Bei der Kocherbacher Kerwepredigt gab’s so manche Besonder- und Begebenheit aus dem Ort

Mit lauten Zugabe-Rufe wollten ihn die Kerwebesucher im vollen Saal des Kastanienhofs gar nicht ziehen lassen: Kerwepfarrer Tobias Krause hatte mit seiner Predigt und mit den vielen Besonder- und Begebenheiten aus dem Ort den Nerv des Publikums getroffen. Das feierte bei herrlichen Wetter danach munter drinnen und draußen weiter. Damit Krause bei seiner Ansprache der Mund nicht zu trocken wurde, reichte ihm Mundschenk Jan Kohl zwischendurch immer wieder das Weinglas.

Nach dem Frühschoppen-Konzert am Sonntag mit der Kocherbacher Trachtenkapelle hatten die Beteiligten im Oberdorf Aufstellung für den Umzug durch den Ort genommen. Kinder und Jugendliche mit geschmückten Fahrrädern fuhren vornweg, während der Kerwepfarrer samt Mundschenk vom Bulldog-Anhänger aus das geneigte Volk am Straßenrand grüßte. Im Kastanienhof ging es dann nahtlos weiter.

Die andauernd kaputte Laterne im Oberdorf hatte es Kerwepfarrer Krause zuerst angetan. „Oumol hängt se schepp, a onermol is de Scherm verreckt“, wusste er um die Befindlichkeiten. Auch wenn sich „de Kurt Eisenhauer“ mit dem Opa Ewald auf die Lauer legte: Keiner konnte ermitteln, warum die Lampe laufend nicht mehr funktionierte.

Viel Spott bekam der „Krämers Stefan“ ab. Denn der machte beim Bemühen, die Schweine auf den Hänger zu verladen und zum Schlachtof zu bringen, „en mortz Üwerschlag“. Krause: „Die Sau mit Name Heike, tut‘s mim Krämer ganz schäi übertraiwe“. Beinahe wäre es in Kocherbach zur Apfelschlacht gekommen, wusste der Kerwepfarrer ebenfalls zu berichten. Denn als „de Longer“ zu seinen Bäumen kam und ernten wollte, war alles schon gepflückt. Das Ende vom Lied: eine Apfelspende…

Ein Loblied auf die beiden Helferinnen in der Not und allen Lebenslagen, Sabine und Catrin, gab’s ebenfalls. Die sind im Ort immer zur Stelle, wenn’s jemand schlecht geht: „Unsere Krankenschwestern sin holt ä Gedicht, die warte nicht ab, bis sich oner erst was bricht.“ Was dem Tobi Stein nach der Kerwe alles widerfuhr, wurde ebenfalls genüsslich ausgebreitet. Aus der WG war Krause bekannt, dass „de Grambe“ sich wunderte, warum der Kondenstrockner nicht funktionierte. Schließlich hatte er doch extra das Wasser aufgefüllt…

Mit der Kerwepredigt war der Nachmittag aber noch nicht zu Ende: Die „Kerwe-Kids“ boten die Tänze „Hands up“ und „Twist again“ dar, einstudiert von Elisabeth Schmitt. Jannik Cieslak, Romina Schneider, Isabella und Viviana Frößinger, Luis Bernhardt und Ksaweg Krowka heimsten für ihre Darbietung viel Beifall ein. Von „One2step“ gab’s einen Tanz zum Song „I like it“, gefolgt vom Kerwe-Sketch „Kaffeekränzchen“, beides unter der Leitung von Christina Speck.

Alissa und Nico Stein, Fabienne Frößinger, Samantha Mergel waren zuvor bereits sängerisch aktiv, zum Sketch kam noch Marian Hölzel dazu. „Ernährung und Figur“ hieß es beim Treffen von älteren Damen, wo natürlich auch die Männer ein Thema waren. Auch der Alkoholtest nach dem Geburtstag sorgte für viele Lacher.

Die fünf „Kocherbacher Knallköpp“ hatten danach ihren Showauftritt. Die Darbietung der Kerwejugend mit Tobias Stein, Tobias Krause, Jan Kohl, Mario Schmidt und Andreas Speck ließ kein Auge trocken. Zünftig, witzig, derb und deftig standen die fünf in ihrem bayrischen Lederhosen auf der Bühne mit Bergmotiv im Hintergrund und boten zu entsprechender Volksmusik mit ihren Instrumenten einen vielbeklatschten Auftritt.

Am Montag ging‘s mit dem Frühschoppen weiter, zum dem sich auch Bürgermeister Joachim Kunkel eingefunden hatte. Nach dem Luftballonwettbewerb stand die Beerdigung der Kerwe an. Unter lautem Wehklagen wurde diese von der Kerwejugend zu Grabe getragen und der Abschiedsschmerz darüber nach Kräften ertränkt.

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