Katharina Zink begeistert beim Chansonabend im Hammelbacher Kulturcafé mit buntem Programm und eindrucksvoller Stimme

Dass Katharina Zink klassischen Gesangsunterricht genossen hat, ist unschwer zu überhören. Und dass es ein mehr als erfolgreicher bei Michael Valentin von der Jugendmusikschule Weschnitztal-Überwald war, ebenso wenig. Die 20-Jährige begeisterte beim Chansonabend im Hammelbacher Kulturcafé mit einer schönen Songvielfalt und großen (stimmlichen) Wandlungsfähigkeit, die bei den etwa 50 Gästen auf viel Begeisterung stieß.

Begleitet von Michael Teichert am Piano, erstreckte sich die Bandbreite der Liedauswahl vom Musical über Oper und klassische französische Chansons bis hin zu einem aktuellen Popsong wie „Remedy“ von Adele. Eigentlich startete Katharina Zink in Kinderzeiten mit Rock-Pop-Gesangsunterricht. Dieser Musikrichtung frönt sie auch weiterhin in ihrer Band „Thousand Years Later“, mit der sie gerade bei der Aschbacher Kerwe auf der Bühne stand.

Irgendwann kam der klassische Musikunterricht hinzu. Als die 20-Jährige dann Martine Rüdinger vom Kulturbüro bei einem anderen Event kennenlernte, wurde sie von ihr angesprochen, ob sie nicht einen Chansonabend gestalten wolle. Gesagt, getan: „Klar, das mache ich“, lautete ihre Antwort. „Ich liebe alles Darstellerische“, betont Katharina Zink – was sie in dieser Musikrichtung besonders gut umsetzen könne.

Das Programm entstand in Zusammenarbeit mit Michael Valentin. Was sie besonders freute: „Ich hatte dabei freie Hand.“ Es mussten nicht alle Lieder Französisch und Chansons sein. Wobei: „Ich liebe die Sprache“, lächelt Katharina, denn schon in der Schule hatte sie Französisch als Leistungskurs. Wobei die Chansons trotzdem eine Herausforderung für sie waren, „denn ich habe mehr Richtung Oper und Operette gelernt“.

Das Darstellerische, Abwechslungsreiche in den Liedern kann die Künstlerin voll ausleben: Ob im „Willkommen“ aus dem Musical Cabaret, als Fee aus dem Cinderella-Film mit „Bibbidi-Bobbidi-Boo“ in der Zugabe oder als „Diva de l’empire“ mit mondäner Kopfbedeckung. Da kann sie sich dann stimmlich voll einbringen, alle Nuancen und Facetten von himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt rüberbringen.

„Sing, Nachtigall, sing“ aus den frühen 1940er Jahren, „O mio babbino caro“, eine Arie aus Giacomo Puccinis einaktiger Oper Gianni Schicchi, oder der wohl bekannsteste Chanson „La vie en rose“ bilden den Auftakt. Einige (launige) erklärende Worte hatte jeweils Michael Valentin zu den jeweiligen Stücken parat.

Ausdruckvoll, machtvoll, perfekt modelliert singt Katharina Zink den französischen Chanson mit viel Show und Pathos, gibt forsch die Femme fatale, kann aber genauso gut beim Lied aus dem Dumbo-Musical die ganze Traurigkeit perfekt und gefühlvoll interpretieren. Bei Adeles „Remedy“ schaltet die 20-Jährige gleich eine ganz Oktave runter, schafft mit volltönender Stimme auch die vielen kleinen Zwischentöne.

Passend zum Ende des Konzerts der vertonte „Abschiedsbrief“ von Erich Kästner als Reminiszenz an die 30er Jahre. Derb, frivol, mal flüsternd, mal überbordend, mal singend, mal motzend, lebt Katharina Zink das Lied in all seinen Zwischentönen aus. Perfekt für einen Schluss, der lang anhaltenden Beifall und Zugabe herausfordert.            Und in der sie als Fee das Publikum noch einmal verzaubert.

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