Hartenroder Kerwe: Bunter Abend in allen hessischen Facetten

Hessisch ohne Ende ging’s beim Bunten Abend der Hartenroder Kerwe zu. Ein dicht gedrängtes Programm brachte den Saal in der Mehrzweckhalle ein ums andere Mal zum Toben. Viele Akteure aus dem Ort sorgten auf der Bühne beim „Hessischen Owend“ für gelungene Unterhaltung. Der Lokalkolorit tat ein Übriges, dass es immer wieder kräftigen Beifall für die gelungenen Darbietungen gab. Durch den Abend führte Elke Jöst.

Nach der Begrüßung durch die Vorsitzende des ausrichtenden Gesangvereins Immergrün, Silja Scholz, war diese bei der ersten Darbietung gleich mit im Boot. „Ja wir Hessen“ hieß es in einem Betrag aus dem „Blauen Bock“, bei dem außerdem Beate Waldhauser, Ulrike Gölz und Elke Jöst mitwirkten. Zu „Cotton-Eyed Joe“ tanzten danach die „Odenwald Girls“ mit Nicole Schmitt, Isabell Hallermeier, Jule Schneider und Steffi Schröder. Die erste Zugabe war fällig.

Beim Hessenquiz durften drei Paare aus dem Publikum ihr Wissen über das heimische Bundesland testen. Die Moderatoren Diana und Thomas Adler hatten schwierige Fragen ausgesucht. Wer weiß schon, dass es in nordhessischen Häusern einen „Wursthimmel“ gibt oder in Ginsheim-Gustavsburg eine „Dessous-Akademie“? Katrin und Markus Temper, Julia und Dirk Müller sowie Silja und Ralf Scholz grübelten um die Wette. Letzteres Paar hatte am Schluss die Nase vorn.

Jürgen Karl und Ortsvorsteher Stefan Aßmann durften im Anschluss auch zweimal ran. Denn ihr „Herzilein“ von den Wildecker Herzbuben, das beide in originalgetreuer Tracht, allerdings ohne originalgetreue Pfunde sangen, kam so gut an, dass erneut eine Zugabe fällig war. Valentina Gölz und Isabel Weigend als Tanzduo „Pleasure“ leiteten über in die Pause.

Nach den „Äppelwoi-Hymne“ von Ralf Scholz sorgte der Film über das Bobby-Car-Rennen in Hartenrod für viel Hallo. In roten Rennbobbys hatten Marcel Gölz, Stefan Aßmann und Ralf Scholz als Sebastian Vettel, Nico Rosberg und Nick Heidfeld den Ortsteil unsicher gemacht und ihre PS-Stärken gemessen. Sieger: natürlich Vettel. Der neunköpfige GV-Vorstand schmetterte im Anschluss zwei Stücke von G.G. Anderson: „Sommernacht in Rom“ und „Am weißen Strand von San Angelo“.

Ein richtiger Brüller war der Tanz auf die Hessen-Hymne von Kerweparre Peter Gölz und seiner Schwester Valentina. Denn beim Einmarsch ließ sich noch nicht vermuten, was dann folgte: Der Kerweparre ließ den Mantel fallen, darunter kamen rosa Tütü, Stulpen und Ballettschühchen zum Vorschein. Das Publikum raste vor Begeisterung. Wie auch beim restlichen Programm, das bestens ankam. Als Alleinunterhalter Harald Walz zwischendurch eine Stimmungsrunde einschob, stand der ganze Saal Kopf.

Herbert Fath als Kurgast, der im „Bad Orb“, den umgedichteten „New York, New York“ von Badesalz sein Leid als Kurgast klagte, schob dann gleich auch noch ein „Verdammt ich lieb dich“ von Matthias Reim nach. Der komplette Gesangverein Immergrün mit 20 Mitwirkenden schloss sich mit gleich vier Stücken an: „Griechischer Wein“, „Über sieben Brücken musst du gehen“, „Was glänzet der Frühling“ sowie „Wochenend und Sonnenschein“ läuteten das große Finale ein.

Zu dem bat Elke Jöst alle Teilnehmer noch einmal auf die Bühne. Danach war aber noch lange nicht Schluss. Bis spät in die Nacht oder wahlweise früh in den Morgen wurde weiter gefeiert. Die letzten machten sich erst gegen 3 Uhr auf den Heimweg. Morgens standen die ersten Helfer schon wieder in der Halle, um alles für den Frühschoppen vorzubereiten.

Am Nachmittag hatte bereits Kerweparre Peter Gölz die kleineren und größeren Missgeschicke seiner Hartenroder Mitmenschen durch den Kakao gezogen. Etwa die von der zu groß geratenen Couch, die im Möbelhaus das Auge verzückte, aber bei Lieferung „hochkoant, senkrecht und quer“ nicht die Treppe hochpasste. Das Ende vom Lied: „Woche speda dut donn doch e neii Couch in de Stubb drin stäi. Die is zwar klena  ewwa genauso schäi.“

Der Kerweparre wusste daneben gleich von drei Geschichten zu berichten, bei denen verzweifelt nach Schlüsseln gesucht wurde. Etwa bei der vertauschten Jacke. „Es werd gerätselt und iwwerläigt, wer so e ähnlischi Jacke träigt.“ Oder Otmar und Manfred, die den Autoschlüssel finden müssen, bevor ihnen der Bus vor der Nase wegfährt: „Der Autoschlissel hot sich im Scherm verfonge, do muss ma sich jo an den Kopp longe.“

Zum Schluss hatte Gölz noch einen heißen Tipp für den Gesangverein parat, wenn es um Sängerwerbung geht: „Wonn er Sängerwerbung betreiwe wollt, er net im Altersheim singe sollt. Wollt er es zu junge Sänger bringe, gäit liwa in de Kinnagade singe.“ Die Kerweparre-Aufforderung, danach dem Gestensaft zuzusprechen, ließen sich die Gäste nicht zweimal sagen.

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