Wald-Michelbacher „Give-Box“ soll ihren Platz auf der neugestalteten Hofwiese finden

Die Realisierung der „Give-Box“ rückt näher. Beim Treffen des Demokratischen Bürgerforums Überwald nannte Anja Gammelin-Werner konkrete Vorstellungen zum Standort: Das Holzhäuschen mit den Abmessungen drei auf drei Meter soll möglichst auf der Hofwiese seinen Platz finden. Bürgermeister Joachim Kunkel äußerte die grundsätzliche Bereitschaft der Gemeinde und will den Kontakt zum Planer herstellen, damit das Projekt bei der geplanten Umgestaltung der Fläche vor dem Einhaus berücksichtigt werden kann.

Wie Gammelin-Werner einleitend im Nebenzimmer des Gasthauses „Jägerslust“ in Gadern sagte, beschäftige man sich schon seit dem Sommer 2015 mit dem Thema. Die Idee zu einer Give-Box stamme aus Berlin. Sie solle als Tauschbörse von funktionstüchtigen, gebrauchten Alltagsgegenständen (auch kleinere Elektrogeräte) dienen. Eben alles, was tragbar ist. Damit will das Bürgerforum die Möglichkeit eröffnen, „ohne Geld an im Haushalt benötigte Gegenstände zu kommen“. Ausgenommen seien Möbel und Kleider. Kleider, weil sie schon in der Kleiderstube angeboten würden, und Möbel, weil sie den Platz sprengen würden.

In der Diskussion habe sich herauskristallisiert, dass die Box eine Art Gartenhäuschen sein solle, das abseits der festen Öffnungszeiten abgeschlossen sein soll, berichtete Gammelin-Werner. Hier sei der Samstag angedacht, allerdings benötige man für dieses Vorhaben auch Mitstreiter, die diese Dienste übernähme. Eine erste Vorstellung in der Gemeindeverwaltung mit Bürgermeister Joachim Kunkel habe eine positive Resonanz ergeben, so die Vertreterin des Bürgerforums.

Als Platz wünscht man sich einen zentralen Ort in der Gemeinde, weswegen die Wahl auf die Hofwiese fiel. Das Holzhäuschen „trägt zur Aufwertung bei“, könnte sich Gammelin-Werner vorstellen. Die Give-Box werde aus eigenen Mitteln finanziert und von Ehrenamtlichen betreut. Sie stellt laut ihren Worten „eine korrigierende Gegenbewegung zum Überfluss in unserer Gesellschaft dar und ermöglicht den Wiedereinsatz von vergessenen und nicht mehr gebrauchten Gegenständen“.

Die Bürgerforums-Aktive äußerte die Hoffnung „auf einen regen Zuspruch“, da sicherlich viele „etwas zuhause haben, das nicht mehr gebraucht wird“. Als Idee nannte sie daneben themenbezogene, jahreszeitliche Märkte etwa für Pflanzen oder Gartengeräte.

Bürgermeister Kunkel begrüßte ausdrücklich ein weiteres sinnvolles Angebot in der Großgemeinde. „Wir unterstützten gerne ehrenamtliche Projekte.“ Die Planungen für die Neugestaltung der Hofwiese seien fertig, die Ausschreibung in Vorbereitung. Eine Realisierung sei von September bis Dezember angedacht. Die Give-Box ist seinen Worten nach auf der Hofwiese „sicherlich unterzubringen“. Wichtig ist ihm, dass die Pflege des Häuschen und auch der Fläche drumherum gewährleistet sei. „Das ist dann Aufgabe des Bürgerforums“, so Kunkel.

„Wir sind offen für Vorschläge“, betonte Stefan Werner – wenn es um einen möglichen Standplatz und die Gestaltung des Häuschens gehe. Es gebe die Idee, einen kleinen, mobilen Steinsockel als Untergrund zu errichten, falls man doch einmal den Platz wechseln müsste. Werner kann sich daneben die Einbindung von Flüchtlingen in der Betreuung vorstellen, wenn deren Deutsch-Kenntnisse etwas besser seien. Auf deren mögliche Bedarfe hatte bereits Kunkel hingewiesen.

Der Bürgermeister sagte zu, das Bürgerforum mit Architekt Hans Dieter Bretschneider kurzzuschließen, damit bei einem Vor-Ort-Termin alles weitere geklärt werden könne. In der folgenden Diskussion wurden noch das Thema Strom und Versicherung angesprochen. Auch gab es die Überlegung, die Give-Box mit einem regensicheren Bücherregal an der Außenseite zu kombinieren. Sollte jemand größere Dinge abzugeben haben, wurde eine Art „schwarzes Brett“ angeregt.

Info: Das Demokratische Bürgerforum Überwald trifft sich jeden ersten Mittwoch im Monat um 19.30 Uhr in der Gaderner „Jägerslust“, mehr unter http://www.buergerforum-ueberwald.de

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