Die Werkzeugmaschinen von Awematec schweben bei der Wald-Michelbacher Igena übers Dach ein

Für Geschäftsführer Steffen Reinsch ist die Neuansiedlung der Firma Awematec im Igena-Industriepark „genau das, was wir wollen“. Es handle sich um einen produzierenden Betrieb, der in den kommenden Wochen mit 15 Mitarbeitern an den Start gehe. Damit dieser in der Neustadt heimisch werden konnte, galt die Devise „Nichts ist unmöglich“. Um die bis zu 20 Tonnen schweren Werkzeugmaschinen in den dritten Stock einer Produktionshalle zu befördern, rückte ein weithin sichtbarer 220-Tonnen-Kran an und wurde die Decke geöffnet.

„Das war eine Herausforderung“, ist Reinsch sehr stolz auf das gemeinsam Erreichte. Ein halbes Jahr Vorlaufzeit brauchte es, um mit Planungen und Umbauten die nötigen Voraussetzungen für den Bezug zu schaffen. Der ist natürlich langfristig angelegt. Awematec-Geschäftsführer Norbert Hartmann aus Wahlen unterschrieb einen Zehn-Jahres-Vertrag bei der Igena. Die steuerte zu den notwendigen Umbaumaßnahmen selbst 70.000 bis 80.000 Euro bei.

Wie Reinsch erläutert, hatte Hartmann erst einen Gebäudeneubau in der Region im Sinn. Doch einmal von der Igena erfahren und sich im Gründerzentrum Überwald bei Sebastian Schörder und Marco Kreuzer schlau gemacht, lief es dann in eine ganz andere Richtung. Stand am Anfang noch die Igena als Übergangslösung im Raum, bis die eigene vier Wände errichtet worden wären, machte Reinsch dem Unternehmer schließlich ein Angebot, das dieser nicht ablehnen konnte.

Denn die speziell notwendigen Voraussetzungen für den Werkzeugproduzenten Awematec habe man bieten können, so der Igena-Chef. Dazu zählten unter anderem hohe Stromleistungen, günstige Energiepreise und die Verfügbarkeit von Druckluft. Dazu gebe es die Möglichkeit für die Firma, die zu Beginn angemieteten Räume von 1200 Quadratmetern bei Bedarf zu verdoppeln oder zu verdreifachen. Nebenräume und Laderampen seien ebenfalls vorhanden.

Die schönste und modernste Halle laut Reinsch „hatte aber keine ebenerdige Zufahrt“. Deshalb habe er sich Alternativen überlegt, wie man die Fräs-, Dreh- und Erodiermaschinen zur Metallverarbeitung trotzdem reinbekommen könnte. Dazu galt es dem Geschäftsführer zufolge, die Statik zu überprüfen, auch musste die Halle eine Höhe von mindestens fünf bis sechs Meter haben.

„Wir haben dann zusammen ein Konzept erarbeitet“, so Reinsch. Größte Schwierigkeit: die schweren Maschinen in den dritten Stock zu bekommen. In der Halle von 1990 wurde dafür durch die Zimmermannsfirma Reinhard eine etwa 40 Quadratmeter große Deckenöffnung durch das Abheben einer „Sandwich-Dachplatte“ geschaffen. Damit dies möglich war, galt es allerdings zuvor, „Sprinkleranlage, Beleuchtung und Heizung zu verlegen“, macht er die Dimensionen deutlich.

Eine Dachhöhe von 25 Metern bedeutete, dass die Maschinen teilweise bis zu 40 Meter angehoben werden mussten, um von oben passgenau auf den Hallenboden zu schweben. Dort wurden sie mit Luftkissen und Schwerlastrollen zu den vorgesehenen Standorten gebracht. Die Einrichtungsarbeiten im Firmenbereich selbst werden Reinsch zufolge noch etwa vier bis sechs Wochen laufen, wenn der Betrieb allerdings schon seine Arbeit aufgenommen hat. Natürlich werde man in diesem Zuge seitens der Igena auch Möglichkeiten schaffen, dass in Zukunft ein Maschinenaustausch leichter möglich sei und am Dach entsprechende Vorrichtungen anbringen.

Die Firma Awemetac ist ein Dienstleistungs- und Produktionsunternehmen im Bereich allgemeine Werkzeug- und Maschinenbautechnik. Die Leistungen des Betriebs von Norbert und Christopher Hartmann beinhalten Beratung, Konstruktion, Fertigung, Montage und Service für Elastomer- und Verbindungstechnikwerkzeuge sowie mechanische Bauteile, Vorrichtungen und Baugruppen für Produktionsanlagen.

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