Musiker spielen in Siedelsbrunn Benefizkonzert für einen Odenwald ohne Windräder

„Ich wollte einen Impuls geben, dass etwas in die Wege geleitet wird, Aufmerksamkeit schaffen“, begründete Hanne Müller aus Schönau in wenigen Worten, warum sie innerhalb von drei Wochen ein „Benefiz-Konzert für einen Windrad freien Odenwald“ aus der Taufe gehoben hat. Das fand jetzt im „Deutschen Haus“ statt. Die Erlöse gingen an die Bürgerinitiative „Greiner Eck“, die derzeit gegen die im Bau befindliche Windenergieanlage (WEA) bei Neckarsteinach klagt.

„Der Erhalt des Odenwalds liegt mir sehr am Herzen“, betonte Müller. Um sich „für den Erhalt der schönen Natur“ einzusetzen und den Menschen unter die Arme zu greifen, die sich für sie ihn stark machen, nutzte sie ihre Musikerkontakte und trommelte befreundete Künstler zusammen. Inzwischen, so Hanne Müller erfreut, habe sich eine große Dynamik entwickelt. Viele zusätzliche Rückmeldungen aus Musikerkreisen könnten vielleicht eine Fortsetzung ermöglichen.

Auf der Bühne standen an diesem Abend Andreas Häcker und Clarissa Müller aus Heidelberg mit Jazzpop, Tine Becker (Hockenheim), Anna Clerici und Sven Wittmann (Wiesloch) mit drei Stimmen und drei Gitarren sowie Marina Wörner (Hilsenhain). Sie gestalteten einen unterhaltsamen Abend im Saal des Gasthauses. Für dessen Überlassung wurde von den Organisatoren der Familie Schwebel herzlich gedankt.

Sie habe von den geplanten WEA im Odenwald das erste Mal überhaupt bei der Veranstaltung der Bürgerinitiative (BI) Gegenwind Siedelsbrunn vor drei Wochen erfahren, so Hanne Müller (wir berichteten). Da man in Neckarsteinach keine geeigneten Räumlichkeiten für ein Benefizkonzert gefunden habe, sei die Idee entstanden, es in Siedelsbrunn zugunsten der BI Greiner Eck durchzuführen.

„Wir treffen uns im Deutschen Haus sowieso jeden Mittwoch“, sagte die Siedelsbrunner BI-Sprecherin Vera Krug. Und da der Protest gegen die Windkraft Odenwaldweit laufe, sei die gegenseitige Unterstützung selbstverständlich gewesen. Während der Erlös des Abends ans „Greiner Eck“ fließt, um zur Kostendeckung der Klage gegen die Genehmigung der WEA beizutragen, blieben die Spenden für das von Alfred Wolf in Eigenarbeit organisierte und zusammengestellte Büffet im Ort.

Mit ihrer Position gegen die Errichtung von Windrädern auf dem „Stillfüssel“ bei Siedelsbrunn hat die BI wohl den Nerv der Odenwälder getroffen. „Wir haben über 1000 Einwendungen aus der gesamten Region gesammelt“, betonte Vera Krug stolz. Die Abgabe direkt beim Regierungspräsidium Darmstadt brachte der BI sogar Radio-Aufmerksamkeit.

Laut Krug hat die schiere Zahl beim RP einen solchen Eindruck hinterlassen, dass Rückfragen kamen, ob beim für den 24. Mai in der Rudi-Wünzer-Halle Wald-Michelbach geplanten Erörterungstermin die Zahl der Plätze ausreiche. Hauptargument der BI gegen die Windkraft sei neben der Lage in einem Unesco-Geopark die Verschandelung der Odenwald-Landschaft, negative Auswirkungen auf den Tourismus und Wertverluste für Eigenheime im Umkreis der WEA.

Wie Krug erläuterte, habe man relativ kurzfristig von der zweiten Anhörung und Offenlage des Teilregionalplans Windenergie Rhein-Neckar erfahren. Denn Stellungnahmen dafür könnten nur noch bis zum Montag, 9. Mai, abgegeben werden. Übers Wochenende wollte die BI diese noch sammeln und dann weiterleiten, um auch dort deutlich zu machen, dass es vor Ort großen Widerstand gegen die WEA Stillfüssel und Flockenbusch gebe.

Der einheitliche Regionalplan Rhein-Neckar ist laut Krug als Instanz besonders wichtig, „weil er das komplette Dreiländereck betrifft“. Nur wenn die Ausweisung der Vorrangflächen Stillfüssel und Flockenbusch in ihm verhindert werde, „können Windkrafträder auf der Gemarkung Wald-Michelbach abgewendet werden“.

„Nur gemeinsam können wir den Kampf gewinnen“, wies Alfred Wolf auf die Zusammenarbeit der verschiedenen Bürgerinitiativen aus Beerfelden, Ulfenbach-, Finkenbach- und Steinachtal hin. Man sehe sich als „Anwälte für den schönen Odenwald“. Vera Krug sagte, zähle mittlerweile die BI 80 Aktive. Die Arbeit mache Spaß, weil immer wieder neue Unterstützer hinzukämen. „Ich bin guter Dinge, dass wir es schaffen, die WEA zu verhindern“, meinte sie.

http://www.bi-gegenwind-siedelsbrunn.de

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