Eine vierstündige Rocksause mit „Bleimenning“ im Gras-Ellenbacher Gasthof „Hagen“

Harte Gitarrenriffs, wummernder Bass und wuchtiges Schlagzeug, dazu noch melodiöse Saxophonklänge und mehrstimmiger Gesang, dominiert von einer einprägsamen Frauenstimme: Fertig ist die Classic-Rock-Band „Bleimenning“, die mit Hard- und Deutschrockklassikern aus früheren Jahrzehnten die Bude zum Kochen bringt. In diesem Fall den Landgasthof „Hagen“ in Gras-Ellenbach, wo vier Stunden lang die Rocksause abgeht. Von AC/DC bis ZZ Top: Es ist alles dabei, was das Herz eines Rock-Fans begehrt.

Gesang aus etlichen Kehlen, ein „fetter“ Sound, gekonnte Soli und erkennbar viel Spaß an der Musik machen den Gig zu einem Erlebnis, das ein paar Gäste mehr verdient hätte. Doch einige waren wohl an diesem Abend „fastnachtlich“ gebunden. „Tainted Love“ (das im Original von Soft Cell und nicht Marylin Manson stammt), „Hard to handle“ der Black Crowes oder „Hier kommt Alex“ der Toten Hosen zeigen schon im ersten Set die Marschrichtung auf. Danach noch ein mächtiges „Eye of the Tiger“ von Survivor und fertig ist die Zeitreise in die guten alten Rock-Zeiten.

Genauso geht es auch danach weiter: Marcus Golz haut an der Lead-Gitarre das eine oder andere Solo raus, wechselt sich dabei mit Saxophonist Matthias Linzmeier ab. Der lebt sein Instrument förmlich, entlockt ihm immer wieder die höchsten Töne. Überhaupt das Saxophon: Sein Einsatz und die darauf arrangierten Songs machen den besonderen Reiz der Cover-Songs aus. Das Solo bei „Smoke on the water“ mal nicht auf der Gitarre zu hören, sondern von Linzmeier auf dem Blechblasinstrument zelebriert, ist was Neues.

Beim Gesang dürfen fast alle mal ran: Ob es Matthias Linzmeier bei „Ich brauch mein Suff“ von den Straßenjungs ist, Schlagzeuger Mirko Baßler Deep Purples Rauch über dem Wasser oder Westernhagens Pfefferminz-Prinz schmettert und Rhythmus-Gitarrist Marko Dörsam bei ZZ Tops „La Grange“ den bekannten Refrain „A haw, haw, haw“ mit Reibeisenstimme loswerden darf. Bassist Daniel Stein gibt nicht nur den Takt vor, er ist auch bei so gut wie allen Stücken die Stimme im Background, darf bei Westernhagens „Sexy“ oder „Gimme all your lovin'“ von ZZ Top auch mal ans Lead-Mikro.

Im Gesangs-Vordergrund steht natürlich Sylvia Harendarski. Die beweist ihr Können nicht nur bei Tina Turners „Nutbush City Limits“, sondern unter anderem auch bei „Are you gonna go my way“ von Lenny Kravitz. Sylvia ist quasi das „Küken“ der 2009 gegründeten Band, denn sie stieß erst vor drei Jahren dazu. Sie hat aus Weinheim auch den weitesten Anfahrtsweg, denn der Rest der Gruppe stammt aus dem Überwald.

Doch die Strecke nimmt sie gerne auf sich. „Das ist nicht nur eine Band, sondern auch Freundschaft“, sagt Sylvia. So gut wie bei „Bleimennig“ habe es ihr noch nie in einer Gruppe gefallen. „Wir fahren sogar zusammen auf Festivals“, steht der gemeinsame Spaß im Vordergrund. Den haben die Mitglieder auch bei der Gras-Ellenbacher Fastnacht, wenn sie einen Programmpunkt zusammen bestreiten – und Mirko Baßler daneben als Präsident die Sitzungen leitet.

„Mustang Sally“, der „Ballroom Blitz“ von Sweet mit seinen über 40 Jahren auf dem Buckel oder als Abschluss AC/DCs „Highway to Hell“ machen den langen Rockabend perfekt. Je weiter der vorrückt, desto mehr trauen sich Tanzwillige aus der Deckung. Unter die mischt sich auch Sylvia Harendarski bei Green Days „American Idiot“ und feuert kräftig an, auf dass die 40 gespielten Songs am Abend noch vollwerden.

Info: „Bleimenning“ tritt das nächste Mal zum Rock im Hammelbacher Schützenhaus bei der „Schwarzpulver-Rallye“ am Samstag, 12. März, auf.

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