MGV Union Wald-Michelbach hat auf seiner neuen CD „Chor inside“ einen Querschnitt seines breiten musikalischen Schaffens verewigt

Machtvoll schallt das Gebet von Rossini, gesungen von vielen Männerkehlen, aus dem Lautsprecher. Die grünen Hügel Schottlands tauchen bei „Loch Lomond“ vor dem geistigen Auge auf. Sanft leuchtet das „Feuerzeug“ beim A-cappella-Song der Gruppe „Basta“. „Da ist alles drauf, was Chormusik ausmacht“, meint Chorleiter Hans-Joachim Karl stolz über die neue CD „Chor inside“ des MGV Union Wald-Michelbach.

15 Lieder, einen kompletten Querschnitt des aktuellen Schaffens, hat der Chor auf den Silberling gepresst, der jetzt erhältlich ist. Und erreicht dabei einen noch breiteren Querschnitt an Jahren als der über 150 Jahre alte Klangkörper selbst. „Romantik, Klassik, Volkslieder, Zeitgenössisches und Popsongs“ gibt es laut Karl zu hören. „Ein großes Überraschungspaket“, schmunzelt er.

„Wir wollten dokumentieren, mit was sich der MGV Union in den vergangenen Jahren musikalisch beschäftigt hat“, beschreibt Hajo Karl die Motivation für die Aufnahme. Ein Zuhörer, dem Chormusik fremd sei, habe vielleicht noch antiquierte Vorstellungen von dem, was heutzutage in den Gesangverein geleistet und geboten werde, sagt er. „Das passt nicht mehr in frühere Klischees.“

Denn das Repertoire „ist beileibe nicht nur traditionell“, betont der Chorleiter. „Es ist für jeden etwas dabei“, hebt er auf die große Schaffens-Bandbreite ab. Die Zuhörer würden „mit ganz unterschiedlichen Dingen konfrontiert“, die sie sonst nie zu Ohren bekämen. Auf der CD seien „ein paar ganz ungewöhnliche Stücke drauf“, macht Karl neugierig.

Für den ehemaligen Vorsitzenden Rainer Killiches und seinen Nachfolger Matthias Fischer sei es ein Anliegen gewesen, das breite Liederrepertoire abzubilden. „Das war ganz selbstverständlich.“ Mit Meinhard Wind als Toningenieur hatte man laut Karl „einen Spezialisten für Chormusik“ am Mischpult. Über zwei Jahre hinweg sei der Tonträger eingespielt worden. „Wir haben uns extra viel Zeit gelassen, weil einige hochkomplizierte Stücke dabei sind“, erläutert der Chorleiter.

Drei Blöcke, „auch über Epochen hinweg“, geben der CD ihr Gepräge. Da ist der anfängliche geistliche Part, das Mittelstück mit Weltmusik und drei Stücke der A-cappella-Unterhaltung zum Abschluss. Das eher traditionelle Gebet („Preghiera“) von Gioacchino Rossini zu Beginn stehe in einem spannenden Gegensatz zum folgenden, zeitgenössischen „Most holy mother of God“ von Arvo Pärt, sagt Karl.

Mit dem „Periti autem“ von Mendelssohn Bartholdy werde der geneigte Zuhörer „wieder versöhnlich gestimmt“, lächelt der Chorleiter. Und dabei in die Romantik entführt.  Als Höhepunkt des geistlichen Parts bezeichnet er das „Ave Maria“ des Nischenkomponisten Rechberger. Interessant sei hierbei, „dass es keine Noten gibt“, sondern nur grafische Notationen.

Ähnlich wie bei „Snowforms“ des Kanadiers Murray Schafer als erstes Stück des Weltmusik-Bereichs. Hier werde die Schneelandschaft in Notenlinien, in Musik, übertragen, erklärt der Chorleiter. Es folgen Volkslieder aus aller Herren Länder, die die Eigenheiten der Völker näherbringen. Nach Irland, USA, Schottland und Italien landet der MGV Union mit dem bekannten „Abendlied“ wieder zurück in Deutschland.

Mit dem A-cappella-Teil möchte der Chor zeigen, „dass er auch in modernen Musikformen zu Hause ist“. „Es war ein Mädchen und ein Matrose“ von Severin Geissler als früheres Ufa-Stück ist eines der älteren Lieder in diesem Part. Als Beispiel für die Affinität des Chors zu heutigen (Pop-)Songs ist laut Karl das „Feuerzeug“ von „Basta“ zu sehen. „Es rundet perfekt die unterhaltsame Mischung ab“, betont er.

„Mit dem Großteil der Lieder haben wir uns in den vergangenen drei bis vier Jahren beschäftigt“, verdeutlicht der Chorleiter, dass man sich die Setliste der CD nicht extra draufgeschafft habe. Sie zeige gut, „was Chöre heutzutage leisten“. Der MGV wolle aber nicht nur sein Leistungsspektrum demonstrieren, sondern „wir wollen auch Werbung für uns selbst machen“.

Denn wie andere Vereine auch plagen die Wald-Michelbacher Nachwuchssorgen. „Chorsingen ist ein tolles Hobby“, wird Hajo Karl deshalb nicht müde dafür zu werben, die „alten“ Klangkörper für ein jüngeres Publikum attraktiv zu machen. Auch gehe es darum, das Bild von Chören in der öffentlichen Wahrnehmung zu ändern.

Über die Aufnahme ist Karl voll des Lobes: „Ich habe noch nie mit einem Chor eine CD produziert, die musikalisch und grafisch so schlüssig ist“, lobt er neben den Sängern auch die Arbeit von Sebastian Michel und Julius Rückert am äußeren Erscheinungsbild des Silberlings. Neben dem Logo, das zum 125. Jubiläum kreiert worden sei, finde sich als Cover das speziell für den MGV entstandene Bild „Der Chor“.

Info: Die CD „Chor inside“ des MGV Union Wald-Michelbach gibt es zu 13,95 Euro bei allen Sängern zu kaufen, außerdem in Wald-Michelbach bei Rathaus, Birkenhof und Buchhandlung Leseratte sowie unter http://www.mgv-union.de

 

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