Altes Tragkraftspritzenfahrzeug in Unter-Schönmattenwag wird „immer pflegebedürftiger“

„Acht Jahre Amtszeit gehen heute zu Ende, drei Jahre als stellvertretender und fünf Jahre als Wehrführer“, sagte der scheidende Unter-Schönmattenwager Wehrführer Marc Ritter bei der gemeinsamen Jahreshauptversammlung im Haus des Gastes. „Es hat mir immer sehr viel Spaß gemacht, dieses Amt auszuführen, auch wenn es manchmal zum Haare raufen war“, schmunzelte Ritter. Jedoch stelle er sich aus privaten und beruflichen Gründen nicht mehr zur Wahl. Er werde jedoch der Feuerwehr weiterhin „ein treues Mitglied sein“ und die neue Wehrführung versuchen zu unterstützen, „wo es nur geht“.

Die Einsatzabteilung Unter-Schönmattenwag habe 2015 aus 25 Aktiven bestanden, so Ritter in seinem Jahresbericht. Diese Zahl blieb ebenso wie die der Atemschutzträger mit acht unverändert. Des Weiteren verfüge man über eine ausreichende Zahl von ausgebildeten Maschinisten, Sprechfunkern, Kettensägeführern, Feuerwehrsanitätern und Führungskräften.

2015 sei die Wehr zu zehn Einsätzen alarmiert worden: drei Brandeinsätze und sieben technische Hilfeleistungen. Ritter nannte daneben einen Gerätewart-Lehrgang an der hessischen Landesfeuerwehrschule, ein Erste-Hilfe-Training zusammen mit Ober-Schönmattenwag und 19 Ausbildungsveranstaltungen vor Ort. Die Atemschutzgeräteträger hätten 2015 zweimal die Atemschutzstrecke in Bürstadt begangen und am gemeinsamen Atemschutznotfalltraining der Wald-Michelbacher Feuerwehren teilgenommen.

Das Tragkraftspritzenfahrzeug wird laut Ritter dem Alter entsprechend „immer pflegebedürftiger“. Mittlerweile habe man Schwierigkeiten Ersatzteile zu bekommen. Die geplante Ersatzbeschaffung sollte deshalb zügig durchgeführt werden. Der neue Mannschaftstransportwagen sei aus Vereinsmitteln und Spenden finanziert sowie in Eigenleistung um- und ausgebaut worden. Einsatzgeräte und die persönliche Schutzausrüstung seien in einem guten Zustand.

Bei der alljährlichem Inspektionsübung gemeinsam mit den Feuerwehren aus Ober-Schönmattenwag und Wald-Michelbach an der Kläranlage hat laut Ritter Gemeindebrandinspektor Erwin Hartmann die Zusammenarbeit der Wehren gelobt und bestätigt, „dass wir für unsere Aufgaben gut gerüstet seien“.

Feuerwehrvereinsvorsitzender Ralf Scheib nannte in seinem Rückblick auf 2015 diverse Sitzungen, das gemeinsame Pfingstgrillfest mit dem Feuerwehrverein Ober-Schönmattenwag sowie den Weihnachtsmarkt, bei sich zu diesen beiden noch der Kindergarten als Veranstalter dazugesellte. Ende des Jahres zählte der Verein laut Scheib inklusive der 20 Jugendlichen 185 Mitglieder.

In diesem Jahr werde „das Vorantreiben der Zusammenarbeit mit dem Feuerwehrverein Ober-Schönmattenwag“ das Hauptthema sein. Es gelte das gemeinsame Vereinsleben weiter auszubauen. Ziel ist laut Scheib, dass die beiden Fördervereine „in naher Zukunft fusionieren“. Pfingstgrillfest, Weihnachtsmarkt und auch Weihnachtsfeier sollen 2016 gemeinsam stattfinden. An weiteren Terminen nannte er die Inspektionsübung im September und die Winterwanderung Ende Dezember.

Jugendwartin Yvonne Ballmann wies darauf hin, dass sich die Mitgliederzahl in der Jugendabteilung mit 18 im vergangenen Jahr nicht veränderte. Sie nannte als Aktivitäten Christbaumsammelaktion, Fastnachtshaufen, Schauübung beim Pfingstgrillfest, den zweiten Platz beim Bezirkswettkampf in Abtsteinach, Zeltlager, Übernachtung im Feuerwehrhaus sowie Teilnahme an Weihnachtsmarkt und Weihnachtsfeier. In diesem Jahr wolle man sich an Leistungsspange und Bezirkswettkampf beteiligen.

Den neuen Mannschaftstransportwagen (MTW) nahm die Unter-Schönmattenwager Feuerwehr schon vergangenen Jahr in Betrieb. Jetzt kam noch ein warmer Geldsegen hinterher: Die Volksbank Neckartal stellte 1000 Euro aus Mitteln des Gewinnsparvereins Südwest als Unterstützung für MTW und Ausstattung zur Verfügung.

„Wir haben Anfang 2015 das Projekt vorgestellt und beworben“, freute sich Feuerwehrvereins-Vorsitzender Ralf Scheib über die schöne Nachricht im neuen Jahr. Ein Signal für die Bewilligung habe es bereits im vergangenen Jahr gegeben, sodass der Verein erst einmal in Vorleistung getreten sei. Von dem Geld wurde ein sogenannter „Hi-Lift Jack“ angeschafft. Mithilfe dieses Universalwerkzeugs kann man zum Beispiel schwere Gegenstände wie Autos oder herabgefallene Gegenstände anheben. Man kann auch Türen oder Autos aufbrechen, kippgefährdete Lasten abstützen oder ihn als Anker für das Abseilen von Gebäuden verwenden.

Dieses auch First Responder Jack genannte Werkzeug ist ein Produkt des US-amerikanischen Unternehmens Hi-Lift. Es wird bereits seit 1995 in den USA von vielen Rettungskräften eingesetzt und ist dort weit verbreitet. Die umfangreichen Erfahrungen aus dem Einsatz sind in die Weiterentwicklung des Geräts eingeflossen, sodass es inzwischen voll ausgereift ist. Der First Responder Jack ist nun seit kurzem auch auf dem deutschen Markt erhältlich.

Advertisements