Neue Geopark-Wanderung mit dem Titel „Vom Wehrkirchlein zur Sommerrodelbahn“ findet am 8. Mai statt

„Vom Wehrkirchlein zur Sommerrodelbahn“ heißt die neue Tour, die Geopark-vor-Ort-Begleiter Jürgen Johann am Sonntag, 8. Mai, erstmals ab der Kreidacher Höhe anbietet. Das Motto bezieht sich zeitlich auf die 800 Jahre Ortsgeschichte von der urkundlichen Ersterwähnung bis zur Eröffnung der Sommerrodelbahn. Die Rundtour mit Führung durch Wald-Michelbach führt zunächst auf dem Kunst- und Höhenweg Richtung Stallenkandel. Neben herrlichen Ausblicken auf Wald-Michelbach, Kreidach, die Höhenzüge an der Bergstraße und bei gutem Wetter bis zur Bergkette des Pfälzer Waldes bilden die Kunstwerke des 2002 eröffneten Kunstweges immer wieder reizvolle Anblicke.

Am Kohlhof verlassen die Wanderer den Höhenweg talabwärts über eine Waldpassage zur Überwald-Metropole. Nachdem einem alten Steinbruch erreicht man den Heinrich-Schlerf-Erholungspark mit einem neu angelegtem Bewegungsparcours, der auf Wunsch gerne benutzt werden darf. Danach geht es vorbei an Drachen- und Adam-Karrillon-Schule zum geschichtsträchtigen Platz „Zwischen den Kirchen“.

Dort, auf dem Gelände der evangelisch-reformierten Kirche, befand sich im Mittelalter eine kleine Wehranlage mit Holzkirche. Um 1500 wurden die Verteidigungsanlagen durch Mauern und einen Wassergraben zu einer Kirchenburg erweitert. Der untere Teil des Glockenturms der heutigen Kirche ist Teil des Festungs- und Wehrturmes aus dem frühen 13. Jahrhundert und somit das älteste Bauwerk in Wald-Michelbach.

Der Ort wurde 1238 erstmals schriftlich erwähnt, dürfte aber bereits um das Jahr 1000 besiedelt worden sein. Im frühen 13. Jahrhundert baute man zum Schutz der Bevölkerung eine Wehranlage mit steinernem Bergfried, in dessen Nähe sich ein hölzernes Kirchlein befand. Auf dieses Kirchlein bezieht sich die Ersterwähnung in einer Papsturkunde Gregor IX. vom 28. Mai 1238. Wald-Michelbach hieß zu dieser Zeit „Michinbach“.

Im 18. Jahrhundert wurde die gegenüberliegende katholische Kirche St. Laurentius in barockem Stil erbaut. Sie hat ihren Namen nach dem heiligen Laurentius, einem Märtyrer, der wegen seines Glaubens auf einem Rost durch Feuer zu Tode gefoltert wurde. Das Wald-Michelbacher Wappen zeigt den goldenen Rost auf schwarzem Grund.

Das Geburtshaus des berühmtesten Sohnes Wald-Michelbachs, des Arztes und Heimatdichters Adam Karrillon, befindet sich östlich des Platzes in der jetzt nach ihm benannten Straße. Der Dichter, der in zahlreichen Büchern seine Odenwälder Heimat und Landsleute beschrieb, wurde zum ersten Ehrenbürger Wald-Michelbachs ernannt. Durch die Gass, vorbei am 1594 erbauten ehemaligen Zent-Rathaus und heutigem Heimatmuseum, geht es zur Hofwiese mit Einhaus, Backhaus und Lapidarium, dann weiter zum Solardraisinenbahnhof und der Bahntrasse folgend am Steinkreuznest vorbei wieder zurück zum Ausgangspunkt auf der Kreidacher Höhe.

Info: Die Wanderung „Vom Wehrkirchlein zur Sommerrodelbahn“ ist fünf Kilometer lang und wird mit Pausen und Erläuterungen etwa dreieinhalb Stunden dauern. Treffpunkt ist am Sonntag, 8. Mai, um 14 Uhr am Infostand der ZKÜ vor der Sommerrodelbahn auf der Kreidacher Höhe. Die Teilnahme kostet drei Euro für Erwachsene. Anmeldung erbeten unter E-Mail juergen-johann@gmx.de oder Telefon 06207-1256.

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