röth, Einführung in Sage und Spiel

13.30 Uhr: Beginn des Freiluftspiels der Heimatbühnen-Jugendgruppe auf dem Fußweg zum Siegfriedbrunnen, Dauer etwa eineinhalb Stunden

Ab 15.30 Uhr:  „Jeremy“ mit Jonglage und Feuerzauber, mittelalterliche Schaukämpfe des Drachenvolks Lindenfels, Irish-Folk-Musik mit „Greengrass“

19 Uhr: Ausklang

Eintritt frei

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