Begeisternde närrische Nacht im Museum mit den Aschbacher „Hussmouge“

Die „Hussmouge“ wissen, wie man Fasching feiert. In vier ausverkauften Prunksitzungen unterhielten sie ein ums andere Mal das närrische Publikum prächtig. Und können dabei auf die Begeisterungsfähigkeit ihrer Gäste zählen, die ihnen in punkto Einfallsreichtum bei der Kostümierung in nichts nachstehen. „Nachts im Museum“ hatten die Fastnachter ihre Events in der Mehrzweckhalle überschrieben und boten dabei, inspiriert vom gleichnamigen Film, eine faszinierende und kurzweilige Reise durch die einzelnen Museums-Abteilungen.

Die einzelnen Tische waren bestimmten Themen zugeordnet – und so boten die dort sitzenden ein buntes, farbenprächtiges Sammelsurium an Verkleidungen. Hier unterhielt sich Gandalf mit einem Wikinger, dort war ein waschechter Bayer in seiner Krachledernen im Gespräch mit dem bösen Wolf auszumachen. Die Ägypterinnen waren eine Augenweide für die Männerwelt, während die Frauenwelt eher den Johnny-Depp-Verschnitt als Pirat der Karibik anschmachtete.

Ritter im Burgmuseum, allerlei Märchenfiguren in der Disney-Abteilung, Spielzeuge, Steinzeitmenschen oder Panzerknacker machten zusammen mit den Darstellern aus dem Wachsfigurenkabinett allein den Blick in die Menge lohnenswert. Die über 120 Akteure auf der Bühne setzten noch einen drauf. „Hausmeister“ Sitzungspräsident Thomas Sattler führte nicht nur durchs Programm und kündigte die einzelnen Auftritte, sondern überbrückte die kleineren Umbaupausen immer mal wieder mit dem einen oder anderen (schlüpfrigen) Witz.

Alle Aktiven beim großen Finale auf der Bühne machten eindrucksvoll deutlich, auf welch breites Repertoire die „Hussmouge“ zurückgreifen können. Da waren Körperwelten-Darsteller und die Geister von Indianern oder die Besatzung des Fliegenden Holländers darunter, ebenso wie Wachsfiguren, der Pharao, Einbrecher, Affen, Menschen und Menschenaffen, Roboter oder Neandertalerin. Ihnen schallte wie auch den einzelnen Punkten des Abends ein dreifach donnerndes Helau entgegen.

Was die Gruppe „Galaxy“ als „Geister in Bilderrahmen“ zuvor bot, war ein Klasse für sich. Mit aufwändiger Deko, weit flatternden Geisterkostümen, Furcht erregenden Augen und passender Lichtshow ließen sie tote Westernhelden oder Indianer über die Bühne tanzen. Da passte eines zum anderen, die gruselige Atmosphäre stimmte und die Zuschauer waren gebannt von der Vorführung. Mit viel Applaus wurden die Tänzerinnen verabschiedet.

Eileen Kumpf als Neandertalerin hatte bei ihrer Museums-Gratisführung ein ums andere Mal die Lacher auf ihrer Seite. Als eine Mischung zwischen Cindy aus Marzahn und Paul Panzer, direkt dem Dschungelcamp entstiegen, bot sie ihre ganz eigene Interpretation der Schöpfungsgeschichte, garniert mit unzähligen Erfindungen, die sie sich selbst zuschrieb. Die Unterkunft als „Erstbezug“ in der Grube Messel war nicht das Wahre, monierte sie. Weitere wichtige Ereignisse der Erdgeschichte waren natürlich nur ihrem Wirken zuzuordnen – das Aussterben der Dinosaurier eingeschlossen.

In alten Trachten ließen die „Devils“ die Heimatabteilung des Museums zu ihrem Recht kommen. Standen zuerst Volkstänze aus früheren Zeiten im Mittelpunkt, gab es plötzlich einen Bruch und die Moderne kam mit dem „Dorfkind“ zu ihrem Recht. Tosender Beifall war der Gruppe für den gelungenen Auftritt gewiss.

Als Roboter mit eckigen Bewegungen wackelten die Mitglieder der Gruppe „V.I.P.“ über die Bühne und erinnerten dabei „Kraftwerk“ aus der Neuen Deutschen Welle – ehe sich dann alles zu fließenden Bewegungen, unterstützt von beeindruckenden Lichteffekten, zusammensetzte. Die aufwändigen Kostüme zusammen mit den Effekten kamen bestens bei der gut gelaunten Gästeschar an.

Renate Walter als Skelett und Ulla Wilhelm als Gästeführerin kalauerten sich durch alle Lebenslagen und Körperteile. Helikoptereltern, Kindernamen wie Slipeinlagen oder Defizite der Männerwelt waren Zielscheibe ihres Spotts – gerade von den Männern auch mit ein paar Buhrufen gekontert. Die Gürtellinie wurde dabei das eine oder andere Mal dezent unterschritten. Apropos Körper: Die hautengen Kostüme der Gruppe „1,2 Step“ bei ihrem Tanz „Körperwelten“ waren ein Hingucker.

Zu Beginn hatte „Hausmeister“ Sattler das Publikum begrüßt, die einzelnen Tische aufgerufen und dann mit einem Klatschspiel deren Aufmerksamkeit überprüft. Gleichzeitig versicherte er sich der Unterstützung, um seine erste Nacht im Museum durchzustehen – der Vorgänger hatte nach nur einer Woche den Bettel hingeschmissen. Und los ging’s bei seinem Rundgang mit den „Gibos“. Sehr süß war der Nachwuchs anzuschauen, der als Schmetterlinge und Schulklasse in den Räumen unterwegs war.

„Mozart im Sexmuseum“ hieß es mit Tanja und Marius Gölz, ehe Mozart zusammen mit Michael Jackson und Lady Gaga von den drei Arbeiterinnen aus dem Wachfigurenkabinett mitgenommen wurde und alle zu jeweiligen Songtiteln (Amadeus, Smooth Criminal und Born this way) tanzten. Pharao Thomas Heiligenthal, eine Leihgabe aus dem Mannheimer Museum, wusste so manches aus seinem Leben zu berichten, ehe es A-cappella ums Essen ging.

Steffi, Timo, Tobias und Jürgen Walter sowie Benedikt Breitwieser dichteten zur Freude der Besucher bekannte Songs um, sodass sie immer etwas mit dem leiblichen Wohl zu tun hatten. Die Theatergruppe war szenisch und musikalisch als „Einbrecher“ unterwegs. Billy Joels „We didn’t stop the fire“, „Felicità“ von Al Bano und Romina Power sowie „Er ist wieder da” von Marion März kamen in völlig neuem Gewand auf die Bühne – zusammen mit Thomas Sattler als umjubeltem „Mister X“.

Nach der Sitzung ist vor der Sitzung: Schon jetzt verkündete Thomas Sattler das Motto der kommenden Kampagne: „Fantastische Welten – die ‚Hussmouge‘ fernab der Realität“. Ab dem Sommer laufen dann – wie auch im vergangenen Jahr für dieses – die Vorbereitungen dafür an. Die „heiße Phase“ startet Anfang/Mitte September, wenn die einzelnen Tänze und Bütten eingeübt werden.

Ab dem vierten Adventswochenende wurde es in dieser Saison noch heißer: Denn wegen der kurzen Kampagne mussten schon die Aufbauarbeiten in der Mehrzweckhalle beginne. Dann gingen die Aktiven daran, in viel Kleinarbeit die Bühnenteile zu stellen, Schilder zu malen, Türen selbst zu gestalten  und restliche Elemente zusammenzubauen. Wie immer: alle Jahre wieder. Mehr Bilder hier: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.1090659600978188.1073741896.100001024761983&type=1&l=6bdadfc86c

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