Tag der offenen Tür an der Eugen-Bachmann-Schule Wald-Michelbach: In den Werkstätten wollen auch die Eltern mal basteln

Die Mitmachangebote sind der Renner. Denen können selbst die Erwachsenen und „Ehemaligen“ der Eugen-Bachmann-Schule nicht widerstehen und reihen sich beim Tag der offenen Tür in die Wartenden ein. Während die Laubsägearbeiten eher in die Domäne der angehenden EBS-Schüler fallen, sind Eltern dabei, wenn es im anderen Raum gilt, in einer Art Puzzle verschiedene Plastikstücke zusammenzusetzen. Und natürlich der 3D-Plotter: Für die begehrten Armreifen gibt’s bereits eine Warteliste.

Über ganze Schulhaus verteilt waren an diesem Tag die Informationen. Angehende Fünftklässler waren mit ihren Eltern und Geschwistern in den verschiedenen Räumen unterwegs, um alles in Augenschein zu nehmen. Zum Großteil schon frisch sanierte, helle, einladende Räume auf dem neuesten technischen Stand bilden eine gute Grundlage, um als weiterführende Schule attraktiv zu sein und so die Entscheidung der Kinder und Eltern für die EBS zu befördern.

Dreh- und Angelpunkt war die Mensa. Hier bot der Schulförderverein nicht nur Kaffee und Kuchen, hier spielte auch die Musik in Gestalt der „School of Rock“. Zur Mittagszeit kamen die Gäste aus dem benachbarten Überwald-Gymnasium zum Essen vorbei. Die bisherigen Sanierungsarbeiten sind für Schulleiter Thomas Wilcke ein Quantensprung. Sie haben seiner Beobachtung nach viel damit zu tun, dass sich die EBS jetzt wieder attraktiv für neue Schüler präsentiere und dies in steigenden Zahlen zum Ausdruck komme. Der letzte Bauabschnitt soll im Frühsommer beendet sein. „Dann verschwinden auch die Container vom Schulhof“, so Wilcke.

Zahlreiche Informationen und Mitmachangebote gab es an diesem Tag: So bot die achte Klasse ein Torwandschießen oder stand in einem anderen Raum der jährliche Schüleraustausch mit dem Collége St. Exupéry im französischen Bedarrides im Vordergrund. Besonders beliebt ist laut Wilcke bei den Fünft- und Sechstklässlern die Lehrküche. Im Wahlpflichtunterricht ab der siebten Klasse wird sie dann regelmäßig genutzt.

Mit dem Computer-Equipment zog man vor kurzen gerade in neu sanierte Räume um. Demnächst soll dann noch die passende technische Ausstattung auf aktuellstem Niveau folgen. Auch mit den Biologie-Räumen sieht der Schulleiter die EBS inzwischen „bestens ausgestattet“. Damit es in punkto Sicherheit und Notfallversorgung keine Lücken gibt, können Schüler eine Sanitäter-Ausbildung machen, erläuterte Wilcke einer interessierten Familie. „Vom Pflaster bis zum Notarzt“ stehe eine qualifizierte Ausbildung dahinter.

Das Handwerkliche nimmt an der EBS – auch in Kooperation mit diversen örtlichen Firmen – einen breiten Raum ein. Hier haben einige Schüler eine Biogasanlage in Kleinformat gebaut, dort liegen noch Holzpaletten, aus denen mit viel Geschick diverse Dekorationsartikel entstehen, die an diesem Tag in der Mensa ausgestellt wurden. Überall dort, wo etwas mit den eigenen Händen hergestellt werden konnte, bildeten sich gleich Menschentrauben.

Wer arbeitet und lernt, braucht auch was im Magen. Dafür gibt es nicht nur mittags die Mensa, sondern den Vormittag über auch die Cafeteria, in der kleine Snacks und Getränke verkauft werden. Hier dürfen Schüler schon mal selbst ran und erste Erfahrungen als Bedienung sammeln. Bestens funktioniert auch das Anstellen, denn für die jüngeren und älteren Schüler gibt es jeweils ein eigenes Bedienfenster.

Das eigentliche Einzugsgebiet der EBS umfasst laut Wilcke den Überwald und das Gorxheimertal. Hier gab es in den Grundschulen gemeinsame Elterninfoabende mit dem ÜWG, bei denen er die Schule vorstellte. Die verschiedenen Grundschulklassen waren danach zu einem Schnuppertag an der EBS. Darüber hinaus „haben wir aber auch Kinder aus Heddesbach und Hirschhorn hier“, betonte er.

Der schulformübergreifende Unterricht in der fünften und sechsten Klasse – für Haupt- und Realschüler gemeinsam – sei zum Markenzeichen der EBS geworden, so Wilcke. Lange Zeit habe man angehende Fünftklässler an die Schule in Fürth verloren, sagte er. Nach der Sanierung „können wir jetzt angemessen unterrichten“. Denn die EBS „muss was bieten, damit die Kinder hierher kommen“.

Pluspunkte sind in seinen Augen Werkstätten, Berufsorientierung und Eingangsstufenkonzept. „Die Einrichtung ist jetzt top“, sagte Wilcke. Man habe ein „tolles Ganztagsangebot“, das nachmittags mit verschiedenen Lerninhalten aufwarte: mehr Deutsch, mehr Englisch, mehr Mathe. Daneben werde die Schule durch Aktionen von Blasorchester oder Schulband geprägt. Die Musik hat laut Wilcke „einen großen pädagogischen Wert, die Schüler gehen in der Band auf“.

Stark gefordert ist die EBS derzeit auch in der Integrationsarbeit: „Jeder Tag ist eine gepflegte Herausforderung“, schildert Christiane Koch den Unterricht von Kindern mit wenig bis gar keinen Deutschkenntnissen aus vielen verschiedenen Ländern. Improvisation ist tagtäglich gefragt: Da gibt’s etwa eine Inderin, die Italienisch (und kein Englisch) kann, weil sie lange dort lebte. Eine EBS-Kollegin wiederum kann Italienisch, sie, Koch, könne das Ganze über ihre Französisch-Kenntnisse nachvollziehen. Ziel sei dabei jedoch, den Kindern die deutsche Sprache zu vermitteln… Ganz davon abgesehen, „dass es räumlich immer enger wird“, weil immer mehr Kinder nachkämen.

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