Eigene Markierung: Ganz Ohr für den Hammelbacher Klangwanderweg

Der Klangwanderweg hat jetzt seine ganz eigene Markierung. Ein stilisiertes hellblaues Ohr auf weißem Hintergrund geleitet die Wanderer nun auf acht Kilometern durch die Odenwald-Landschaft nördlich von Hammelbach. Die Route entspricht der früheren H5-Markierung, die es aber zwischenzeitlich nicht mehr gibt. Initiator und Erbauer Uli Krell verbrachte die Osterferien damit, das Signet durchgängig an allen Abzweigungen anzubringen.

„Die weißen Hintergrund-Felder habe ich schon vor einiger Zeit aufgebracht“, sagt Krell. Doch sie mussten erst einmal abtrocknen. Außerdem wartete er stabilere Witterung, damit die aufgemalten Ohren auf feuchtem Holz nicht gleich wieder abblättern. Krell hofft, dass mit den 30 aufgebrachten Klangwanderweg-Zeichen die „Verwirrung“ mit Beschilderungen der H5- und H10-Wanderwege ein Ende hat.

Denn seinen Worten zufolge wurden die früheren Wanderwege H5 und H8 zu H10 zusammengefast und die alten Markierungen übermalt. Deshalb gebe es im Gelände nur noch die H10-Markierungen. Doch: „Auf allen (mir bekannten) Karten sind noch die alten Bezeichnungen“, erläutert der 63-Jährige. Was immer wieder dazu geführt habe, dass Wanderer in die Irre liefen.

Ausgangspunkt des Klangwanderwegs mit seinen zehn Stationen ist der Dorfplatz. Man kann aber auch an der Weschnitzquelle einsteigen und dann der Ohr-Markierung folgen. Über Eselstein, Altlechtern und Schanze führt die Strecke wieder in einem Bogen nach Hammelbach zurück. Auf die Windharfe folgen die vier Klangwindspiele, der Achtklang, die große Überwald-Glocke, Waldmarimba, Holzarten-Xylophon, Summstein und am Bildstock die kürzlich von Vandalen beschädigte Windleier.

Letztere plant Krell bis Anfang Mai wieder repariert und aufgehängt zu haben. Denn dann gibt es eine geführte Wanderung mit einem Gospelchor. Solche Touren bietet er übrigens auch für andere Interessierte auf Voranmeldung an – vor allem an den Wochenenden. Mehr unter E-Mail klangwanderweg@gmail.com.

Vor vier Jahren ging’s für den 63-Jährigen los mit seinem Projekt Klangwanderweg: Als erstes Objekt wurde ebendiese Windleier aufgehängt. „Nach und nach, je nach meiner Freizeit und Zeitpunkt der Fertigstellung, kamen die anderen Instrumente dazu“, erzählt Uli Krell. Bei fast allen sei ihm in der Fertigung Günther Mücke mit seiner Kettensäge zur Hand gegangen.

Bei der Konstruktion spielte auch Krells Beruf als Mathe- und Physiklehrer am Überwald-Gymnasium eine Rolle. Etwa beim Holzartenxylophon: „Die Abmessungen sind konstant, aber die verschiedenen Holzarten klingen alle unterschiedlich.“ Ganz in seinem Kopf entstanden ist Krell zufolge die Lion-Windharfe. „Die habe ich genau an dem Tag montiert, als mein erster Enkel auf die Welt kam.“ Weshalb sie auch dessen Namen erhielt. „Für die habe ich nirgends etwas abgeschaut“, schmunzelt er.

Andere Ideen „importierte“ Krell entweder aus Hoscheid in Luxemburg vom dortigen Klangwanderweg oder machte sich selbst Gedanken. So beim Achtklang: „Da waren viele Forschungsarbeiten nötig, bis klar war, wie lange die Rohre sein müssen, damit die Töne stimmen“, steckt laut dem 63-Jährigen nach wie vor viel Freizeit in dem Projekt. Wie jetzt wieder bei den Markierungen. Und unfreiwillig durch die Reparatur der zerstörten Windleier.

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