500 Jahre Reinheitsgebot: Alles rund ums (Odenwälder) Bier beim Vortrag in Wald-Michelbach

Mit der Geschichte des Bierbrauens im Odenwald befasst sich exakt am 500. Geburtstag des Deutschen Reinheitsgebots der Geopark-Vor-Ort-Begleiter, Heimatforscher, gelernte Bierbrauer und Mälzer Andreas Arnold. „Vom Halm zum Glas – Bier zu Hause brauen?“ lautet der Titel seiner Veranstaltung am Samstag, 23. April, im Einhaus. Eine Verkostung findet ebenfalls statt.

Am 23. April 1516 wurde das Deutsche Reinheitsgebot erlassen. „Allein Gerste, Hopfen und Wasser“, so lautet der Text der Urkunde, durfte nun zum Brauen des Bieres verwendet werden. Das Gebot wurde notwendig, weil zuvor zum Brauen allerlei ungewöhnliche und zum Teil gesundheitsschädliche Zutaten verwendet worden waren. So nahm man zum Würzen des Bieres gelegentlich auch Stechapfel und Bilsenkraut. „Sich einen Rausch antrinken“ hatte damals also durchaus eine andere Bedeutung als heute.

In seinem Vortrag, den Arnold ab 19 Uhr im Wald-Michelbacher Einhaus hält, geht es unter anderem um die Geschichte der Odenwälder Brauereien. Viele der traditionellen hiesigen Brauereien gehen auf Schweizer Einwanderer zurück. So kam auch nach dem Dreißigjährigen Krieg ein Schweizer Schmied namens Ulrich Schönberger in den Odenwald. Er sollte der Urvater der größten regionalen Brauerei werden, Schmucker im Mossautal.

Oft wurde das Brauen damals aber auch im Nebenerwerb getätigt. Haupterwerb der Menschen war in früheren Zeiten in aller Regel die Gast- und Landwirtschaft. So ist in einem Schriftstück aus dem Jahre 1895 überliefert, dass der Biervorrat der Mossauer Brauerei nur 600 Liter betrug.

Kurios dabei laut Arnold: Die Familien der Brauereien Schmucker Mossau, Felsenkeller Beerfelden, Schönberger Groß-Biberau und Dörr Michelstadt sind weitläufig verwandt. Lediglich das Erbacher Brauhaus nahm eine Sonderstellung ein. Ende des 19. Jahrhunderts gab es in Deutschland noch etwa 19.000 Brauereien, alleine in Michelstadt gab es Arnold zufolge zu diesem Zeitpunkt 13 Betriebe.

Neben einem reich bebilderten Vortrag zur Geschichte des Bieres wird vom Geopark-vor-Ort-Begleiter auch die Frage geklärt, ob man Bier zu Hause mit gängigen Haushaltgeräten brauen kann und darf. Andreas Arnold erläutert den Gästen, auf was zu achten ist, welche Rohstoffe, Geräte und Temperaturen wichtig sind und was sich hinter Begriffen wie „maischen“, „abläutern“ und „ausschlagen“ verbirgt.

Der Abend wird mit einer Verkostung diverser Bierspezialitäten und Kuriositäten abgerundet. Jeder Gast hat die Möglichkeit, zehn verschiedene Biere aus Deutschland und dem Ausland unter fachkundiger Anleitung zu probieren. Da es sich jeweils um 0,1 Liter handelt, steht eindeutig der Spaß im Vordergrund.

Info: „Vom Halm zum Glas“ Samstag, 23. April, 19 Uhr, Einhaus Wald-Michelbach. Dauer etwa 2 Stunden. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Es wird um Voranmeldung unter Telefon 06207-5838 oder E-Mail a.arnold@kleiderbuegel24.de bis spätestens 16. April gebeten. Eintritt inklusive Verkostung: 10 Euro

Altes Brauereigebäude Mossautal Altes Brauereigebäude Mossautal 2

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